Kampagnen & Aktivitäten
10.09.2021

TEAM TESS & DU!

Vor fünf Jahren spendet Papa Carsten selbst Stammzellen und schenkt damit einer jungen Frau und ihrer Familie eine Zukunft. Ihn und Mama Anne vereint die Liebe zum Handball. Wunschkind Tess erblickt im Oktober 2019 das Licht der Welt und das Glück scheint perfekt. Doch als das sonst agile Kind Anfang des Jahres nicht mehr laufen möchte, fahren die jungen Eltern ins Krankenhaus. Dort folgt der herbe Schlag – Akute Leukämie. Ungewissheit, Angst und Isolation bestimmen nun ihr Leben. Seit wenigen Tagen wissen Anne und Carsten, dass ihre kleine Tochter es ohne die Hilfe einer Fremdspenderin oder eines Fremdspenders nicht schaffen kann.

2016, nur zwei Jahre nach seiner Registrierung, bekommt Carsten einen Anruf von uns: Er kann Lebensretter werden! Der studierte Journalist befindet sich mit Anne, einer angehenden Ärztin, damals mitten in den Hochzeitsvorbereitungen. Als die Ärzte nach den notwendigen Voruntersuchungen grünes Licht geben, liegt die Hochzeitsfeier erst wenige Tage zurück. „Durch meine Spende habe ich einem Menschen die Chance geschenkt, weiterzuleben zu können. Das war ein absolutes Glücksgefühl“, erinnert sich Carsten. Kurze Zeit später erfährt er das Ziel seiner Stammzellen: Die Empfängerin ist eine junge Frau aus Russland. Als nach zwei Jahren die Kontaktsperre aufgehoben wird, findet Carsten eine bewegende E-Mail in seinem Postfach – sie ist von Elena, der Frau, die er durch seine Stammzellspende gerettet hat. Mithilfe von Elenas Cousine, die als Übersetzerin tätig ist, schreiben sich die beiden seitdem regelmäßig Nachrichten und erfahren immer mehr übereinander. Elena lebt in St. Petersburg, hat zwei Kinder und konnte nach Carstens Stammzellspende wieder vollkommen genesen. Patientin Elena und Spender Carsten sind überglücklich. Nun wollen sich beide unbedingt kennenlernen.

Papa Carsten mit Tess im Krankenhaus

Inzwischen hat sich auch Carstens Leben verändert. Er ist stolzer Papa einer Tochter geworden. Die kleine Tess ist ein fröhliches, offenes und neugieriges Mädchen, das über ausgeprägte soziale Fähigkeiten verfügt. In einem Wort: Tess ist ein Sonnenschein und das ganze Glück der jungen Eltern. Eigentlich könnte alles gut sein und die Geschichte hier ein schönes Ende finden. Doch es kommt anders. Im Dezember 2020 bemerken Anne und Carsten, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmt. Tess hat über einen längeren Zeitraum zunächst unspezifische Merkmale, die für ein Kind in dem Alter alleine betrachtet nicht auffällig sind - blaue Flecken aus der Kita oder ein kleiner Kinderbauch in einer Wachstumsphase sind nicht ungewöhnlich. Als sie dann jedoch kleine Einblutungen an den Unterarmen bemerken und ihr sonst so agiles Kind nicht mehr richtig laufen will, schrillen die Alarmglocken. Erst kontaktieren sie eine befreundete Kinderärztin, dann fahren sie sicherheitshalber in die Notaufnahme, um den Verdacht „Leukämie“ ausschließen zu können. Umso schlimmer ist dann die Bestätigung dieser Krankheit. Tess hat tatsächlich Blutkrebs.

Eine glückliche Familie

Für den Magdeburger und seine Frau bricht eine Welt zusammen: „Die ersten Tage standen wir total unter Schock. Wir haben wirklich nur gezittert. Auf der einen Seite setzt man sich ganz intensiv mit dieser Diagnose auseinander, auf der anderen Seite kann man sie gar nicht wirklich realisieren. Das ist eine absolute Überforderung. Die Ungewissheit, die akute Bedrohung und natürlich die große Angst um das eigene Kind sind kaum aushaltbare Gefühle. Wir sind sehr dankbar, durch unsere Familie und Freunde Halt gefunden zu haben, sodass wir nach der Erstdiagnose schnell Optimismus und Zuversicht geschöpft haben. Die zweite Nachricht, dass die Krankheit trotz Behandlung fortschreitet, war für uns ungleich schlimmer. Denn jetzt war klar war, dass lediglich eine Stammzellenspende Aussicht auf Heilung verspricht und die damit verbundenen Risiken nicht zu unterschätzen sind. Auch wenn wir unseren überlebenswichtigen Optimismus wiedergefunden haben - die permanente Angst um unser Kind bleibt allgegenwärtig“, berichtet Carsten. Seit der Diagnose hat Tess bereits fünf Monate Behandlung hinter sich. Vor fünf Tagen haben drei Intensivblöcke für Hochrisiko-Patienten in Vorbereitung auf eine spätere Stammzellenspende begonnen.

Die Familie ist voller Hoffnung und Zuversicht

Neben ganz vielen Tagen im Krankenhaus, unzähligen Eingriffen und Chemotherapien hat sich Tess verändert: Medikamentenbedingte Gewichtsschwankungen, aber auch Haarausfall sorgen dafür, dass man den Therapieverlauf auch äußerlich stark wahrnehmen kann. Die Eltern weichen nicht von Tess‘ Seite. Sie wissen, dass ihnen ein langfristiger Krankenhausaufenthalt in Isolationsstatus noch bevorsteht. „Trotz der schwierigen Herausforderungen sind wir so dankbar für all die Unterstützung, die wir als Familie, vor allem aber Tess in den letzten Monaten von so vielen Seiten erfährt, dass man einfach mal Danke sagen muss. Der unermüdliche, tägliche Einsatz des medizinischen Personals an der Kinderklinik Magdeburg zaubert Tess trotz Krankheit ein Lächeln auf die Lippen. Das Elternhaus bietet uns einen Rückzugsort in schweren Zeiten und der Magdeburger Förderkreis krebskranker Kinder überrascht die kleinen Patienten öfter mit so vielen tollen Dingen - all das ist nicht selbstverständlich, aber so wertvoll für uns. Das gibt uns die Kraft weiterzukämpfen und stark zu bleiben.“

Registriere dich als Stammzellspender:in. Erhöhe Tess' Chance auf ein weiteres Leben und die von vielen anderen suchenden Patient:innen. Danke!

Weitere Möglichkeiten zu helfen

Du kannst die DKMS auf vielfältige Weise unterstützen und damit vielen Blutkrebspatienten neue Hoffnung auf Leben geben.
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