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20.08.2021

Mama, du musst im Himmel noch auf mich warten!

Clara ist gerade einmal fünf Jahre alt. Vor drei Monaten erhielt das kleine Mädchen die Diagnose Blutkrebs – akute Leukämie. Papa Carsten ist außer sich vor Angst und Sorge. Vor zwei Jahren starb bereits Claras Mama an einem Hirntumor. Carsten versucht alles, um Clara glücklich zu machen und die Mama zu ersetzen. Die beiden sind ein umwerfendendes Team, halten zusammen wie Pech und Schwefel. Jetzt müssen sie noch stärker sein, denn Clara will leben. Carsten will sein einziges Glück nicht verlieren. Clara kämpft. Doch um zu überleben, braucht sie eine Stammzellspende. Papa Carsten: „Bitte registriert euch. Clara muss gesund werden. Sie ist mein Ein und Alles. Ein Leben ohne meine Tochter ertrage ich nicht. Bitte helft uns!“

2007: Antonella macht eine Ausbildung zur Krankenschwester. Da lernt sie Carsten kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Er ist ihr Ausbilder, sie seine Schülerin. Das stört beide wenig. Sie haben sich gefunden und wollen eine gemeinsame Zukunft. Vor fünf Jahren kommt Clara zur Welt. Ihr Glück scheint perfekt. Doch dann erkrankt Antonella an einem Hirntumor. Während ihrer Erkrankung stürzt sie und erleidet ein Schädelhirntrauma. Sie stirbt in der gleichen Nacht. Zwölf Jahre waren sie ein glückliches Paar, drei Jahre eine glückliche Familie. Zurück bleiben die dreijährige Clara und ein verzweifelter Vater. Doch die Familien halten zusammen, die Großeltern tun alles, damit Carsten und Töchterchen Clara weiterleben können.

Clara mit ihrer verstorbenen Mama Antonella

Langsam finden die beiden ins Leben zurück. Antonella ist immer dabei: „Clara spricht jeden Tag mit ihrer Mama. Sie ist ihr Schutzengel im Himmel und hat eine große Bedeutung“, erklärt Carsten. Er arbeitet wieder als selbstständiger Pflegesachverständiger, Clara geht in den Kindergarten. Inzwischen sind die beiden ein unschlagbares Team – sie tollen durch die Natur, kochen zusammen, kuscheln, Carsten zeigt Clara die Welt. Alles scheint wieder in eine gute Richtung zu laufen. Doch dann kommt alles anders. Im Mai bekommt Clara Fieber, leidet unter Übelkeit, ihre Haut sieht leicht gelblich aus. Nach drei Tagen verschlimmert sich ihr Zustand. Es ist Sonntag, Carsten wendet sich an den kinderärztlichen Notdienst. Der findet keine Ursache für ihre Symptome. Zwei weitere Tage vergehen, Clara klagt nun auch über Bauchschmerzen. Carsten geht mit ihr zum Kinderarzt. Im Ultraschall zeigt sich, dass Clara Flüssigkeit im Bauchraum hat. Sie wird in die Klinik überwiesen. Nun beginnt eine vierwöchige Odyssee. Clara muss unzählige Untersuchungen über sich ergehen lassen. Dann die erschütternde Nachricht: Die Kleine hat Blutkrebs!

Sofort wird in der Uniklinik Mainz mit der ersten Chemotherapie begonnen. Da Clara keine Geschwister hat und nur eine Stammzelltransplantation ihr Leben retten kann, wird sofort der Fremdspendersuchlauf gestartet. Doch bislang konnte weltweit kein:e passende:r Spender:in gefunden werden. „Die Nachricht war wie ein Dé­jà-vu. Ein absoluter Schock. Das ist weder begreifbar noch auszuhalten. Ich dachte nur eines: Bitte nicht schon wieder. Das überlebe ich nicht. Die Situation war 1:1. Clara liegt nicht weit von dem Zimmer entfernt, in dem meine Frau gestorben ist. Damals sagte man uns, es werde alles gut. Jetzt auch. Ich glaube nichts mehr“, erklärt Carsten.

Clara während der Chemotherapie

Doch die Ärzte der Kinderonkologie fangen ihn auf, verstehen, dass er durch den Tod seiner Frau und der schweren Erkrankung seines Kindes traumatisiert ist. Er fasst wieder Vertrauen, fühlt sich medizinisch und psychisch gut aufgehoben: „Von der Reinigungskraft bis zum Chefarzt – alle sind für einen da. Das ist wirklich toll und nicht selbstverständlich.“ Jeden Tag ist er bei Clara im Krankenhaus. „Sie ist meine kleine wilde Hilde. Clara ist sehr sozial, neugierig, abenteuerlustig, sie singt und tanzt leidenschaftlich gerne. Wenn man morgens um sieben Uhr auf der Station jemanden laut singen hört, dann ist es Clara. Sie lässt sich nicht unterkriegen. Das gibt mir die nötige Kraft, weiter zu kämpfen“, berichtet Carsten.

Eine Situation ist und bleibt dennoch schwierig. Er arbeitet selbstständig, durch die Coronakrise sind all seine Rücklagen aufgebraucht. Seit der Erkrankung seiner Tochter weicht er nicht mehr von ihrer Seite, kann nicht mehr arbeiten, ist finanziell am Ende. Hilfe findet er durch den Förderverein krebskranker Kinder Mainz – schnell und unbürokratisch. Aber auch diese Hilfe ist begrenzt. Er muss für die Zukunft planen. Ohne seine und Antonellas Eltern, die in Claras Leben eine große Rolle spielen, wäre er verloren. „Aber was soll ich tun? Nach dem ersten Schock habe ich die Situation angenommen, wie sie ist. Klagen und jammern hilft nicht. Ich funktioniere. Das muss ich auch, denn Clara braucht mich. Jetzt mehr denn je. Nur abends, wenn ich alleine bin und alles still ist, darf ich auch mal loslassen und muss nicht stark sein.“

Clara mit ihrem Papa Carsten

Die beiden haben einen großen Wunsch: Sie möchten zu zweit in ein einfaches Ferienhaus nach Norwegen reisen, in einem Fjord baden, Elche gucken und Zeit füreinander haben. Sorglos und einfach einmal ganz unbeschwert. Um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, bittet Carsten dringend um Hilfe: „Bitte helft mir, dass ich meine Tochter nicht auch noch verliere. Clara ist das tollste Mädchen, was es gibt. Ihr kleines Herz muss weiterschlagen. Deshalb: Bitte lasst euch registrieren. Mit eurer Teilnahme schenkt ihr Clara, aber auch vielen anderen Betroffenen, die Hoffnung auf das Größte, was es gibt – einfach nur leben zu dürfen! Allen, die sich an dieser Aktion beteilige, danke ich von ganzem Herzen“, erklärt Carsten im Namen der ganzen Familie.

Registriere dich als Stammzellspender:in. Erhöhe Claras Chance auf ein weiteres Leben und die von vielen anderen suchenden Patient:innen. Danke!

Weitere Möglichkeiten zu helfen

Du kannst die DKMS auf vielfältige Weise unterstützen und damit vielen Blutkrebspatienten neue Hoffnung auf Leben geben.
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