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Informationen rund um
die Stammzellspende

Was passiert nach der Registrierung? Wie findet man den lebensrettenden Spender? Wie genau läuft eine Stammzellspende ab? Hat Knochenmark etwas mit Rückenmark zu tun? Hier beantworten wir Ihre Fragen. Weitere Antworten auf grundlegende Fragen bekommen Sie in unseren „Häufigen Fragen“.

BITTE wählen Sie Ihr Thema

Analyse der Gewebemerkmale
Nachdem Ihre Blutprobe oder Ihr Wangenabstrich bei uns eingegangen ist, findet die Typisierung statt. Dabei bestimmt ein Labor Ihre individuellen Gewebemerkmale
(HLA-Merkmale). Nach der Typisierung übermitteln wir Ihre Gewebemerkmale zusammen mit Ihrer Spendernummer in anonymisierter Form an das ZKRD Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland in Ulm und an das National Marrow Donor Program (NMDP) in den USA.

Ab diesem Zeitpunkt stehen Ihre Gewebemerkmale für die Suche von Patienten aus der ganzen Welt zur Verfügung. Sollten Ihre Gewebemerkmale mit denen eines Patienten übereinstimmen, so nimmt die DKMS Kontakt zu Ihnen auf.

Um im Falle einer Übereinstimmung eines Spenders mit einem Patienten lebenswichtige Zeit zu sparen, führen wir bei allen Neuaufnahmen hochaufgelöste (sehr detaillierte) Typisierungen der zehn wichtigsten, für die Transplantation relevanten Gewebemerkmale durch. So sparen wir weitere Analysen und damit wichtige Zeit, da man direkt erkennen kann, ob ein Spender zu einem Patienten passt.

Ihre Adresse ist lebenswichtig
Wenige Wochen nach Ihrer Registrierung erhalten Sie per Post von uns Ihre persönliche Spendercard, auf der Ihre Spendernummer vermerkt ist. Bitte geben Sie diese Nummer an, wenn Sie mit uns in Kontakt treten, wenn Sie uns beispielsweise Ihre neue Adresse mitteilen möchten. Auch in den folgenden Jahren werden wir den Kontakt zu Ihnen beibehalten. So gewährleisten wir, dass Sie über die lebenswichtige Arbeit der DKMS auf dem Laufenden bleiben und wir stets Ihre aktuelle Adresse und Kontaktdaten haben. Denn nur so können wir Sie im Falle einer Übereinstimmung mit einem Patienten sicher erreichen.

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Nach unserer Erfahrung kommt es bei höchstens fünf von hundert potenziellen Stammzellspendern innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Stammzellspende. Für junge Spender beträgt die Wahrscheinlichkeit etwa 1 Prozent innerhalb des ersten Jahres nach der Typisierung. Doch was passiert, wenn Ihre Gewebemerkmale tatsächlich passen?

Gesundheitscheck und Bestätigungstypisierung – Confirmatory Typing (CT)
Sie erhalten einen ausführlichen Gesundheitsfragebogen, damit mögliche aktuelle Ausschlusskriterien für eine Spende frühzeitig erkannt werden können.

Anschließend erfolgt eine Bestätigungstypisierung (CT), bei der Ihre Gewebemerkmale anhand einer weiteren Blutprobe nochmals analysiert werden. Die CT kann bei Ihrem Hausarzt erfolgen oder Sie suchen über unsere Ärztesuchmaschine einen Arzt in Ihrer Nähe, der sich bei uns für die Bestätigungstypisierung angemeldet hat.

Bei Spendern, die vor 2010 in die Datei aufgenommen wurden, kann es in Einzelfällen zu weiteren Typisierungen kommen (DR- und DQ-Typisierung), da die Gewebemerkmale dieser Genorte gegebenenfalls noch nicht analysiert wurden.

Des Weiteren wird Ihr Blut auf bestimmte Infektionserreger wie z.B. HIV oder Hepatitisviren geprüft. Anhand dieser Ergebnisse wird entschieden, ob Sie zu hundert Prozent der passende Spender für Ihren Patienten sind. Für Fragen rund um die Stammzellspende steht Ihnen ab diesem Zeitpunkt ein persönlicher Ansprechpartner des medizinischen Service-Zentrums der DKMS (CMS) zur Verfügung. Das medizinische Service-Zentrum ist offizieller Partner der DKMS.

Ihre Entscheidung zum Lebensspender
Ob Sie nach den oben genannten Voruntersuchungen letztendlich als Spender ausgewählt werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der gesundheitlichen Situation des Patienten. Werden Sie tatsächlich als Spender ausgewählt, sollten Sie sich endgültig entscheiden, ob Sie für den Patienten zur Verfügung stehen. Nach einer abschließenden gesundheitlichen Untersuchung und Aufklärung durch einen Arzt erfolgt eine schriftliche Einverständniserklärung zur Spende.

Etwa eine Woche vor dem Transplantationstermin beginnt für den Patienten die Vorbereitungsphase, bei der sein krankes Knochenmark durch Chemo- und unter Umständen auch durch Strahlentherapie zerstört wird. Ab diesem Zeitpunkt kann der Patient ohne nachfolgende Übertragung gesunder Stammzellen des Spenders nicht überleben.

Wie läuft eine
Stammzellspende ab?
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Stammzellen befinden sich in allen Knochen, in hoher Anzahl vor allem im Beckenkamm, und können mit Hilfe von zwei unterschiedlichen Methoden gewonnen werden. Welches Verfahren angewendet wird, richtet sich nach den Bedürfnissen des Patienten. Nach Möglichkeit wird auf die Wünsche der Spender Rücksicht genommen. Es kommt vor, dass der Spender aus medizinischen Gründen nur für eines der Entnahmeverfahren geeignet ist.

1. Die periphere Entnahme von Stammzellen (Apherese)
In ca. 80 % der Fälle wird die Entnahme von Stammzellen peripher durchgeführt. Bei dieser Methode spritzen Sie sich über fünf Tage hinweg einen Wachstumsfaktor (hormonähnlicher Stoff) unter die Haut. Dieser Stoff mit dem Namen G-CSF bewirkt, dass die Stammzellen, die überwiegend im Knochenmark vorkommen, vermehrt produziert und ins fließende Blut ausgeschwemmt werden.

Nach Abschluss dieser Vorbehandlung können die Stammzellen über ein spezielles Verfahren (Apherese) aus dem Blut gesammelt werden. Dazu werden an beiden Armen venöse Zugänge gelegt. Das Blut fließt von einem Arm durch einen Zellseparator und über einen zweiten Zugang in den Körper zurück. Diese Methode erfolgt ambulant, ohne Einsatz von Narkose und dauert in der Regel mindestens vier Stunden. In 20 % der Fälle muss die Apherese am nächsten Tag wiederholt werden, um genug Stammzellen zu gewinnen.

Dieses Verfahren wird in der Medizin seit 1988 angewandt, bei DKMS-Spendern seit 1996. Während der Einnahme des Medikaments können grippeähnliche Symptome auftreten. Langzeitnebenwirkungen sind nach dem heutigen Forschungsstand nicht belegt. Um dies weiter zu verfolgen, stehen wir mit unseren Lebensspendern in regelmäßigem Kontakt.

2. Die Knochenmarkentnahme
Bei der Entnahme aus dem Knochenmark (nicht zu verwechseln mit dem Rückenmark) wird dem Spender unter Vollnarkose ca. ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen. In dem Gemisch sind ca. 5 Prozent des Gesamtknochenmarks, das sich innerhalb von etwa zwei Wochen vollständig regeneriert. Für die Entnahme genügen in der Regel zwei kleine Schnitte und einige Einstiche im Bereich des hinteren Beckenknochens. Die Schnitte sind so klein, dass sie mit nur wenigen Stichen oder oft überhaupt nicht genäht werden müssen und rasch verheilen. Die Entnahme dauert etwa 60 Minuten. Inklusive Aufnahme, Knochenmarkentnahme und Beobachtung verbleiben Sie zwei bis drei Tage im Krankenhaus.

Das Risiko bei dieser Methode ist für Sie gering. Es beschränkt sich im Wesentlichen auf das übliche Narkoserisiko. Nach der Entnahme kann für einige Tage ein lokaler Wundschmerz auftreten – ähnlich dem einer Prellung. Sehr selten kann es auch zu länger andauernden Schmerzen kommen.

Lesen Sie persönliche Erfahrungsberichte von Spendern.
Mit diesen Entnahmezentren arbeiten wir zusammen.
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Wie findet man einen Stammzellspender? – Grundlagen der Spendersuche
Sie kommen als Spender für einen bestimmten Patienten in Frage, wenn Ihre Gewebemerkmale, die sog. HLA-Merkmale (Humane-Leucozyten-Antigene), mit denen des Patienten übereinstimmen.

Zurzeit gibt es über 7.000 bekannte Gewebemerkmale, die in Abermillionen Kombinationsmöglichkeiten auftreten können. Die Wahrscheinlichkeit einen geeigneten Spender außerhalb der Familie zu finden ist relativ gering – sie liegt derzeit bei 1:20.000 bis zu 1: mehreren Millionen. Die Suche nach einem passenden Spender beginnt daher zuerst innerhalb der Familie. 

Familiensuche

Innerhalb der Familie ist die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Spender und Patient am größten. So werden derzeit in Deutschland für ca. 30 % der Patienten geeignete Spender innerhalb der Familie gefunden. Die Einzelwahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung zwischen zwei Geschwistern liegt dabei zum Beispiel bei 25 %, da jedes Kind seine Gewebemerkmale jeweils zur Hälfte von Vater und Mutter erbt.

Zuerst prüft die behandelnde Klinik deshalb, ob sich die Geschwister des Patienten als Spender eignen. Ist dies erfolglos, weitet man die Suche auf die weitere Verwandtschaft aus. In der Regel wird so ein Stammbaum der Familie mit den entsprechenden Gewebemerkmalen erstellt.

Wenn innerhalb der Familie kein passender Spender vorhanden ist, beginnt die Suche nach einem nicht verwandten Spender (unverwandter Fremdspender).


Fremdspendersuche
Bei erfolgloser Familientypisierung erteilt das immungenetische Institut in Absprache mit dem behandelnden Arzt den Auftrag zur Suche eines Fremdspenders beim ZKRD Zentrales Knochenmarkspender-Register Deutschland in Ulm. Wenn von der Krankenkasse des Patienten eine Kostenübernahme der Suchpauschale und eine Einverständniserklärung des Patienten vorliegen, erhält das suchende Institut die anonymisierten Daten aller geeigneten Spender vom ZKRD.

Leider findet allein in Deutschland jeder fünfte Patient noch keinen passenden Spender. Daher ist es notwendig, dass die DKMS ihre Datei weiter ausbaut und neue Spender registriert.

Um auch die Situation für Patienten aus anderen Ländern zu verbessern, bemüht sich die DKMS die Vielfalt der Gewebemerkmale in Ihrer Datei stetig zu erhöhen. Zum Beispiel durch das Minoritätenprogramm, das auf Menschen mit Migrationshintergrund abzielt, da diese häufig andere Gewebemerkmale aufweisen als deutschstämmige Spender.

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Trotz unserer Bemühungen die Öffentlichkeit über die Stammzellspende aufzuklären, existiert eine Reihe von Vorurteilen. Nachfolgend unterziehen wir die geläufigsten Vorurteile einem Fakten-Check.

1. Vorurteil/Falsch:
„Stammzellen werden dem Rückenmark entnommen.“

Fakt:
Rückenmark (ein Teil des zentralen Nervensystems) und Knochenmark (das wichtigste blutbildende Organ des Menschen) werden häufig verwechselt. Das Rückenmark des Spenders bleibt unberührt. Das Knochenmark bzw. die Stammzellen werden – wenn die Entnahme mit dem operativen Eingriff erforderlich ist – aus dem Beckenkamm entnommen. Die Entnahme erfolgt unter Vollnarkose.

2. Vorurteil/Falsch:
„Für die Stammzellspende ist immer eine Operation nötig.“

Fakt:
Neben dem operativen Eingriff – der Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm – gibt es eine weitere Möglichkeit, Stammzellen zu spenden: Mit ca. 80 % ist die sogenannte periphere Stammzellentnahme sogar die am häufigsten durchgeführte. Dabei werden Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt. Dies geschieht ambulant ohne Narkose. 

3. Vorurteil/Falsch:
„Wenn ich Stammzellen weggebe, dann fehlen sie mir irgendwann einmal.“

Fakt:
Der Körper bildet die Stammzellen innerhalb von zwei Wochen neu. Das Verfahren ist mit einer Blutspende vergleichbar und führt nicht zu einem dauerhaften Verlust der Stammzellen.

4. Vorurteil/Falsch:
„Der Spender muss die gleiche Blutgruppe wie der Patient haben.“

Fakt:
Bei der Stammzelltransplantation kommt es nicht auf die Übereinstimmung der Blutgruppen an, sondern auf die möglichst genaue Übereinstimmung der Gewebemerkmale
(HLA-Merkmale) zwischen Spender und Patient. Eine nahezu 100 %ige Übereinstimmung zu finden, ist sehr kompliziert und wird deshalb mit der sprichwörtlichen Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen verglichen. Kommt es zur Spende, dann übernimmt der Empfänger mit den Stammzellen auch die Blutgruppe seines Spenders.

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