In diesem Lexikon werden einige der wichtigsten Fachausdrücke erläutert. Wenn Sie auf den Anfangsbuchstaben des von Ihnen gesuchten Begriffes klicken, springen Sie an die entsprechende Stelle dieser Worterklärungen.
Die gegen ein Fremdgewebe, z. B. ein Transplantat gerichtete Immunreaktion des Empfängers. Man unterscheidet verschiedene Verlaufsformen: Bei einer perakuten Abstoßungsreaktion stirbt das Transplantat innerhalb weniger Tage vollständig ab. Bei einer akuten Abstoßungsreaktion, die innerhalb von Wochen bis Monaten nach der Transplantation auftritt, führen Gefäßveränderungen innerhalb des Transplantats zu einem Funktionsverlust und schließlich zu einer Abstoßung. Bei einer chronischen Abstoßungsreaktion kommt es im Verlauf von Monaten bis Jahren ebenfalls zu einem Funktionsverlust des Transplantats.
siehe Immunsystem.
Eine hochgradige Verminderung oder das komplette Fehlen von Granulozyten im Blut oder Knochenmark. Eine Agranulozytose kann bei Leukämien auftreten oder infolge einer medikamentösen Krebsbehandlung. Sie kann auch durch chemisch-toxische Schädigungen und Allergien ausgelöst werden. Symptome einer Agranulozytose sind z. B. Fieber, Herzklopfen und Abgeschlagenheit. Schon früh im Krankheitsverlauf treten Schleimhautgeschwüre auf, z. B. in der Mundhöhle oder im Darm. Viele der Patienten sterben infolge einer Lungenentzündung oder einer Blutvergiftung (Sepsis).
Griechisch: anderswo entstanden.
Siehe auch > autogen.
Transplantation von Gewebe eines genetisch unterschiedlichen Menschen. Um eine schwerwiegende Abstoßungsreaktion des transplantierten Gewebes zu vermeiden, ist die möglichst weitgehende Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Spender und Empfänger erforderlich.
Siehe auch > allogen
Blutarmut, die durch eine Verminderung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder durch einen Mangel an Blutfarbstoff (Hämoglobin) bedingt ist. Ursachen einer Anämie können z. B. Blutverlust, verminderte Bildung von Erythrozyten im Knochenmark oder Störungen des Eisenstoffwechsels sein. Auch ein gesteigerter Abbau der Erythrozyten führt zu einer Anämie.
Eine chronische Anämie führt zu Sauerstoffmangel im Körper, entsprechend zu körperlicher Schwäche, Blässe, Atemnot bei Belastung und evtl. zu durch die Minderversorgung des Herzmuskels bedingten Schmerzen (Angina pectoris). Bei raschem Blutverlust kommt es oft zu einem Schock.
Um die verschiedenen Arten einer Anämie bei normalem Gesamtblutvolumen zu unterscheiden, bestimmt man die Zahl, Größe und das Aussehen der Erythrozyten, die Menge des Blutfarbstoffes (Hämoglobin), den Hämoglobingehalt der einzelnen Erythrozyten sowie den Anteil der Erythrozyten am gesamten Blut (Hämatokrit).
Siehe auch > Anämie aplastische
Blutarmut durch Verminderung des Blut bildenden Knochenmarks und die dadurch bedingte Verminderung aller Zellreihen im Blut (Panzytopenie). Ursachen für eine aplastische Anämie sind angeborene Störungen (z. B. Fanconi-Anämie), eine medikamentös oder durch Chemikalien bedingte Schädigung des Knochenmarks, Strahlenschäden, Virusinfektionen u. a.
Die aplastische Anämie wird im klinischen Sprachgebrauch auch aplastisches Syndrom genannt.
Betäubung, bei der man gegenüber Schmerz-, Berührungs- oder Temperaturreizen unempfindlich ist. Ursache ist entweder eine Störung des Nervensystems oder die Wirkung von bestimmten Medikamenten, die z. B. bei einer Narkose eingesetzt werden. Die Anästhesie kann sich nur auf ein bestimmtes Körpergebiet (Lokalanästhesie) oder den gesamten Körper (Vollnarkose) beziehen.
Proteine im Blut der höheren Wirbeltiere aus der Gruppe der Immunglobuline, die ein wichtiger Teil des Immunsystems sind und von B-Lymphozyten spezifisch gegen einen bestimmten eingedrungenen Krankheitserreger oder einen anderen körperfremden Stoff, ein so genanntes Antigen, gebildet werden, um dieses zu inaktivieren. Antikörper vermitteln die so genannte humorale Immunantwort des Körpers – im Gegensatz zur zellulären Immunantwort, die Immunzellen übernehmen. Therapeutisch lassen sich aus Tieren oder Menschen gewonnene Antikörper zur passiven Immunisierung gegen bestimmte Virusinfektionen oder z. B. auch Schlangengifte nutzen.
Methode zur Stammzellentnahme aus dem fließenden Blut. An beiden Armen werden venöse Zugänge gelegt. Das Blut fließt von einem Arm aus durch einen so genannten Zellseparator. Der Zellseparator isoliert die notwendigen Stammzellen aus dem Blut, und die restlichen Blutbestandteile fließen über den zweiten Zugang in den Körper zurück.
siehe Seite "Voraussetzungen" in der Spenderrubrik / Registrierung.
Griechisch: selbsterzeugend, im Körper entstehend, ursprünglich.
Siehe auch > allogen
Zelle, die hauptsächlich im Knochenmark, der Milz und den Lymphknoten gebildet wird. B-Lymphozyten sind eine Untergruppe der Leukozyten. Aus ihnen gehen die Antikörper produzierenden Plasmazellen und die Gedächtniszellen hervor.
Freier Rand des beidseitig vorhandenen Darmbeins, einem Beckenknochen, der sich oben zur Darmbeinschaufel erweitert. Weil der Beckenkamm von außen relativ gut zugänglich ist, wird er zur Entnahme von Knochenmark gewählt.
Punktion des Beckens im Bereich des Beckenkamms zur Entnahme von Knochenmark.
Entnahme einer Gewebeprobe zu diagnostischen Zwecken. Die Biopsie kann je nach Organ und Indikation mit einer Stanze, einem Skalpell, einer Hohlnadel, Schlinge, Kürette oder Zange gewonnen werden. Die Gewebeprobe wird anschließend feingeweblich untersucht.
Körperflüssigkeit, die aus dem flüssigen Blutplasma sowie festen zellulären Bestandteilen (Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten) besteht und in den Blutgefäßen durch den Organismus zirkuliert. Das Blut dient dem Transport und der Verteilung von Sauerstoff, Nährstoffen, Enzymen und Hormonen, dem Abtransport von Stoffwechselprodukten und Kohlendioxid sowie der Wärmeregulation.
Das gesamte Blutvolumen eines Menschen beträgt etwa ein Zwölftel seines Körpergewichts (im Durchschnitt etwa fünf bis sechs Liter). Die Bluttemperatur beträgt beim gesunden Menschen 37°C. Das gelbliche Blutserum besteht unter anderem aus Wasser, verschiedenen Ionen (z. B. Natrium, Kalzium, Kalium, Chlorid, Magnesium und Eisen), Kohlenhydraten, Fetten, Eiweißen, Hormonen und Antikörpern. Das Blutplasma entspricht dem Blutserum, nur dass es zusätzlich noch Protein enthält (Albumine, Globuline und Fibrinogen). Die zellulären Anteile des Bluts (Erythrozyten, Thrombozyten und Leukozyten) machen rund 45 Prozent des Blutvolumens aus. Die rote Farbe des Blutes entsteht durch das Hämoglobin (Blutfarbstoff), das in den Erythrozyten enthalten ist und für den Sauerstofftransport verantwortlich ist. Die Salzkonzentration im Blut entspricht einer etwa 0,9-prozentigen Kochsalzlösung. Bei dieser Salzkonzentration behalten die Erythrozyten ihre typische Scheibenform. Ein Blutverlust von mehr als der Hälfte des Blutvolumens ist tödlich, wenn das Blut nicht durch eine Bluttransfusion ersetzt wird.
Es umfasst die Bildung von roten und weißen Blutkörperchen sowie von Blutplättchen; es befindet sich im Knochenmark.
Blut, das sich in den Blutgefäßen befindet.
Gleichmäßiges, dünnes Ausstreichen eines Bluttropfens auf einem Objektträger und Anfärbung zur mikroskopischen Beurteilung.
Qualitative und quantitative Auszählung der zellulären Blutbestandteile wie Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten sowie die Bestimmung des Hämoglobingehaltes und des Hämatokrits. Im Differentialblutbild werden die Leukozyten in Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten usw. aufgeteilt. Aus dem Verhältnis der einzelnen Zellen zueinander ergeben sich Hinweise auf Entzündungen, Anämien, Leukämien u. a. Erkrankungen.
Die Bildung der Blutkörperchen. Die Blutbildung (Hämopoese) findet nach Abschluss der Embryonalphase nur im Knochenmark und den lymphatischen Organen wie Milz, Thymus und Lymphknoten statt. Man unterscheidet die Erythropoese, Granulozytopoese und die Thrombopoese. Die Hämopoese geht von pluripotenten Blutstammzellen aus.
Feste Bestandteile des Blutes, vor allem Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten. Im weiteren Sinn zählen auch die Vorstufen der reifen Blutzellen zu den Blutkörperchen.
> Erythrozyten
> Leukozyten
Thrombozyten
Stammzellen, die vor allem im Knochenmark vorkommen und in der Lage sind, sich zu den verschiedenen Blutzellen zu differenzieren.
Medikament, das Krankheitserreger oder bösartige Zellen in ihrem Wachstum hemmen oder abtöten kann. Zur Abtötung von Bakterien werden die verschiedenen Antibiotika eingesetzt, z. B. Penizilline, Cephalosporine, Makrolide usw., gegen Pilze Antimykotika, Fungizide bzw. Fungistatika, gegen Viren Virostatika; Medikamente für die Behandlung von Krebserkrankungen nennt man Zytostatika. Im klinischen Alltag wird der Begriff Chemotherapeutikum oft gleichbedeutend mit Zytostatikum verwendet.
Behandlungsverfahren, bei dem mit bestimmten Medikamenten die Krebszellen im Körper abgetötet werden sollen.
Langsam verlaufende Form der Leukämie, die zunächst nur wenige Krankheitssymptome hervorruft und daher auch oft erst spät diagnostiziert wird.
Abk. für engl. Colony Stimulating Factor; Kolonie stimulierender Faktor. Wirkstoffe, die das Wachstum und die Reifung von Blutzellen anregen und steuern.
Abk. für engl. Confirmatory Typing; Bestätigungstypisierung.
Überprüfung anhand von Blutproben, ob die Gewebemerkmale eines Knochenmarkspenders und eines -empfängers zueinander passen. Gleichzeitig wird das Blut des Spenders auf bestimmte Infektionserreger überprüft, um mögliche Erkrankungen des Spenders auszuschließen.
Speziell gefärbter Blutausstrich, in dem die verschiedenen Blutzellen einzeln sichtbar sind. Durch Auszählen (mindestens 100 Stück) wird ihr prozentualer Anteil an der Gesamtzellzahl des Blutes ermittelt; Veränderungen an dem prozentualen Anteil geben Hinweise auf verschiedene Krankheiten (z. B. die Vermehrung oder ein erhöhter Anteil an unreifen Formen der weißen Blutkörperchen bei einer Infektionskrankheit). Im Differentialblutbild lassen sich auch krankhafte Formen einzelner Blutzellen erkennen, z. B. veränderte weiße Blutkörperchen bei einer Leukämie.
Bei der DNA-Typisierung handelt es sich um eine gezielte Bestimmung der Gewebemerkmale über die Erbsubstanz (DNA) durch die Verwendung molekularbiologischer Methoden.
Die Desoxyribonukleinsäure (Abk. DNS, englisch DNA) ist der Stoff, aus dem die Erbanlagen oder Gene der Lebewesen und einiger Viren bestehen. Sie enthält den Zucker Desoxyribose und die vier Basen Adenin (A), Guanin (G), Cytosin (C) und Thymin (T), deren Reihenfolge nach dem genetischen Code die verschlüsselte genetische Information ergibt. Sie hat die Struktur einer „Doppelhelix“ (Watson-Crick-Modell), d. h., sie besteht aus zwei Polynukleotidketten, deren Basen einander zugewandt und über Wasserstoffbrücken verbunden sind und die schraubenförmig umeinander gewunden sind. Dabei können sich nur die jeweils zueinander passenden (komplementären) Basen Adenin und Thymin sowie Cytosin und Guanin paaren, so dass die Basenfolge des einen Stranges die des anderen (komplementären) Stranges bedingt. Dies ist die Voraussetzung für die identische Verdopplung (Reduplikation) der Erbsubstanz und ihre unveränderte Weitergabe von Zellgeneration zu Zellgeneration.
Untersuchung zur weitergehenden Typisierung der Gewebemerkmale eines registrierten Knochenmarkspenders, nachdem anhand der zuvor durchgeführten HLA-Typisierung eine Übereinstimmung mit den Gewebemerkmalen eines Patienten ermittelt wurde. Der Name DR-Typisierung leitet sich von dem Antigen HLA-DR ab, das u. a. bei dieser Typisierung untersucht wird.
Siehe auch à HLA-System
Blutkonserve, die dem Spender entnommen wurde und die er während der Knochenmarkentnahme zum Ausgleich des Blutverlustes zurücktransfundiert bekommt.
Die Bildung und Reifung der roten Blutkörperchen im Knochenmark. Bei Zuständen, die mit vermindertem Sauerstoffgehalt im Gewebe einhergehen, wird Erythropoetin freigesetzt, das die Erythropoese stimuliert. Aus einer Stammzelle im Knochenmark entwickeln sich kernhaltige Erythroblasten, die sich zu kernlosen Erythrozyten ausbilden und ins periphere Blut ausgeschwemmt werden.
Abk.: EPO. Ein hauptsächlich in den Nieren gebildetes Hormon, das die Stammzellen im Knochenmark zur Bildung von Erythrozyten (rote Blutkörperchen) anregt. Bei Sauerstoffmangel des Gewebes (Anämie, Höhenaufenthalt) und bei Nierentumoren ist die Ausschüttung von Erythropoetin erhöht.
Organe, Zellen und Substanzen, die an der Bildung der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) beteiligt sind. Dazu gehören alle Vorläuferzellen der Erythrozyten im Knochenmark, die Gesamtheit der Erythrozyten sowie die Erythropoese steuernde, hormonelle Faktoren.
Rote Blutkörperchen, die für die Sauerstoffversorgung des Körpers zuständig sind.
Abkürzung für Granulozyten-coloniestimulierender Faktor. Es handelt sich um einen Wachstumsfaktor, d. h. einen Stoff, der Einfluss auf die Blutbildung nimmt. Dieser hormonähnliche Stoff wird vom Körper bei jeder Infektion hergestellt. Insbesondere werden Bildung und Funktion einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen, der so genannten Granulozyten und deren Vorläuferzellen, beeinflusst bzw. gesteuert. Dieser Stoff kann seit einigen Jahren im Labor produziert werden und ist als Medikament zur Anregung der Stammzellvermehrung zugelassen. G-CSF bewirkt, dass die Stammzellen, die überwiegend im Knochenmark vorkommen, in das fließende Blut ausgeschwemmt werden./span>
Bestrahlung des ganzen Körpers mit ionisierenden Strahlen, z. B. als Strahlentherapie vor einer Knochenmarktransplantation. Zu einer Ganzkörperbestrahlung kann es auch durch einen Strahlenunfall kommen.
Merkmale auf den Körperzellen, aufgrund derer das Immunsystem eigenes von fremdem Gewebe unterscheiden kann. Jeder Mensch besitzt für ihn typische Merkmale. Bei der Knochenmarktransplantation kommt es auf eine möglichst vollständige Übereinstimmung dieser Merkmale bei Spender und Empfänger an. Zurzeit sind über 4.000 verschiedene Gewebemerkmale bekannt.
In der Transplantationsmedizin unentbehrliches Verfahren, bei dem Spender- und Empfängergewebe auf gegenseitige Verträglichkeit hin untersucht werden. Bei mangelhafter Gewebeverträglichkeit kommt es zu Abstoßungsreaktionen.
Siehe auch > HLA-System
> Histokompatibilität
(Engl.) Übersetzt: Reaktion des Transplantates auf den Empfänger. Das mit dem Knochenmark transplantierte Immunsystem des Spenders kann die Körperzellen des Patienten als fremd erkennen und darauf reagieren. Es handelt sich somit um eine umgekehrte Abstoßungsreaktion. Dabei kann es zu Hautausschlägen, einer Entzündung der Mundschleimhaut und einer Gelbsucht, in schweren Fällen auch zu starken Durchfällen und zu einem Versagen der betroffenen Organe kommen.
Eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen. Die Granulozyten sind für die Infektionsabwehr zuständig.
Die Entstehung von Granulozyten aus Stammzellen des Knochenmarks. Unter dem Einfluss von Granulopoetin entstehen aus den Stammzellen zunächst Myeloblasten, dann Promyelozyten, Myelozyten und Metamyelozyten. Aus diesen entwickeln sich je nach Bedarf die verschiedenen Granulozytenarten.
Erhöhung der Zahl der Granulozyten im peripheren Blut.
Abk.: Hk oder Hkt. Der Anteil der zellulären Bestandteile an der Gesamtblutmenge. Der Hämatokrit wird als Hämatokritwert in Volumenprozent gemessen und angegeben. Die Normwerte betragen für Frauen 37 bis 47 Prozent, für Männer 40 bis 52 Prozent. Der Hämatokrit ist bei Anämie vermindert.
> Blutbildung
Abk.: Hb. Der in den Erythrozyten enthaltene rote Blutfarbstoff. Das Hämoglobin besteht zu ca. 94 Prozent aus dem Eiweiß Globin und zu sechs Prozent aus dem eisenhaltigen, farbgebenden Porphyrin Häm, das für den Sauerstoff- und Kohlendioxidtransport zuständig ist. Das Hämoglobin dient außerdem als Puffersubstanz bei der pH-Regulierung des Blutplasmas.
Hämoglobin wird in den Vorstufen der roten Blutkörperchen gebildet und nach dem Absterben der Erythrozyten vom retikulohistiozytären System abgebaut. Das so gewonnene Eisen wird wieder für die Neubildung von Hämoglobin genutzt. Ein Hämoglobinmolekül besteht aus vier Eiweißketten mit je einem Häm. Nach der Zusammensetzung der Eiweißketten unterscheidet man verschiedene Varianten des Hämoglobins.
Oberbegriff für die verschiedenen Erreger der infektiösen Virushepatitis.
Gewebeverträglichkeit bei einer Transplantation. Die Histokompatibilität des Transplantatempfängers und des Spenders beruht vor allem auf der möglichst hohen Übereinstimmung der Histokompatibilitätsantigene der Gewebe.
Abk.: MHC (engl.: major histocompatibility complex). Auf der Oberfläche von Zellen gelegene Struktur, die nach Konfrontation mit einem Organismus eines anderen HLA (engl.: human leukocyte antigen system)-Musters – z. B. im Rahmen einer Transplantation – eine Immunreaktion auslöst. Histokompatibilitätsantigene sind genetisch festgelegte Strukturen, die, außer auf Spermien, auf allen kernhaltigen Zellen vorkommen. Die Histokompatibilitätsantigene werden vor allem zur Prüfung der Gewebeverträglichkeit (Histokompatibilität) vor einer Transplantation bei Spender und Empfänger bestimmt. Die wichtigsten Histokompatibilitätsantigene sind das AB0-Blutgruppensystem und das HLA-System.
Abk. für engl. Human Immunodeficiency Virus, menschliches Immunschwäche-Virus. Erreger der Aids-Erkrankung. Die Übertragung erfolgt durch Austausch von Körperflüssigkeiten, z. B. über infiziertes Blut bzw. Blutprodukte und beim Sexualkontakt.
Abk. für engl. Human Leukocyte Antigen System, menschliches Leukozyten-Antigen-System. System von Eiweißen, die auf der Zelloberfläche aller kernhaltigen Zellen mit Ausnahme der Spermien vorkommen. Außerdem gehören zum HLA-System Komponenten des Komplementsystems, das bei der Immunabwehr eine Rolle spielt. Der Aufbau dieser Eiweiße (HLA-Antigene) ist individuell völlig unterschiedlich. Das HLA-System dient dem Organismus u. a. zur Unterscheidung von körpereigenen und körperfremden Zellen.
Die unterschiedlichen HLA-Antigentypen werden in Klassen eingeteilt. Zu den Merkmalen der Klasse I gehören z. B. die Antigene HLA-A, HLA-B und HLA-C. Zur Klasse II gehört z. B. das Antigen HLA-DR.
Untersuchung der Blutprobe eines Knochenmarkspenders auf bestimmte Gewebemerkmale aus dem HLA-System.
Merkmale der weißen Blutkörperchen beim Menschen. Zuerst wurden diese Oberflächenmerkmale auf Leukozyten (weißen Blutkörperchen) identifiziert. Die eigentlichen Aufgaben des HLA-Systems bestehen in der Regulation von Abwehrmechanismen und sind daher entscheidend für das Überleben eines Individuums, wenn es gilt, Krankheitserreger und andere Fremdstoffe abzuwehren. Dazu gehört es auch, körpereigenes von körperfremdem Gewebe zu unterscheiden. Damit es bei Transplantationen nicht zu Abstoßungsreaktionen kommt, müssen die Gewebemerkmale von Spender und Patient nahezu vollständig übereinstimmen.
Synonym: Lymphogranulomatose. Bösartig verlaufende Krankheit der lymphatischen Gewebe, die wahrscheinlich von den Lymphknoten ausgeht und an der unterschiedliche Zelltypen beteiligt sind. Bei einer Lymphogranulomatose sind meist die Lymphknoten vor allem im Halsbereich geschwollen, die Milz ist krankhaft vergrößert und es kommt u. a. zu Fieberschüben und allgemeinem Leistungsabfall. Die Ursache ist weitgehend unklar; angenommen wird u. a. eine Virusinfektion. Die Behandlung umfasst Strahlentherapie und meist auch eine kombinierte Chemotherapie.
Schwächung der normalen lnfektabwehr des Körpers. Er kommt sowohl angeboren als Defekt der Entwicklung des Immunsystems vor, kann aber auch im Verlauf einer Erkrankung (wie z.B. der Leukämie) oder als unerwünschte Nebenwirkung eines Arzneimittels auftreten.
Die Unempfänglichkeit für eine bestimmte Krankheit (insbesondere für eine Infektionskrankheit). Sie beruht meist auf Schutzstoffen (Antikörpern) im Blut, die entweder angeboren vorhanden oder erworben sind. Aktive Immunität liegt vor, wenn sich Antikörper im Organismus selbst gebildet haben:
1. nach Überstehen einer Infektionskrankheit durch im Körper verbleibende natürliche Erreger;
2. durch Reaktion auf abgeschwächte oder abgetötete Erreger, die durch Impfung in den Körper gebracht wurden (natürliche und künstliche aktive Immunität).
Passive Immunität wird erzielt durch Einspritzung von Serum, das Antikörper enthält.
Siehe auch à Immunität, zellvermittelte
Immunreaktion, die auf der Aktivität ganzer Immunzellen beruht, also z. B. der T-Lymphozyten, Killerzellen und Makrophagen. Die T-Lymphozyten setzen nach Kontakt mit dem Antigen Lymphokine frei, die Granulozyten und Makrophagen aktivieren und zur Beseitigung der eingedrungenen Keime anregen. Zytotoxische T-Zellen verbinden sich mit erkrankten Zellen und lösen diese durch Direktkontakt auf.
Reaktion des Immunsystems auf eine körperfremde Substanz (Antigen) mit dem Ziel, sie unwirksam zu machen. Im Rahmen der Immunantwort kommt es entweder zur Bildung von speziellen Abwehrzellen (zellvermittelte Immunität) oder zur Bereitstellung und Aktivierung von spezifischen Antikörpern (humorale Immunität). Die Reaktion auf den erstmaligen Kontakt mit einem Antigen bezeichnet man als primäre Immunantwort, die bei einem neuerlichen Kontakt mit demselben Antigen als sekundäre Immunantwort; sie setzt schneller ein und hält länger an. Eine Immunantwort führt in der Regel zur Immunität des Körpers gegenüber dieser speziellen Substanz, es kann jedoch auch zu einer Sensibilisierung mit resultierender Allergie kommen.
Die künstlich herbeigeführte Abschwächung oder Unterdrückung der Immunreaktion. Eine Immunsuppression wird therapeutisch in Form von Bestrahlung und Medikamenten nach Transplantationen oder bei Autoimmunkrankheiten herbeigeführt und geht mit einer allgemeinen Verminderung der Abwehrkräfte und erhöhtem Infektionsrisiko einher.
Siehe auch > Immunsuppressivum
Arzneimittel, das die Immunreaktion des Organismus abschwächt oder vollständig unterdrückt, z. B. Zytostatika, Glukokortikoide, Ciclosporin usw.
Aus mehreren Organen bestehendes System, das den Körper in die Lage versetzt, Infektionen abzuwehren, und das ihn befähigt, zwischen eigenem und fremdem Gewebe zu unterscheiden. Hierzu gehören Teile der weißen Blutkörperchen, die Thymusdrüse hinter dem Brustbein, die Lymphknoten, die Milz und besondere Strukturen in der Darmwand. Gleiche Bedeutung wie Abwehrsystem.
Eindringen von Krankheitserregern in den Körper, die zu Entzündungen oder zu allgemeinen Krankheitserscheinungen führen können.
Gabe eines Medikamentes oder einer Infusionslösung durch Einspritzen in eine Vene. Wörtlich: "in einer Vene gelegen oder in eine Vene hinein". Abk.: i. v. /span>
Energiereiche Strahlung, die zu einer Schädigung führt und ein unkontrolliertes Wachstum von Körperzellen und/oder Organen hervorrufen kann (hierzu gehören z.B. Röntgen- und andere radioaktive Strahlen).
Keimarme Einheit eines Krankenzimmers, in der der Patient nach der Knochenmarktransplantation behandelt wird, um ihn vor Infekten zu schützen.
Knochenmark befindet sich im Inneren der Knochen. Bei Erwachsenen in den flachen Knochen, vor allem im Schädelknochen, Wirbelkörpern, Brustbein und Becken. Das Knochenmark ist das Blut bildende System.
Ausgeprägte Verminderung aller Blutzellen und deren Vorstufen im Knochenmark, z. B. nach Bestrahlung, Chemotherapie oder im Rahmen verschiedener Blutkrankheiten.
Ausstreichen eines Knochenmarkpunktats auf einen Objektträger zur histologischen und histochemischen Untersuchung bei Blut- und Knochenmarkkrankheiten wie einer Leukämie.
Gewinnung von Knochenmark durch wiederholte Punktion des Beckenknochens.
Entnahme von Knochenmark meist aus dem Beckenkamm, seltener aus dem Brustbein (Sternalpunktion), mit einer scharfen Kanüle, entweder aus diagnostischen Gründen oder zur Gewinnung von Spendermark für eine Transplantation.
> Megakaryozyt
Übertragung von Knochenmark auf einen Patienten, bei dem durch eine intensive Vorbehandlung die eigene Blutbildung völlig zerstört wurde.
Sammelbegriff für eine Reihe von bösartigen Krankheiten, die alle eine krankhaft gesteigerte Vermehrung von unreifen und damit funktionsunfähigen weißen Blutkörperchen aufweisen. Krankheitszeichen entstehen überwiegend durch die Verdrängung der normalen Blutbildung. Sie bestehen aus Blutarmut, Blutungen, Infektionen und Vergrößerung sowie Funktionsminderung der von den Leukämiezellen befallenen Organe.
Verminderung der Zahl der Leukozyten im peripheren Blut auf Werte unter 5000 Zellen pro Kubikmillimeter Blut. Ursache ist entweder die Störung der Leukozytenbildung im Knochenmark oder ein vorzeitiges Absterben, z. B. bei Knochenmarkerkrankungen, reaktiv nach Virusinfektionen oder bei dem Syndrom der vergrößerten Milz. Gegensatz: Leukozytose.
Technisches Verfahren zur Isolation speziell der Leukozyten aus dem Blut, z. B. zur Herstellung von Leukozytenkonzentraten oder zur Entfernung krankhaft vermehrter Leukozyten, z. B. bei chronisch lymphatischer Leukämie.
Die Bildung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Knochenmark.
Siehe auch > Blutbildung
Weiße Blutkörperchen, die für die Infektabwehr und das Immunsystem zuständig sind.
Erhöhung der Zahl der Leukozyten im Blut auf über 10.000 Zellen pro Kubikmillimeter; eine Leukozytose tritt u. a. bei den meisten Infektionskrankheiten, lokalen Entzündungsprozessen und besonders ausgeprägt bei Leukämie auf. Gegensatz: Leukopenie.
Örtlich begrenzte Betäubung zur Schmerzausschaltung bei kleinen Operationen, entweder durch Kälteeinwirkung oder durch ein Lokalanästhetikum.
> Hodgkin-Krankheit
Bösartige Veränderung lymphatischen Gewebes mit Lymphknotenschwellungen und krankhafter Vergrößerung der Milz. Die malignen Lymphome werden nach ihrer unterschiedlichen Beschaffenheit in die von den Lymphknoten ausgehende Hodgkin-Krankheit (Lymphogranulomatose) und Non-Hodgkin-Lymphome (lymphatische Leukämie) unterteilt. Während die Hodgkin-Krankheit auch bei jungen Menschen vorkommt, treten Non-Hodgkin-Lymphome besonders zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf.
Verminderung der Zahl der Lymphozyten im peripheren Blut auf unter 1000 pro Kubikmillimeter Blut (absolute Lymphopenie), u. a. in der akuten Phase vieler Infektionskrankheiten. Als relative Lymphopenie bezeichnet man die prozentuale Verminderung der Lymphozytenzahl im Differentialblutbild. Gegensatz: Lymphozytose
Bildung der Lymphozyten in Milz, Lymphknoten und anderen lymphatischen Geweben aus Vorläuferzellen, die aus dem Knochenmark stammen.
Siehe auch > Lymphozyten
Untergruppe der Leukozyten, die der Erkennung und Abwehr von körperfremden Substanzen (Antigene) und Zellen dienen. Ihre Vorläuferzellen, die Lymphoblasten, stammen aus dem Knochenmark, ihre Prägung zu funktionsfähigen Abwehrzellen findet in der Milz, innerhalb der Lymphfollikel, im Thymus und in den lymphatischen Geweben des Darmtraktes (Bursa-Äquivalent) statt. Sie gelangen vor allem über die Lymphbahnen ins Blutgefäßsystem. Nach ihren Abwehrfunktionen werden die Lymphozyten in zwei Gruppen unterteilt:
1. B-Lymphozyten bilden Antikörper;
2. T-Lymphozyten zerstören Antigene direkt (Zytolyse, Zytotoxizität) und sind daher Träger der zellvermittelten Immunität. Bei der Abwehr körperfremder Substanzen oder Zellen wirken beide Lymphozytenarten über komplizierte Mechanismen zusammen.
Vermehrung der Zahl der Lymphozyten im peripheren Blut auf mehr als 4000 pro Kubikmillimeter Blut (absolute Lymphozytose), wie sie bei vielen Infektionskrankheiten vorkommt, z. B. Keuchhusten oder Windpocken, aber auch bei Leukämie. Von einer relativen Lymphozytose spricht man bei prozentualer Erhöhung der Lymphozyten im Differentialblutbild. Gegensatz: Lymphopenie
„Fresszellen“ des Immunsystems, die aus den Monozyten hervorgehen und ca. 5 Prozent der Leukozyten ausmachen. Nach ein- bis zweitägigem Aufenthalt als Monozyten im peripheren Blut wandern sie in verschiedene Gewebe ein und differenzieren dort zu ortsständigen, gewebstypischen Makrophagen. Mit ihrer Fähigkeit zur Aufnahme und Zerstörung von Krankheitserregern, Zelltrümmern und körperfremden Substanzen und zur Stimulierung anderer Immunzellen spielen sie eine wichtige Rolle in der Immunreaktion.
Innerer Hohlraum vieler Knochen, v. a. der langen Röhrenknochen, der Beckenknochen und der platten Knochen wie z. B. Schädel, Rippen und Brustbein. Enthält das Knochenmark.
Knochenmarkriesenzellen. Vorläuferzellen der Thrombozyten. Ein Megakaryozyt entsteht im Knochenmark durch wiederholte Kernteilung aus seiner Vorläuferzelle, dem Megakaryoblasten. Megakaryozyten zerfallen in die kernlosen Thrombozyten. Im normalen Blutbild sind keine Megakaryozyten vorhanden.
Vorläuferzellen der Makrophagen mit unsegmentiertem Kern, die rund drei Tage im peripheren Blut kreisen, bevor sie in verschiedene Gewebe einwandern und dort zu gewebsspezifischen, ortsständigen Makrophagen ausreifen. Die Monozyten machen ca. fünf Prozent der Leukozyten im peripheren Blut aus.
Verminderung der Zahl der Monozyten im Blut; die untere Normgrenze liegt bei 200 Zellen pro Mikroliter. Gegensatz: Monozytose
Erhöhung der Zahl der Monozyten im Blut auf mehr als 8 Prozent, z. B. in der Erholungsphase nach einer Infektion oder Chemotherapie (monozytäre Abwehrphase), aber auch bei Malaria oder Hepatitis. Gegensatz: Monozytopenie
Jüngste Vorläuferzellen der Granulozyten im Knochenmark. Myeloblasten gehen direkt aus den Knochenmarkstammzellen hervor und reifen im Markraum heran.
Zusammenfassende Bezeichnung für chronische Erkrankungen des Knochenmarks, die zu Veränderungen des Aussehens der verschiedenen Blutzellen und zu einer ineffizienten Blutbildung führen.
Das Knochenmark betreffend.
Ein von Knochenmarkzellen ausgehender solider Tumor.
Vorläuferzellen der Granulozyten im Knochenmark. Myelozyten stammen von den Myeloblasten ab und kommen normalerweise im peripheren Blut nicht vor.
Kindliches Blut, das nach der Abnabelung noch in der Nabelschnur und in der Plazenta vorhanden ist, reich an Stammzellen. Das Nabelschnurblut wird unter normalen Umständen gemeinsam mit der Plazenta entsorgt.
Spende von kindlichem Blut aus der Nabelschnur. Das Blut wird direkt nach der Abnabelung aus der Nabelschnur und der Plazenta entnommen. Anschließend werden die darin enthaltenen Stammzellen entnommen und können zur Behandlung von Kindern und Erwachsenen verwendet werden.
Künstlich herbeigeführte Bewusst- und Schmerzlosigkeit durch Narkotika im Rahmen eines operativen Eingriffs.
Siehe auch > Anästhesie
Bezeichnung für alle malignen Lymphome außer der Lymphogranulomatose (Hodgkin-Lymphom). Die Erkrankungen gehen vom lymphatischen Gewebe, z. B. der Lymphknoten, der Tonsillen, der Milz oder anderer Organe aus.
Regionale Anästhesieform mit Betäubung der unteren Körperhälfte durch Injektion eines Betäubungsmittels in die Nähe der Nerven, die aus dem Rückenmarkkanal austreten.
Gewinnung von Stammzellen aus dem Blut nach Stimulierung der Stammzellproduktion mittels eines körpereigenen, hormonähnlichen Stoffes (G-CSF). Mit einem Zellseparator werden die Stammzellen aus dem Blut gesammelt. > "Stammzellentnahme, periphere"
Einführen einer Punktionskanüle zur Entnahme von Körperflüssigkeit oder Gewebe, z. B. Venenpunktion zur Blutentnahme oder Punktion des Beckenkamms zur Entnahme von Knochenmark.
Spezielle Hohlnadel für Punktionen.
Spezielle Hohlnadel, mit der bei der Beckenkammpunktion das Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen wird.
Im Wirbelkanal liegender röhrenförmiger Teil des zentralen Nervensystems. Wird manchmal mit dem Knochenmark verwechselt, es handelt sich aber um ein völlig anderes Gewebe, das – außer dem Wortteil „Mark“ im Namen – keinen Bezug zum Knochenmark hat.
Umschriebene Betäubung einer Körperregion durch Injektion eines Betäubungsmittels in die Nähe der Nerven, die diese Region versorgen.
Blutarmut als Folge eines Versagens der Blutbildung. Es besteht eine extreme Verminderung aller Arten von Blutkörperchen.
Hier: Blut bildende Stammzellen sind die Mutterzellen aller Blutzellen (weiße und rote Blutzellen sowie Blutplättchen). Sie werden im Knochenmark gebildet und von dort ins periphere Blut ausgeschwemmt. Es gibt noch andere Arten von Stammzellen.
Stammzellen, die im Gegensatz zu den embryonalen Stammzellen auch nach der Geburt noch im Organismus vorhanden sind und aus denen während der gesamten Lebensdauer neue spezialisierte Zellen gebildet werden. Adulte Stammzellen sind zum Beispiel im Knochenmark, in der Haut und in der Leber zu finden.
Stammzellen, die aus einem durch künstliche Befruchtung entstandenen Embryo gewonnen wurden. Pluripotent, besitzen also noch die Möglichkeit, sich zu verschiedenen Organzellen zu differenzieren.
Siehe auch > Stammzellen, pluripotente
Stammzellen, die in der Lage sind, sich zu jedem Zelltyp eines Organismus zu differenzieren.
Methode der Stammzellentnahme. Der Spender erhält über fünf Tage hinweg einen Wachstumsfaktor injiziert. Dieser hormonähnliche Stoff (G-CSF) wird vom Körper zum Beispiel bei Infektionen produziert, er kann seit einiger Zeit künstlich hergestellt werden. Der Wachstumsfaktor bewirkt, dass die Stammzellen, die sich sonst überwiegend im Knochenmark befinden, in relativ großer Zahl ins fließende Blut übergehen.
Nach Abschluss der Vorbehandlung können die Stammzellen mit einem speziellen Verfahren (Apharese) aus dem Blut gewonnen werden. Dazu werden an beiden Armen venöse Zugänge gelegt. Das Blut wird an einem Arm entnommen, fließt durch einen so genannten Zellseparator und anschließend über den anderen Arm zurück in den Körper. Der Zellseparator trennt die Stammzellen durch Zentrifugation ab und sammelt sie für die Transplantation.
Die periphere Stammzellentnahme erfolgt an maximal zwei aufeinander folgenden Tagen in einer Spezialklinik. Der Spender muss nicht stationär aufgenommen werden. Der Körper bildet das entnommene Knochenmark innerhalb von zwei Wochen neu.
Siehe auch > Beckenkammpunktion
Es gibt bislang zwei Methoden, Stammzellen zu entnehmen: die Knochenmarkentnahme und die periphere Stammzellentnahme.
Behandlungsverfahren, bei denen körpereigene Stammzellen oder Stammzellen eines Spenders eingesetzt werden, z. B. zur Behandlung verschiedener Krebserkrankungen.
Bei einer Stammzelltransplantation werden Stammzellen (hier die eines Fremdspenders) mittels eines zentralen Venenkatheters in die Blutbahn des Patienten übertragen. Die Stammzellen suchen sich von selbst ihren Weg in die Knochenhohlräume des Patienten und nehmen hier, wenn keine Komplikationen eintreten, ihre Produktion von neuen, gesunden Blutzellen auf.
Entnahme einer Knochenmarkprobe aus dem Brustbein (Sternum) mit einer Punktionsnadel unter Lokalanästhesie. Die mikroskopische Untersuchung der Knochenmarkprobe lässt Rückschlüsse auf verschiedene Blutkrankheiten zu.
Brustbein, schwertförmiger, platter, in der Mitte des Brustkorbs gelegener Knochen, an dem seitlich die Rippen ansetzen.
Kontrollierte Anwendung radioaktiver Strahlen zur Behandlung von bösartigen Erkrankungen.
Wellen- oder Korpuskularstrahlung (Teilchenstrahlung), die beim Kontakt mit fester Materie den Atomen oder Molekülen unter Energieverlust Elektronen entzieht, so dass Ionen entstehen.
In der Thymusdrüse gereifter und geprägter Lymphozyt, auch thymusabhängiger Lymphozyt oder kurz T-Zelle. Die Vorläuferzellen der T-Lymphozyten stammen aus dem Knochenmark, wandern in der frühen Kindheit in den Thymus ein und erhalten dort u. a. ihre Fähigkeit zur Unterscheidung körpereigener und körperfremder Strukturen. Nach dieser Ausdifferenzierung siedeln sie sich in anderen Organen des lymphatischen Systems an, vor allem in der Milz und den Lymphknoten. Ausgereifte T-Lymphozyten sind Träger der zellvermittelten Immunität und übernehmen im Rahmen der körpereigenen Abwehr unterschiedliche Aufgaben.
„Mittelmeeranämie“. Erblich bedingte Blutkrankheit, die mit einer Bildungsstörung des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) einhergeht. Je nach Art der erblichen Schädigung kann eine schwere (Thalassämie maior) oder eine leichte (Thalassämie minor) Verlaufsform auftreten. Ein hauptsächliches Symptom der Thalassämie ist eine unterschiedlich ausgeprägte Blutarmut (Anämie). Die Thalassämie tritt vor allem in der Bevölkerung des Mittelmeerraumes auf.
Bildung der Thrombozyten im Knochenmark aus pluripotenten Stammzellen, die zu Megakaryozyten ausreifen und in einzelne Thrombozyten zerfallen.
Blutplättchen, kleinste Zellen des Blutes, die den Gerinnungsvorgang bewirken.
Das Transfusionsgesetz (TFG) von 1998 regelt die Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen, wie z. B. Blutstammzellen, sowie deren Anwendung am Menschen. Es hat darüber hinaus den Zweck, für eine gesicherte und sichere Versorgung der Bevölkerung mit Blutprodukten zu sorgen und deshalb die Selbstversorgung mit Blut und Plasma auf der Basis der freiwilligen und unentgeltlichen Blutspende zu fördern.
Zellen, Gewebe oder Organe, die von einem Spenderorganismus auf einen Empfängerorganismus übertragen werden, z. B. bei völligem Funktionsausfall eines Organs im Körper des Empfängers.
Siehe auch > Transplantation
> Graft-versus-Host-Reaktion
Abstoßung eines Transplantats durch den Empfängerorganismus aufgrund von Immunreaktionen (Wirt-Transplantat-Reaktion). Bei der Transplantatabstoßung stimmen die genetisch festgelegten Oberflächenstrukturen auf den Zellen des Spenderorgans (Histokompatibilitätsantigene) nicht ausreichend mit denen des Empfängerorganismus überein. Sie werden vom Immunsystem des Empfängers als fremd erkannt und zerstört. Um einer solchen Reaktion vorzubeugen, wird das Immunsystem des Empfängers vor und nach der Transplantation mit Medikamenten und/oder Bestrahlung künstlich geschwächt (Immunsuppression).
Siehe auch > Transplantation
Siehe auch > Abstoßungsreaktion
Übertragung von Zellen, Geweben oder Organen eines Spenders auf einen Empfänger (allogene Transplantation) oder an andere Stellen des eigenen Körpers (autogene Transplantation). Durch eine Transplantation werden erkrankte, nicht mehr funktionstüchtige oder schwer verletze Organe ersetzt. Man unterscheidet:
1. die autogene Transplantation (Spender und Empfänger sind identisch).
2. die allogene oder homologe Transplantation (Empfänger und Spender sind genetisch unterschiedlich, jedoch von der gleichen Spezies).
3. die xenogene Transplantation (Übertragung von tierischen Organen auf den Menschen).
Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse, insulinproduzierende Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, Herz, Lunge, Blutgefäße, Knochen, Knochenmark, Haut sowie die Hornhaut des Auges werden heute mit einigem Erfolg transplantiert. Mögliche Abstoßungsreaktionen hängen mit der Übereinstimmung des körperfremden Gewebes mit dem Gewebe des Empfängers zusammen, der Histokompatibilität. Bei gravierenden Abweichungen der Leukozytenoberflächenstrukturen (Histokompatibilitätsantigene) von Spender und Empfänger wird das Transplantat vom Immunsystem des Empfängers zerstört. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Abstoßung ist umso geringer, je enger Spender und Empfänger genetisch verwandt sind. Um bei genetisch nicht identischen Geweben eine Abstoßung zu vermeiden, wird das Immunsystem des Empfängers vor und nach der Transplantation medikamentös künstlich geschwächt (Immunsuppression).
Personen, bei denen eine Bestimmung der Gewebemerkmale durchgeführt wurde. Aufgrund dieser Untersuchung kann entschieden werden, wer für einen bestimmten Patienten als Spender von Stammzellen geeignet ist.
Narkoseart, bei der der Patient schläft und die zu einer völligen Betäubung führt.
Griechisch: von artfremder Herkunft.
Siehe auch > autogen
Siehe auch > allogen
Spezielles Gerät, welches das Blut mit Hilfe einer Zentrifuge in seine verschiedenen Bestandteile (in rote oder weiße Blutkörperchen und Blutplättchen) aufteilen kann. Damit können die Stammzellen aus dem zirkulierenden Blut getrennt werden, während die anderen Blutbestandteile dem Spender wieder zurücktransfundiert werden.
Physikalisches Verfahren, das z.B. zur Trennung von Flüssigkeiten eingesetzt wird (Schleuderprinzip).
Zentrales Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland
Bezeichnung für eine Gruppe chemisch unterschiedlicher Substanzen, die die Zellteilung verhindern oder stark verzögern, indem sie in den Stoffwechsel der Zellen eingreifen. Zytostatika kommen bei der Behandlung von bösartigen Tumoren zum Einsatz. Tumorzellen unterliegen nicht mehr der zelleigenen Kontrolle über Wachstum und Teilung, deshalb vermehren sie sich schneller als gesunde Körperzellen. Zytostatika können gezielt das Wachstum von Tumorzellen verhindern. Da Zytostatika auch in den Vermehrungs- und Wachstumsstoffwechsel von gesunden Zellen eingreifen, kann es bei einer Therapie mit Zytostatika zu erheblichen Nebenwirkungen (z. B. Verdauungsstörungen, Haarausfall) kommen. Zu den Zytostatika gehören u. a. die Antimetaboliten, die wichtige, zelleigene Substanzen verdrängen und somit lebenswichtige Stoffwechselvorgänge innerhalb der Zelle blockieren. Alkylanzien hemmen die Zellteilung durch Blockierung der DNS-Synthese. Die Wahl der zytostatischen Substanz für eine Tumortherapie ist von der Art des Tumors abhängig, da die verschiedenen Tumorzellen in unterschiedlicher Weise auf die einzelnen Zytostatika reagieren.
Siehe auch > Chemotherapie