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DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei
gemeinnützige Gesellschaft mbH
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1999 Unser Sohn Jendrik ist gerade mal zwei Jahre alt, als bei ihm Leukämie diagnostiziert wird. Eine Welle der Hilfsbereitschaft gibt unserer Familie Kraft. Unglaubliche 2.000 Menschen kommen zu unserer Typisierungsaktion!
2000 Spender gefunden!! Thomas aus Münster rettet Jendrik durch seine Spende
das Leben.
2001 Der lange Weg der Heilung. Beschwerlich, hoffnungsvoll, zusammenschweißend.
2002 Jendrik darf seinen Spender Thomas kennenlernen. Sie verstehen sich prächtig.
Als im Mai Thomas seine Freundin Alexandra heiratet, trägt Jendrik mit seinem Bruder Kerzen in die Kirche. Im September dann: Jendriks 1. Schultag. Stolz hält er seine Janosch-Schultüte. Außerdem kommt sein kleiner Bruder Ole zur Welt.
2003 Wir genießen die »Normalität«. Jendrik ist ein aufgeweckter kleiner Junge.
2004 Jendrik bekommt einen Hund: Beagle Tobi. Jetzt haben wir vier Kinder!
2005 Jendriks Spender Thomas wird Papa: »Cool, wenn mein Blutsbruder Papa
wird, dann werde ich ja Onkel!«
2006 Die Ärzte stellen fest: Jendrik wird aufgrund der damaligen Bestrahlung
nicht so groß werden. Aber das macht ihm nichts: Dann ist er eben eine »kleine« gesunde Persönlichkeit!
2007 Jendrik feiert seinen 10. Geburtstag.
2008 Jendrik besucht die 6. Klasse und ist ein guter Schüler.
2009 Jendrik bekommt Wachstumshormone, weil er immer noch etwas zu klein
ist für sein Alter. Ansonsten ist er (bis jetzt …?) ein ganz lieber Teenager, den so langsam auch die Mädchen interessieren… Jendriks Spender wird zum 2. Mal Papa und Jendrik – ganz erwachsen – besucht ihn ganz allein mit dem Zug in Münster. Irgendwie hat er zwei Väter…
20.04.2010 Wir feiern Jendriks 10. Transplantationsgeburtstag auf der Kinderkrebsstation in Frankfurt – für uns alle ein sehr, sehr bewegender Tag. Und den Familien der kleinen Patienten tut es gut zu sehen, dass man auch wieder »heil« von der Station runterkommen kann.
2011 Im August wird Jendrik 15. Er besucht die 8. Klasse und wird dieses Jahr
konfirmiert. Thomas, Jendriks Spender, ist mit seiner Familie immer ein herzlich
willkommener Gast bei uns – und wir bei ihm. Das ist einfach nur schön.
Familie Seibert
Michael, Marion, Verena und Marcel Wasmeier müssen sich Ende 2003 zum ersten Mal
mit dem Thema Leukämie auseinandersetzen. Bei Marcel, dem jüngsten Kind der Familie, wird die schwere Krankheit diagnostiziert. Helfen kann DKMS-Spender Tobias Owczorz, der Marcel das Leben rettet. Fünf Jahre später bekommt Vater Michael die Chance, etwas von seinem Glück zurückzugeben und selbst zu spenden. Leider erfährt er nach dem Schreiben dieser Geschichte, dass die Patientin es nicht geschafft hat.
Unser Marcel wurde im Februar 2003 geboren. Bei einem der ersten Untersuchungstermine wurden Auffälligkeiten festgestellt. Eine Zeit des Wartens und Bangens folgte. Nach sechs Wochen kam die schreckliche Diagnose: Unser Marcel hat Leukämie. Unser großes Glück: Innerhalb von zwei Monaten wurde ein zu 100 % passender Spender gefunden, der unserem Sohn durch eine Knochenmarkspende das Leben rettete. Mit kleinen Rückschritten und der einhergehenden Entwicklungsverzögerung haben wir nun einen aufgeweckten, lebensfrohen Sohn, der uns täglich zeigt, was Lebensfreude ist. Was uns alle sehr positiv überrascht hat, ist, dass wir und der Spender irgendwie die gleiche »Wellenlänge« haben. Wir verstehen uns prima, waren auf seiner Hochzeit und kommen jährlich alle zusammen.
Nach der Transplantation unseres Sohnes ließen meine Frau und ich uns bei der DKMS registrieren. Wir wollten etwas zurückgeben von unserem Glück. Im April 2009 bekam ich erstmals Post, und nach einigen Untersuchungen stand fest: Ich darf spenden! Doch der Zustand der Patientin war für eine Transplantation noch nicht stabil genug, und unser Urlaub stand an. Ich machte mir Sorgen, dass es nun vielleicht scheitern könnte. Aber am Ende hat doch noch alles geklappt und ich habe direkt vor unserem Urlaub endlich spenden können.
Später bekam ich die wundervolle Nachricht, dass meine Stammzellen im Körper der Patientin ihre »Arbeit« aufgenommen haben. Ich kann nicht mit Worten beschreiben, was wir alle in dieser Zeit gefühlsmäßig erlebt haben. Unser Marcel hat nur dank der Knochenmarkspende eines damals völlig Fremden überlebt, und ich als Vater durfte diese Chance einem anderen Patienten geben.
Am heutigen Tage habe ich Geburtstag und ich wünsche mir, dass sich alle gesunden Menschen auf diesem Planeten als Spender zur Verfügung stellen. Dann sollte es möglich sein, dass jeder, der an Leukämie oder artverwandten Krankheiten leidet, einen passenden Spender findet. DANKE an unseren Spender, DANKE an all die Menschen, die uns in all der Zeit beigestanden und uns geholfen haben.
»Reich ist nicht der, der viel hat, sondern der, der viel gibt.«
Michael Wasmeier
Die Erinnerung an Ole beinhaltet durchweg das Bild eines fröhlichen und lebenshungrigen Menschen. Jemand, der sich den Leitsatz »Carpe diem« – »Nutze den Tag« – einverleibt hat. Ole war in seiner Jugend und als junger Mann stets aktiv und neugierig auf das Leben, wurde aber auch immer wieder einmal durch gesundheitliche Probleme ausgebremst. Der Übergang vom Glückspilz zum Pechvogel zeigte sich vor allem, als ihm und uns im Januar 2009 völlig überraschend und unvorbereitet die Diagnose Leukämie mitgeteilt wurde.
Ein Aufenthalt im Krankenhaus war Ole nicht unbekannt, jedoch übertraf diese Diagnose alles zuvor Dagewesene. Der erste Besuch im Krankenhaus zeigte Ole äußerlich noch unverändert, wie das blühende Leben. Nur die vielen Infusionen und Medikamente machten Angst, gaben aber auch gleichzeitig Aussicht auf Heilung. Die Ärzte machten Ole Hoffnung, durch die anstehenden langwierigen und kräftezehrenden Chemotherapien die schwere Krankheit bekämpfen zu können.
Nach drei Monaten durfte Ole das erste Mal die Klinik verlassen. Er war sichtlich geschwächt, hatte Gewicht verloren und die Haare waren ihm vollständig ausgefallen. Aber trotz aller Strapazen war er stets gut gelaunt, machte Witze wie zuvor und schien sich gut zu fühlen. Ole dachte nicht daran, sich auszuruhen. Er unternahm viel mit seinen Freunden, ließ kaum ein Ereignis aus und genoss sein Leben sehr intensiv. Man vergaß schnell, dass er eigentlich eine lebensbedrohliche Krankheit zu bewältigen hatte und starke Medikamente nehmen musste. Ole ließ sich nicht beunruhigen und vertraute den Ärzten, so dass keiner an einem guten Ausgang zweifelte.
Jedoch nahm der Verlauf kurz nach Silvester 2009 eine schlimme, unerwartete Wendung. Der erneute dramatische Ausbruch der Leukämie machte nun eine Stammzelltransplantation unausweichlich, was für seinen geschwächten Körper ein großes Risiko darstellte. Aber es war eine Chance, an die sich alle klammerten.
Die von uns mit großer Unterstützung der DKMS organisierte Registrierungsaktion und eine Benefizveranstaltung brachten nicht nur eine enorme Geldspendensumme, sondern auch mehr als 3.000 neue potenzielle Spender! Die Resonanz war riesig und die Anteilnahme aller bereitwilligen Spender unbeschreiblich.
Nachdem schließlich ein geeigneter Spender gefunden werden konnte, gaben die enorme Anteilnahme und Unterstützung Ole die nötige Kraft, die schwierige Phase der Transplantation zunächst erfolgreich zu überstehen. Es war bewundernswert, mit welch in sich ruhender, ernster Gelassenheit er sich der Krankheit stellte. Ole war in diesen schwierigen Phasen immer sehr konzentriert bei sich. Es schien wie ein Wunder, da die Ärzte uns wenig Hoffnung gemacht hatten, aber Ole war zunächst auf einem guten Weg. Nach Wochen zwischen Hoffen und Bangen kam jedoch ein erneuter Rückfall. Weitere Therapien waren nicht mehr möglich, hätten Ole nur unnötige Qualen bereitet. Am Ende siegte die tückische Krankheit. Ole starb am 27. Juni 2010 im engen Kreis seiner Familie und seiner Freunde.
Ole hat nie mit seinem Schicksal gehadert, nie laut die Frage nach dem Warum gestellt. Wieder ist es bewundernswert, wie er sein unabwendbares Schicksal annahm, die letzten Wochen seines viel zu kurzen Lebens ohne den Anschein von Angst und Wut leben und genießen konnte. Er erfreute sich an der Nähe und Unterstützung der Menschen, die ihm lieb waren. Es war ihm wichtig, nochmal mit all seinen Freunden zusammenzukommen, um gemeinsam eine Grillparty zu feiern. Ein weiterer Herzenswunsch war, die im Frühjahr abgesagte Hochzeit seiner Mutter mitzuerleben. Trotz des traurigen Hintergrundes konnten wir alle gemeinsam mit Ole einen schönen und sogar fröhlichen Hochzeitstag erleben.
Wir wissen, dass es Ole ehrte, dass sich wegen ihm so viele Menschen als Spender registriert haben. Es rührte ihn, dass so anderen an Leukämie erkrankten Menschen die Chance auf einen passenden Spender und damit auf neues Leben gegeben werden kann. Dies war ein Wunsch, den er immer geäußert hat.
Ole, du hast uns allen gezeigt, dass man das Leben mit seinen Höhen und Tiefen schätzen sollte und – egal wie lang oder kurz es ist – nicht vergessen darf, wirklich zu leben. Es liegt nicht in unserer Hand, wie lange wir leben, aber es liegt in unserer Hand, wie wir das Leben gestalten!
Ole,
immer wenn wir von dir erzählen,
fallen Sonnenstrahlen in unsere Seelen.
Unsere Herzen halten dich gefangen,
so, als wärst du nie gegangen.
Was bleibt, sind Liebe und Erinnerung.
Deine Familie
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