"Einer der bewegendsten Tage meines Lebens!" - Michael trifft Ronan

3 April 2017

Michael hat keinen Augenblick gezögert, als er vor sechs Jahren den Anruf der DKMS erhielt, dass ein Mensch auf seine Stammzellen angewiesen ist. Letztes Jahr konnte er seinen kleinen Empfänger endlich persönlich kennenlernen. Ronan ist mit seiner Familie extra aus Amerika angereist, um Michael und seine Familie kennenzulernen:

„Die Tage vor dem Treffen haben meine Frau und ich vor Aufregung und Vorfreude kein Auge zubekommen. Mir schwirrten viele Fragen durch den Kopf: Ist man sich sympathisch? Wie begrüßen wir uns? Wird unser Schulenglisch ausreichen, um uns zu verständigen? Meine Frau hat sich dafür viel mehr Gedanken über das Essen gemacht. Als die Godfreys in die Einfahrt fuhren, stand ich völlig neben mir und wusste nicht, was ich machen sollte. Zunächst wurde ich von Ronans Eltern Rachel herzlich in die Arme genommen und geknuddelt. Das Eis war gebrochen! Ronan saß noch im Auto und war mit der Situation völlig überfordert - so wie ich auch. Er war sehr ängstlich und wollte mir nicht einmal die Hand geben. Also ließen wir es ruhig angehen.

„Es war einer der bewegendsten Tage meines Lebens!“

Da ich einen Sohn im gleichen Alter wir Ronan habe, haben wir die Kinder spielen lassen und wir Eltern unterhielten uns. Ronans Mutter Rachel war es ein besonderes Bedürfnis, mir noch einmal in Ruhe zu danken und fragte, ob ich mir überhaupt der Bedeutung bewusst bin, was ich für sie getan hätte. Es fielen Sätze wie „You are our Hero“ und „Without you we didn`t had Ronan”. Das saß natürlich!

Nach dem Kaffeetrinken war allen klar, dass es nicht das erste und letzte Treffen bleiben sollte.

Als Rachel dann noch sagte, das Ronan seit der Transplantation meine Blutgruppe hat, war ich völlig überwältigt. Zudem sagte Rachel noch, dass ich bei weitem die meisten genetischen Übereinstimmungen gehabt hätte. Ich wäre das „perfect match“ gewesen. Es ist unglaublich, welche Liebe und Dankbarkeit uns in der ganzen Zeit von den Godfreys entgegengebracht wurde. Nach dem Kaffeetrinken war allen klar, dass es nicht das erste und letzte Treffen bleiben sollte. Der Besuch endete mit einem sehr herzlichen Abschied und mit noch mehr Geknuddel, als bei der Begrüßung. Mit dem Versprechen, sich wieder zu treffen, ging einer der bewegendsten Tage in unserem Leben vorbei.“