Genetische Zwillinge Max und Jennifer treffen sich in Hamburg

17 Dezember 2013

Der siebenjährige Maximilian aus Hamburg hat seine Spenderin getroffen. 2011 hat Jennifer aus Langenfeld ihm mit einer Knochenmarkspende ein zweites Leben geschenkt. Zwei Jahre mussten die genetischen Zwillinge warten, bis sie sich endlich persönlich kennen konnten. Zusammen mit Max Eltern Anne und Lars Holm und seinen beiden älteren Geschwistern Sophie (9) und Alexander (11), hat Maximilian Jennifer zu sich eingeladen. Die 36-jährige Arzthelferin hat Sohn Louis (7) und ihren Freund Markus Klesse zum ersten Treffen mit Max mitgenommen.

Das fand ich unglaublich schön und aufregend.

Ostern 2011 wurde beim damals vierjährigen Maximilian Blutkrebs diagnostiziert. Max' Kindergarten, die Wurzelwichte, veranstalteten im Sommer 2011 gemeinsam mit der DKMS eine große Aktion, bei der sich über 1.800 Menschen registrieren lassen. Im September erreicht die Familie dann endlich die erlösende Nachricht: Es gibt einen passenden Spender - Jennifer Münch.

Im Dezember 2011 erhält Max schließlich seine Stammzellspende. Danach reagiert sein kleiner Körper zunächst mit heftigen Abstoßungsreaktionen und Nebenwirkungen. Nach vielen Monaten des Hoffens und Bangens nimmt sein Immunsystem Jennifers Knochenmark schließlich an und beginnt, wieder gesundes Blut zu bilden. Den Moment, als der Anruf der DKMS kam, beschreibt die Arzthelferin als "unglaublich schön und aufregend." Die Vorstellung, jemandem ein zweites Leben zu schenken, war für sie "ein wertvolles Gefühl“. Sie gehört zu den 20 Prozent der DKMS-Spender, die unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen bekommen haben. „Ich hatte danach Muskelkater im Beckenbereich, der aber nach ein paar Tagen wieder weg war. Die Stiche sind schnell wieder verheilt“, schildert sie ihre Erfahrung mit der Spende.

Das war Euphorie pur.

Nach der Spende erkundigte sich Jennifer bei der DKMS nach Max und seinem gesundheitlichen Zustand. Als sie schließlich die Nachricht bekam, dass ihr Knochenmark in Max arbeitete, war sie überwältigt von Glücksgefühlen: „Das war Euphorie pur." Jennifer begann immer wieder, anonym einen Brief an ihren genetischen Zwilling zu schreiben. Aber wie beginnt man den, wenn man nicht den Eindruck erwecken möchte, Dankbarkeit einzufordern? Dieser und ähnliche Gedanken gingen ihr ständig durch den Kopf. Nach einem Jahr bringt sie die richtigen Worte zu Papier und erhält auch prompt Antwort.

Heute, zwei Jahre nach der Spende, ist Jennifer glücklich und stolz, den Jungen so gesund zu sehen. Max besucht mittlerweile die erste Klasse in der Grundschule. Für Jennifer ist die Knochenmarkspende neben der Geburt ihres Sohnes "das Wertvollste, was ich bisher getan habe."