"Für mich war es selbstverständlich" – Alexander über seine Stammzellspende

22 Dezember 2014

Mitten in der heißen Phase seiner Masterthesis kam die Nachricht der DKMS: Alexander kommt als Stammzellspender für einen fünfjährigen Jungen in Frage. Der 33-jährige Maschinenbauingenieur aus Aschaffenburg hatte sich erst vor wenigen Wochen als Stammzellspender registrieren lassen. Seine Freundin, die selbst Stammzellen gespendet hat, sensibilisierte Alexander für das Thema Blutkrebs. Außerdem erkrankte Alexanders Arbeitskollege, Vater von zwei Kindern, an Blutkrebs. „Das hat mir gezeigt, dass Blutkrebs wirklich jeden treffen kann und so dein Leben von heute auf morgen schlagartig verändert“ erzählte Alexander, der von seinen Freunden kurz Aze genannt wird.

Zunächst hatte Alexander aber gar keine Zeit sich auf eine mögliche Stammzellspende vorzubereiten, die stressige Endphase seiner Master-Arbeit ließ kaum Spielraum für andere Gedanken. „Ich habe die Blutproben für die weiteren Untersuchungen abgegeben und dann das Thema erstmal vergessen“. Dann kam die zweite Bestätigung und Alexander wurde schlagartig klar, dass er Lebensretter werden konnte. Die Nachricht über das Genetische-Match kam sehr schnell nach seiner Registrierung. Aze wurde klar, dass anscheinend schon lange ein Spender für den kleinen Jungen aus Österreich gesucht wurde.

"Es ist natürlich ein tolles Gefühl, so einfach jemandem das Leben retten zu können!"

Aze fährt leidenschaftlich BMX, während seiner aktiven Zeit als Profi verletzte er sich bei einem Sturz und erlitt eine Milzruptur. Daher war aus medizinischen Gründen nur die Stammzellentnahme aus dem Knochenmark möglich. In 80% aller Fälle erfolgt die Entnahme der Stammzellen peripher. Diese Entnahmemethode gleicht einer Dialyse. Nur in 20% aller Fälle wird ein Blut- und Knochenmarkgemisch aus dem Beckenkamm entnommen. „Anfangs war ich wegen der Knochenmarkentnahme sehr verunsichert“, so Aze. Nachdem er aber über die Operation und die Entnahmeart aufgeklärt war, hatte Alexander keine Bedenken mehr:Für mich war es selbstverständlich, diese Operation durchführen zu lassen."

Die Stammzellen wurden Alexander in der Kölner Media Park Klinik entnommen. „Meine Zimmerausstattung und die Betreuung durch das Klinikpersonal ließen keine Wünsche offen“, berichtete Aze. Schmerzen hatte er nach eigener Aussage so gut wie keine. Am Becken waren lediglich zwei Punkte an den Einstichstellen der Punktionsnadel verblieben. „Am nächsten Tag wurde ich bereits entlassen und durfte nach Hause.“

Seine Familie, sowie auch seine Freunde und Arbeitskollegen reagierten sehr positiv auf seine Entscheidung, Stammzellspender zu werden. „Ich glaube sie waren auch ein bisschen stolz auf mich“, erzählte uns Alexander nach der Stammzellspende. Alexanders Stammzellen waren für ein kleines Kind bestimmt. Da er selbst Vater einer kleinen Tochter ist, berührte ihn diese Spende tief: Ich hoffe wirklich sehr, dass meine Spende zum gewünschten Erfolg führt."

Azes Stammzellspende ist erst wenige Wochen her, daher ist noch kein Kontakt zu seinem Patienten möglich, aber Alexander freut sich schon auf den ersten Kontakt zu seinem Patienten.