„ES WAR DIE BESTE ENTSCHEIDUNG IN MEINEM LEBEN!“

12 Mai 2017

An einem Dezembertag im Jahr 2012 öffnete Birgit einen Brief von der DKMS. „Sie kommen eventuell als Spender in Frage…“ hieß es dort. Bereits vor zehn Jahren hatten wir Birgit schon einmal kontaktiert, aber bei der Feintypisierung stellte sich raus, dass die Gewebemerkmale eines anderen Spenders noch besser zu dem Patienten passten. Bei der zweiten Anfrage, war sie dann das perfekte Match.

„Ich musste kurz schlucken und war sehr aufgeregt, als ich den Brief in den Händen hielt. Für mich stand aber sofort fest, dass ich die Blutentnahme für weitere Untersuchungen machen werde. Es verging einige Zeit und dann kam die Nachricht, dass ich vielleicht tatsächlich jemanden das Leben retten kann.“

Im Februar 2013 war es dann soweit: Birgit spendete Stammzellen aus dem Beckenkamm.

Birigt musste sich bereits früh mit dem Tod beschäftigen. Als sie 16 Jahre alt ist, stirbt ihre Schwester mit nur 26 Jahren an einem Gehirntumor. „Ich weiß also, wie es ist, jemanden zu verlieren, der einem sehr nah steht. Als mein Arbeitgeber Vodafone eine Registrierungsaktion anbot, stand für mich sofort fest, dass ich mich registrieren lassen werde.“

Im Februar 2013 war es dann soweit: Birgit spendete Stammzellen aus dem Beckenkamm. Wie sie ihre Spende erlebt hat? „Ein bisschen mulmig war mir schon. Ich habe nach „Scheißegal-Tabletten“ gefragt. Von der Spende selber habe ich aber nichts mitbekommen, da sie unter Narkose stattfindet. Nachdem Aufwachen dachte ich nur, dass ich relativ fit bin.“

Bei der zweiten Anfrage, war Birgit das perfekte Match.

Für Birgit stand schnell fest, dass sie „ihren Patienten“ kennenlernen will. Da aber die ersten zwei Jahre nur ein anonymer Kontakt möglich war, erfuhr sie zunächst nur Geschlecht, Alter und Herkunftsland des Patienten. Sehnsüchtig wartete die Kempenerin auf ein Lebenszeichen. Dann hielt sie den lange erwarteten Brief in der Hand: „Ahhh, ganze vier Seiten, rief ich. Obwohl niemand zu Hause war. Freudentränen und Gekreische folgten. Den Brief habe ich kreuz und quer gelesen und seitdem stehe ich mit Jeffs Familie in regelmäßigen Kontakt. Für uns war schnell klar, dass wir uns persönlich kennenlernen wollen. Zwei Anläufe haben wir bisher gestartet. Aber Jeff wurde im Dezember 2015 nochmals krank und musste mehrere Wochen nach Philadelphia in die Klinik. 2016 flogen wir in die USA und dann wurde unser Flug gecancelt. An diesem Abend haben Jeff und ich zum ersten Mal über Facetime gesprochen. Es war einfach toll, ihn gesund mit seiner Frau Mandy und seiner Tochter Reagan auf der Couch sitzen zu sehen. Da wusste ich. Es war die beste Entscheidung in meinem Leben, mich bei der DKMS als Stammzellspender zur registrieren.“

Es war einfach toll, ihn gesund mit seiner Frau Mandy und seiner Tochter Reagan auf der Couch sitzen zu sehen.

Am 17. Mai 2017 trifft Birgit nun zum ersten Mal auf ihren genetischen Zwilling aus den USA. Jeff besucht mit seiner Familie Birgit in Deutschland. Die Begegnung kann live auf Facebook mitverfolgt werden. „Ich bin so aufgeregt und mir schießen jetzt schon Tränen in die Augen, wenn ich an unserer Begegnung denke! Ich hoffe, dass ich noch viele Menschen mit meiner Geschichte überzeugen kann, sich registrieren zu lassen.“