Kampagnen & Aktivitäten
17.09.2021

Sei mein Held!

Juni 2021. Der lebensfrohe und lustige Finn hat seinen letzten Tag in der Kita und seine Einschulung schon vor Augen. BÄM! Wie aus dem Nichts erhält er die Diagnose Blutkrebs. Aus dem fröhlichen, kleinen Frechdachs wird ein schwer krankes Kind. Ein unfassbarer Doppelschlag, denn auch sein Vater erkrankt im März 2021 an Krebs! Finns größter Wunsch ist es gesund zu werden und mit seinem Papa zu einem Timmy Trumpet Konzert zu gehen.

Finn ist ein lebhafter und charakterstarker Junge. Er hat viele Freunde und ist am liebsten draußen. Mit dem Hund durch den Wald streunen, auf Bäume klettern, Käfer sammeln – das ist seine Welt. Im Sommer ist er oft im Garten der Großeltern, denn die haben einen Pool. Ein Traum für jedes Kind. Er liebt es, mit Papa Hendric actionreiche Ausflüge zu unternehmen, Mama Nicole ist für Kuscheln und Toben zuständig. Er freut sich unbändig auf den ersten Schultag. Wenn er groß ist, möchte er Müllmann werden. Das weiß er jetzt schon. Eine schöne unbeschwerte Welt. Doch im März bekommt diese Welt plötzlich Risse. Hendric bemerkt an seinem Hals vergrößerte Lymphknoten. Nach einer wochenlangen Ärzteodyssee dann die Gewissheit: Lymphdrüsenkrebs! Er bekommt Chemotherapie, hat viele Nebenwirkungen, aber Hendric kämpft. Nicht nur für sich, sondern auch, weil er seinen Sohn Finn ins Leben begleiten will. Noch weiß er nicht, wie es weitergeht. Die Behandlungen dauern an, Ergebnisse stehen noch aus.

Finn mit Mama und Papa

Dann klagt Finn Anfang Juni über Bauschmerzen. Nicole sucht ihre Kinderärztin auf, die zunächst von einem Magen-Darm-Infekt ausgeht. Doch zu Hause verschlechtert sich sein Zustand rapide. Finn ist ständig übel, er hat heftige Gelenkschmerzen, ist extrem müde und blass. Wieder sucht Nicole ihre Kinderärztin auf. Diese erkennt sofort, wie sehr er innerhalb von fünf Tagen abgebaut hat. Sie tastet ihn ab, Milz und Leber sind stark vergrößert. Sofort überweist sie ihn ins Krankenhaus. Dort folgen unzählige Untersuchungen. Dann muss Nicole mit Finn warten. Eine unendlich lange Zeit. So scheint es jedenfalls. Schließlich wird sie im Arztzimmer mit einer niederschmetternden Diagnose konfrontiert: Finn hat Blutkrebs. „Als ich die Nachricht bekam, war ich wie betäubt. Ich wollte es einfach nicht glauben. Doch der Tag war so dramatisch, dass ich im Rückblick schnell verstanden habe, dass das kein Albtraum, sondern Realität war. Das alles kam so plötzlich - ich war vollkommen überfordert. Erst Hendric, jetzt Finn. Das war wie in einem schlechten Film. Und dann immer wieder dieser eine Gedanke: Dein Kind stirbt. Ich habe mich so machtlos gefühlt. So unglaublich hilflos“, erinnert sich Nicole.

Finns Werte sind so schlecht, dass er direkt mit Blaulicht in die Virchow-Klinik auf die Intensivstation gebracht wird, wo er zunächst Sauerstoff, Infusionen und einen Lungenpunktion bekommt. Die Leukämie ist plötzlich im Hintergrund. Jetzt gilt es erst einmal, ihn zu stabilisieren und sein Leben zu retten. Nach vier Tagen kommt Finn auf die Kinderonkologie, wo sofort mit der Chemo begonnen wird. Seine Haare fallen aus, er muss sich oft übergeben, wird ständig mit schmerzhaften Untersuchungen konfrontiert. Das bleibt nicht ohne Folgen: An manchen Tagen hat er Wutanfälle, weiß nicht, wohin mit seinen Emotionen, an anderen Tagen ist er in sich gekehrt und fleht seine Mama einfach nur an, ihm zu helfen. Für beide keine einfache Situation: Von einem auf den anderen Tag wurden beide mitten aus dem Leben gerissen. Seitdem sind sie im Krankenzimmer gefangen. Es gibt keinerlei Sozialkontakte. Corona erschwert die Situation zusätzlich.

Papa Hendric wird parallel mit Chemotherapien behandelt, besucht Finn aber trotzdem so oft es geht. Das hilft Finn, denn Papa weiß, wie es ihm geht. Beide bekommen Chemotherapien, beide haben Nebenwirkungen, beide haben die Haare verloren. Das schweißt zusammen. Keine Minute ist Finn alleine. Nicole weicht nicht von seiner Seite. Nachdem er ein weiteres Mal auf die Intensivstation verlegt wurde und man die Chemotherapie für vier Wochen unterbrechen musste, ist die Leukämie weiter fortgeschritten. Finn kämpft, aber alleine kann er den Kampf nicht gewinnen. Nur eine Stammzelltransplantation kann jetzt noch sein Leben retten. „Wie gerne würde ich meinem Kind all das abnehmen. Zeitweise ging es ihm so schlecht, dass ich nicht wusste, ob ich Finn das noch zumuten kann. Doch dann gibt es wieder Momente der Hoffnung. Ein Löffel Joghurt kann schon glücklich machen. Es gibt keine Alternative: Ich muss stark bleiben. Nur wenn ich stabil bin, kann ich ihm beistehen. Also funktioniere ich seit zwölf Wochen. Nur unter der Dusche oder wenn ich in den Krankenhauspark gehe, um kurz Luft zu holen, kann ich mal loslassen und heulen. Das tut dann richtig gut. Und wenn ich mich gesammelt habe und zurück in unser Krankenzimmer gehe, bin ich wieder der Fels in der Brandung“, berichtet Nicole.

Um Finn und seinen Eltern zu helfen, haben ihre engsten Freunde und Kollegen gemeinsam mit der DKMS eine große Online-Aktion ins Leben gerufen. Denn je mehr Menschen sich jetzt registrieren lassen, desto größer sind die Überlebenschancen für Finn und viele andere Patienten. Nur wer registriert ist, kann auch als Lebensretter:in gefunden werden. Nicole und Hendric bitten die Bevölkerung um Unterstützung: „Wir wollen Finn nicht verlieren. Wie alle Eltern wünschen wir uns nur Eines: Unser Kind aufwachsen zu sehen. Er soll lachen und lieben und die Welt entdecken kann. Deshalb bitten wir alle - zögert nicht, sondern lasst euch registrieren. Das geht schnell und unkompliziert. Und ihr schenkt damit Finn und vielen anderen das Großartigste, was es gibt - die Chance auf ein glückliches Leben.“

Registriere dich als Stammzellspender:in. Erhöhe Finns Chance auf ein weiteres Leben und die von vielen anderen suchenden Patient:innen. Danke!

Weitere Möglichkeiten zu helfen

Du kannst die DKMS auf vielfältige Weise unterstützen und damit vielen Blutkrebspatienten neue Hoffnung auf Leben geben.
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