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18.06.2021

Zwilling sucht Zwilling!

Ella und Lia (rechts im Bild) – die quirligen Zwillinge sind eigentlich unzertrennlich. Eigentlich – denn Lia hat Blutkrebs und liegt nun getrennt von ihrer Schwester im Krankenhaus. Das 5-jährige Mädchen braucht eine Stammzellspende und sucht nun ihren genetischen Zwilling, ihre:n Lebensretter:in. Dabei hat Lia noch so viele Träume. So kann sie es kaum abwarten, in die Schule zu gehen. Auf ihrem Schulranzen soll auf jeden Fall ein Pferd sein. Singen, basteln und spielen zusammen mit Ella und ihren Freundinnen – das liebt Lia sehr. Doch das fröhliche Mädchen, das immer einen Scherz auf den Lippen hat, kämpft gerade um ihr Leben.

Lia ist ein lebensfrohes kleines Mädchen. Offen, voller Energie und immer in Bewegung. Die kleine Pferdenärrin möchte unbedingt reiten lernen und freut sich unbändig auf das erste Schuljahr. Wenn sie groß ist, will sie Ärztin werden und anderen Menschen helfen. Lia singt gerne und kennt viele Lieder auswendig. Mit ihrer Zwillingsschwester Ella imitiert sie Schlagersängerinnen, eine Taschenlampe dient als Mikrofon. Helene Fischer ist ihr großes Idol. Mit Mama Tina basteln und ausgiebig kuscheln, mit Papa Michael im Wald zelten gehen, mit ihren Geschwistern und Kaninchen Lina durch den Garten toben – das ist ihre Welt. Doch plötzlich liegt ein Schatten über ihrem unbeschwerten Leben.

Ende April wird Lia im Zuge einer kinderärztlichen Routineuntersuchung gegen Diphtherie und Keuchhusten geimpft. Kurze Zeit später klagt sie über Schmerzen im linken Ellenbogen und fühlt sich zunehmend geschwächt. Zunächst nichts Beunruhigendes - die Eltern erklären sich die Symptome als Folge der Impfung. Doch das konstitutionell sonst so sportliche Mädchen wird immer schwächer und hat jetzt auch Schmerzen in den Gelenken und in den Oberschenkeln.

Eine glückliche Familie

„Inzwischen hatte ich mich aber anhand der zahlreichen Symptome selber schlau gemacht und hatte eine komische Vorahnung, die ich aber nicht wahrhaben wollte. Schließlich bin ich medizinischer Laie. Doch mein mütterliches Bauchgefühl sagte mir nichts Gutes“, erklärt Lias Mama Tina. In der Klinik wird ein großes Blutbild gemacht und Tinas Verdacht erhärtet sich: Lias Blutwerte sind alarmierend.

Die Ärzte können die Diagnose Leukämie nicht mehr ausschließen. Weitere Untersuchungen in der Uniklinik sollen Klarheit verschaffen. „Als ich das gehört habe, ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Ich habe nur noch Rotz und Wasser geheult. Eine solche Diagnose bedeutet Verzweiflung pur. Es ist der absolute Kontrollverlust. Ich wäre am liebsten aus dem Fenster gesprungen“, erinnert sich Tina.

In der Uniklinik Gießen wird bei Lia eine Knochenmarkpunktion durchgeführt, die den Verdacht auf Blutkrebs endgültig bestätigt. Zwei Tage später beginnt die erste Chemotherapie. Sie dauert neun Tage. Lia ist extrem geschwächt, die Schmerzen sind so groß. Aber weil Lias Eltern ihr die Krankheit kindgerecht erklären, erträgt sie alles geduldig und verständnisvoll. „Ich habe böse Zellen im Blut. Die muss ich mit Medikamenten jetzt verscheuchen“, erklärt Lia, macht sogar Scherze mit den Krankenschwestern und tröstet ihre Mama, wenn ihr die Tränen kommen.

Lia mit ihrer Schwester Ella

In diesen Tagen beginnt die zweite Chemotherapie. Seit der Diagnose lebt die Familie im Ausnahmezustand. Corona, drei Kinder, Lia schwer krank. Papa Michael ist von seiner Firma freigestellt und erhält von seinem Arbeitgeber jegliche Unterstützung. Er kümmert sich um Haushalt und die beiden Kinder, die ihre Schwester sehr vermissen. Keine einfache Aufgabe. Weit ab von Frau und krankem Kind fühlt er sich oft unglücklich, weil er nichts tun kann. Familie und Freunde unterstützen ihn in dieser schwierigen Zeit. Emotional und ganz praktisch: Sie waschen, kochen, gehen einkaufen.

Lia ist eine echte Kämpferin. Doch alleine kann sie es nicht schaffen. Denn nur eine passende Stammzellspenderin oder ein passender Stammzellspender kann das Leben der Fünfjährigen retten. Ihre Geschwister kommen als Spender nicht in Frage. Lias Eltern, Ella und Ben leben in Sorge. Sie lieben Lia über alles und möchten sie nicht verlieren. Die Familie kämpft gemeinsam. „Nach dem ersten Schock haben wir verstanden, dass es nur einen Weg geben kann. Lia soll die Klinik gesund verlassen. Wir werden weder aufgeben noch verzweifeln, damit helfen wir Lia am wenigsten. Es gibt nur ein einziges Ziel: das Leben unserer Tochter zu retten. Dafür tun wir alles. Weil wir auf einen passenden Spender angewiesen sind, bitten wir die Bevölkerung um Unterstützung: bitte lasst euch registrieren. Lia will leben und hat viele Träume. Sie freut sich auf die Schule, möchte reiten und schwimmen lernen und nach so langer Zeit endlich wieder einmal unbeschwert sein. Bitte helft uns, dass dieser Wunsch Wirklichkeit wird. Allen, die an dieser Aktion teilnehmen, danken wir von ganzem Herzen“, so Tina und Michael, Lias Eltern.

Registriere dich als Stammzellspender:in. Erhöhe Lias Chance auf ein weiteres Leben und die von vielen anderen suchenden Patient:innen. Danke!

Weitere Möglichkeiten zu helfen
Du kannst die DKMS auf vielfältige Weise unterstützen und damit vielen Blutkrebspatienten neue Hoffnung auf Leben geben.