Fragen zur Stammzellspende

Wie funktioniert die Registrierung?

Mit den Wattestäbchen nehmen Sie Abstriche von Ihrer Wangenschleimhaut und schicken diese samt ausgefüllter Einverständniserklärung wieder an unser Labor zurück. Nach der Registrierung speichern wir die Untersuchungsergebnisse des Wangenabstrichs in der Datei und stellen diese anonym für den weltweiten Patientensuchlauf zur Verfügung.

Im Kampf gegen Blutkrebs zählt jeder Euro, denn allein die Registrierung eines neuen Spenders kostet die DKMS 35 Euro. Nicht jeder Spender kann die Kosten seiner Registrierung selbst tragen. Als gemeinnützige Organisation sind wir daher auf Geldspenden angewiesen.

Zum Online-Registrierungs-Formular

Sie haben aber auch die Möglichkeit, sich bei einer öffentlichen Aktion in Ihrer Nähe oder vor Ort bei unseren Partnerkliniken zu registrieren.

Wer darf Spender werden?

Grundsätzlich kann jeder im Alter zwischen 17 und 55 Jahren als potenzieller Stammzellspender registriert werden. Registrierte 17-Jährige dürfen dann zwar noch keine Stammzellspenden spenden, werden aber ab dem 18. Geburtstag automatisch in unserer Datei aktiviert und bei der Suche nach Spendern entsprechend berücksichtigt. Falls Sie bereits in einer Datei erfasst sind, ist eine erneute Aufnahme nicht erforderlich. Sollten Sie unter einer chronischen Erkrankung oder einer anderen schweren Erkrankung leiden oder gelitten haben oder regelmäßig Medikamente einnehmen, halten Sie bitte Rücksprache mit der DKMS. Die wichtigsten Ausschlusskriterien:


Gewicht unter 50 Kilogramm

Die Zahl der Stammzellen, die bei der Spende entnommen werden können ist vom Gewicht abhängig: Bei höherem Gewicht können in der Regel mehr Stammzellen gewonnen werden. Außerdem ist bei einer geringen Zahl von transplantierten Zellen erfahrungsgemäß die Chance für eine erfolgreiche Transplantation geringer. Daher ist eine Gewichtsuntergrenze nötig.

Bei niedrigem Körpergewicht des Spenders kann also die Zahl der Stammzellen, die transplantiert werden können, so niedrig sein, dass eine erfolgreiche Transplantation erschwert wird. Somit ist eine Stammzellspende/ Aufnahme in unsere Datei bei einem Gewicht unter 50 kg leider nicht sinnvoll.

Starkes Übergewicht, d.h. Body Mass Index (BMI) > 40 (BMI = Gewicht/Körpergröße²)

Für eine Neuaufnahme wie auch für eine Spende gilt als Obergrenze ein Body-Mass-Index (BMI) von 40.

Dies hat diverse Gründe: Während eine Stammzellspende für gesunde Menschen ungefährlich ist, bestehen durchaus gesundheitliche Bedenken bei Vorliegen zusätzlicher Risikofaktoren. Starkes Übergewicht ist leider eines dieser Risiken.

Problematisch ist starkes Übergewicht, weil beide verfügbaren Entnahmeverfahren eine Gefährdung des Spenders darstellen: Einerseits besteht ein grundsätzlich erhöhtes Narkoserisiko. Andererseits birgt auch die periphere Stammzellentnahme unabsehbare Risiken etwa aufgrund der Schwierigkeit, das hierfür notwendige Medikament korrekt zu dosieren. Letztes erhöht zusätzlich die Nebenwirkungen. Zudem ist die Knochenmarkentnahme möglicherweise aus rein anatomischen Gründen nicht durchführbar.

Die Komplikationsrate ist leider ab einem gewissen Übergewicht erhöht. Die Gewichtsobergrenze soll also niemanden diskriminieren, sondern dient ausschließlich dem Schutz unserer Spender, denen gegenüber wir auch eine hohe Verantwortung haben.

Schwere neurologische oder psychische Erkrankung

Wie bei vielen anderen Krankheiten, kommt es auch bei einer Depression/Angststörung auf den Schweregrad an. So ist zunächst die Frage, ob der potenzielle Spender durch die psychische Erkrankung eingeschränkt ist und wie belastbar er im Alltag ist. Denn die Spendensituation stellt eine zusätzliche psychische Belastung dar, die es obendrein zu bewältigen gilt.

Uns geht es hierbei nicht nur um die Frage, ob der Spender zuverlässig zur Entnahme erscheinen kann, sondern mindestens ebenso sehr darum, wie er mit der Situation nach der Spende umgehen kann. Immerhin bekäme er durch eine Spende in gewisser Weise einen schwerkranken ‚Blutsverwandten‘ dazu, um den sich viele Spender dann durchaus ernsthafte Sorgen machen.

Besonders problematisch ist ferner, dass etliche Psychopharmaka häufig Blutbildveränderungen verursachen. In dieser Hinsicht sind vor allem Neuroleptika problematisch, welche eine Stammzellenspende leider nicht ermöglichen. Wenn psychische Erkrankungen wie schwere behandlungsdürftige Depressionen, Borderline-Syndrom sowie jegliche Form von Psychosen, schizoaffektiven Störungen oder bipolar/manisch affektive Erkrankungen vorliegen, ist eine Aufnahme als Stammzellspender leider nicht möglich.

Wenn man aber nur unter einer „leichten“ Depression leidet, die Behandlung zeitlich begrenzt ist und man sich fit genug fühlt, den Alltag zu bewältigen, dann ist eine Aufnahme auch trotz Medikation (mit weniger problematischen Substanzen wie etwa Citalopram oder Fluoxetin) vertretbar.

Systemische Autoimmunerkrankungen oder andere schwere chronische Erkrankungen (z.B. Diabetes, Rheuma)

Ein bekannter Diabetes mellitus Typ I ist für die Aufnahme in die Spenderdatei aus Spender- und Empfängerschutzgründen problematisch.

Der Diabetes mellitus Typ I ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die insulinbildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Da die übertragenen Stammzellen Zellen des Immunsystems sind, kann somit eine Übertragung der Erkrankung auf den Patienten nicht sicher ausgeschlossen werden. Beim ohnehin sehr geschwächten Patienten lässt sich der Krankheitsverlauf leider nur sehr schwer abschätzen, so dass gehäuft mit schweren Komplikationen beim Patienten zu rechnen ist.

Außerdem können bei Diabetes infolge der erhöhten Blutzuckerspiegel mögliche Folgeschäden bestehen, die – wenn auch in sehr unterschiedlichem Ausmaß – zu Schädigungen der Nerven und Blutgefäßen führen. Durch eine Stammzellspende möchte man hier nicht das Risiko einer Verschlechterung der Grunderkrankung eingehen.

Daher ist bei Vorliegen eines Diabetes mellitus Typ I eine Spende aus Spender- und Empfängerschutzgründen nicht möglich.

Bei Diabetes mellitus Typ II werden Zellen teilweise gegenüber Insulin resistent. So kann die im Blut zirkulierende Glukose nicht ausreichend in die Zellen aufgenommen werden. Erhöhte Blutzuckerspiegel können – wenn auch in sehr unterschiedlichem Ausmaß – zu Schädigungen der Nerven und Blutgefäße führen. Durch eine Stammzellspende möchte man hier nicht das Risiko einer Verschlechterung der Grunderkrankung eingehen.

Die Aufnahme in unsere Spenderdatei ist bei Diabetes daher leider nicht möglich.

Bei Vorliegen einer rheumatischen Erkrankung ist eine Stammzellspende (auch bei aktueller Beschwerdefreiheit) leider nicht möglich. Hierzu zählen u.a. die rheumatoide Arthritis, der Morbus Bechterew und auch die juvenile Arthritis. Grund ist, dass es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handelt.

Da bei der Stammzelltransplantation Zellen des Immunsystems übertragen werden, bestünde die Gefahr, dass es entsprechende Reaktionen auch beim Empfänger gibt. Dieser ist aber zu diesem Zeitpunkt bereits durch seine Grunderkrankung, die Chemotherapie zur Vorbereitung der Transplantation und die Transplantation selbst höchst belastet. Eine Autoimmunreaktion will man darum unbedingt vermeiden; deshalb ist bei fast allen Autoimmunerkrankungen, also auch bei Diabetes mellitus Typ I, eine Stammzellspende und damit auch eine Aufnahme in die Spenderdatei leider nicht möglich.

Krebserkrankung (auch ausgeheilte in der Vorgeschichte)

Leider kommen Menschen mit einer bösartigen Erkrankung in der Vorgeschichte als Stammzellspender nicht in Frage.

Jeder, der jemals an einer bösartigen Neubildung erkrankt war (genauer gesagt, an einer „nicht eindeutig gutartigen“), ist damit dauerhaft von Blut- oder Stammzellspenden ausgeschlossen. Unabhängig davon, wie lange die Erkrankung zurückliegt und unabhängig davon, wie erfolgreich die Therapie war oder ist.

Suchterkrankungen (Alkohol, Drogen, Medikamente)

Der gelegentliche Konsum von Marihuana/Cannabis würde kein Aufnahmehindernis darstellen. Allerdings liegt die Betonung hier auf ‚gelegentlich‘.

Einer der Gründe ist, dass bei regelmäßigem Drogenkonsum jeglicher Art allgemein die Frage nach der Zuverlässigkeit eines Spenders gestellt werden muss. Eine medizinisch relevante Gefährdung erwarten wir nicht; ein unzuverlässiger Spender dagegen ist hochgradig problematisch, da Stammzelltransplantationen in eng geplanten Zeitabläufen durchgeführt werden müssen, um das Leben des Patienten nicht aufs Spiel zu setzen.

Wichtig ist es für uns zu erfahren, was konsumiert wird und wie lange schon konsumiert wird, d.h. falls es sich doch um einen langen Zeitraum handelt, wäre es besser, sich nicht registrieren zu lassen. Falls dies nicht der Fall sein sollte und man fähig und bereit ist, den Konsum einzustellen, kann man sich als potenzieller Stammzellspender registrieren lassen.

Schwere Herz-Kreislauferkrankung

Aufnahme und Spende mit einem gut eingestellten Bluthochdruck oder einem Mitralklappenprolaps ohne Beschwerden ist möglich. Ebenso mit zu schnellem oder zu langsamen Ruhepuls, solange dieser regelmäßig ist. Die meisten anderen behandlungs- oder kontrollbedürftigen Herz-Kreislauf-Erkrankung schließen auf Grund eines deutlich erhöhten Risikos für Komplikationen bei der Spende leider von der Registrierung aus; zum Beispiel Herzrhythmusstörungen, Gefäßwandschäden und Arteriosklerose (insbesondere wenn die Einnahme von Blutverdünnern notwendig ist), Herzinfarkte, Schlaganfälle oder strukturelle Schädigungen des Herzens wie Klappenfehler. Ein eindeutiger Ablehnungsgrund ist häufige oder dauerhafte Atemnot. Bei anderen Erkrankungen mit Behandlungsbedarf fragen Sie bitte gezielt nach.

Schwere Lungenerkrankung

Für eine Spende zugelassen werden können grundsätzlich nur gesunde Personen. Bei chronischen Lungenerkrankungen, auch schon im Anfangsstadium, besteht die Gefahr, dass durch eine Spende eine weitere Schädigung der Lunge eintritt. Bei Autoimmunerkrankungen der Lunge besteht zudem das Risiko, die Erkrankung an den Empfänger weiterzugeben. Viele Lungenerkrankungen gehen mit einem erhöhten Narkoserisiko einher. Ein eindeutiger Ablehnungsgrund ist häufige oder dauerhafte Atemnot.

Schwere Nierenerkrankung

Für eine Spende zugelassen werden können grundsätzlich nur gesunde Personen. Bei chronischen Nierenerkrankungen, auch schon im Anfangsstadium, besteht die Gefahr, dass durch eine Spende eine weitere Schädigung der Nieren eintritt. Bei Autoimmunerkrankungen der Niere besteht zudem das Risiko, die Erkrankung an den Empfänger weiterzugeben.

Schwere Stoffwechselstörung

Für eine Spende zugelassen werden können grundsätzlich nur gesunde Personen. Bei schweren Stoffwechselerkrankungen, auch schon im Anfangsstadium, besteht die Gefahr, dass durch eine Spende eine Verschlechterung oder zeitweise Entgleisung der Stoffwechsellage eintritt. Besonders problematisch sind solche Stoffwechselstörungen, bei denen bereits Folgeschäden, etwa an den Gefäßen, eingetreten sind.

Schwere tropische Infektionskrankheiten, insbesondere Malaria

Jede bestehende Infektionskrankheit kann mit der Stammzellspende auf den Empfänger übertragen werden. Das ist auch der Fall, wenn das Immunsystem des Spenders die Erkrankung so im Griff hat, dass dieser selbst keine Beschwerden mehr hat, da der Patient zum Zeitpunkt der Transplantation eben kein funktionierendes Immunsystem besitzt und daher auch nicht vor Infektionen geschützt ist.

Infektion mit HIV, Hepatitis B oder C, HTLV, Syphilis

Schwere und lebensbedrohliche Infektionen wie HIV schließen wir vor allem zum Schutz des Empfängers von der Spende aus, insbesondere wenn eine vollständige Ausheilung nicht sicher nachweisbar wäre (z.B. Hepatitis C).

Krankheiten des Blutes oder des Immunsystems

Krankheiten des Blutes und des Immunsystems sind problematisch, da bei der Transplantation gerade die Stammzellen des Blutbildenden- und Immunsystems übertragen werden. Und diese sollten bestmöglich funktionieren. (Empfängerrisiko). Auch erworbene Störungen können mit übertragen werden, da im Transplantat ausgereifte Zellen des Immunsystem ebenfalls enthalten sind. Außerdem führen einige Erkrankungen des Blutes zu einem erhöhten Risiko beim Spender - z.B. erhöhtes Thrombose- oder Blutungsrisiko bei Problemen mit Gerinnungsfaktoren.


Die Aufnahme bei den folgenden Erkrankungen ist ohne Rücksprache möglich, wenn die genannten Kriterien (siehe Klammer) auf Sie zutreffen:


Vergrößerte Schilddrüse / Unterfunktion der Schilddrüse / Hashimoto-Thyreoiditis (stabil und beschwerdefrei; auch mit Einnahme von Schilddrüsenhormonen oder Jodid; KEIN Morbus Basedow)

Eine vergrößerte Schilddrüse (Struma) wird in vielen Fällen durch einen Jodmangel hervorgerufen (Jodmangelstruma). Auch ein Mangel an Schilddrüsenhormonen kann zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führen. Die Schilddrüse versucht hierbei die zu geringe Hormonproduktion durch die Bildung von mehr Gewebe zu kompensieren. Bei Beschwerdefreiheit und guter Einstellung der Schilddrüsenhormone stellt beides keine Kontraindikation für eine Spende dar.

Sollte die Ursache der Schilddrüsenunterfunktion eine Schilddrüsen-Operation sein, so stellt dies keinen Hinderungsgrund für die Aufnahme in unsere Spenderdatei dar, sofern sie nicht aufgrund eines Morbus Basedow oder eines Schilddrüsenkarzinoms erfolgte.

Ist die Ursache für die Schilddrüsenunterfunktion eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis), kann es allerdings sein, dass der potenzielle Spender, zumindest zeitweise, nur für die operative Stammzellentnahme aus dem Beckenknochen zugelassen werden kann. Dies würde genauer abgeklärt werden, sobald der Spender für einen Patienten in Frage kommt. Wenn die Schilddrüsenunterfunktion ohne andere jegliche Schilddrüsenvorerkrankung besteht, ist es ebenso kein Problem.

Der Morbus Hashimoto gehört zu den wenigen Autoimmunerkrankungen, die für eine Stammzellspende kein großes Problem darstellen. Es ist allerdings wichtig, dass die Schilddrüse medikamentös gut eingestellt ist. Außerdem kann es sein, dass der potenzielle Spender – zumindest zeitweise – nur für die operative Stammzellentnahme aus dem Beckenknochen zugelassen werden kann. Dies würde genauer abgeklärt werden, sobald der Spender für einen Patienten infrage kommt.

Ein Morbus Basedow stellt eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse dar, bei der es zu einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen (Hyperthyreose) kommt. Eine Spende kann hierbei sowohl für den Empfänger als auch für den Spender problematisch sein.

Bluthochdruck (stabil und gut eingestellt)

Ein Bluthochdruck ist für die Stammzellspende in der Regel unproblematisch, Voraussetzung ist jedoch, dass dieser medikamentös oder diätetisch gut eingestellt ist. Ferner sollte es durch den Bluthochdruck noch nicht zu Schädigungen an den Augen, dem Herzen und Gefäßen gekommen sein. Wenn der Blutdruck gut eingestellt ist, kann man sich als Stammzellspender registrieren.

Heuschnupfen, leichtes Asthma (ohne Anfälle), Nahrungsmittelallergie

Mit einer Allergie (auch Lebensmittelallergie, Heuschnupfen oder Medikamentenallergie) ist eine Spende möglich. Eine Ausnahme bilden schwere allergische Reaktionen (wie allergischer Schock, Quincke-Ödem etc.) in der Vorgeschichte. In diesem Fall bitten wir um kurze Rücksprache, da hierdurch möglicherweise die Spendertauglichkeit eingeschränkt sein könnte.

Unipolare Depressionen (ohne Einschränkungen im Alltag)

Wie bei vielen anderen Krankheiten, kommt es auch bei einer Depression/Angststörung auf den Schweregrad an. So ist zunächst die Frage, ob durch die psychische Erkrankung Einschränkungen bestehen und wie belastbar der Mensch im Alltag ist. Denn die Spendensituation stellt eine zusätzliche psychische Belastung dar, die es obendrein zu bewältigen gilt.

Hierbei geht es nicht nur um die Frage, ob der Spender zuverlässig zur Entnahme erscheinen kann, sondern mindestens ebenso sehr darum, wie er mit der Situation nach der Spende umgehen kann. Immerhin bekommt der Spender durch eine Spende in gewisser Weise einen schwerkranken ‚Blutsverwandten‘ dazu, um den sich viele Spender dann durchaus ernsthafte Sorgen machen.

Besonders problematisch ist ferner, dass etliche Psychopharmaka häufig Blutbildveränderungen verursachen. In dieser Hinsicht sind vor allem Neuroleptika problematisch, welche eine Stammzellenspende leider nicht ermöglichen. Wenn psychische Erkrankungen wie schwere behandlungsdürftige Depressionen, Borderline-Syndrom sowie jegliche Form von Psychosen, schizoaffektiven Störungen oder bipolar/manisch affektive Erkrankungen vorliegen, ist eine Aufnahme nicht möglich.

Wenn man aber nur unter einer „leichten“ Depression leidet, die Behandlung zeitlich begrenzt ist und man sich fit genug fühlt, den Alltag zu bewältigen, dann ist eine Aufnahme auch trotz Medikation (mit weniger problematischen Substanzen wie etwa Citalopram oder Fluoxetin) vertretbar.

Eisenmangelanämie (gut mit Eisentabletten behandelbar)

Bei der häufig auftretenden Eisenmangelanämie, ist entscheidend, wo der Hämoglobin-Wert (Hb-Wert) in der Regel liegt. Sollte er regelmäßig bei Frauen unter 11,5 mg/dl bzw. bei Männern unter 13.5 mg/dl liegen, stellt dies ein Problem dar. Wenn aber Eisenpräparate gut vertragen werden und der Eisenspeicher und der Hb-Wert in Ordnung sind, wäre dies kein Ausschlusskriterium für eine Registrierung als potenzieller Stammzellspender

Basaliome und Gebärmutterhalskrebs in situ (nach vollständiger Entfernung)

Basaliome und Gebärmutterhalskrebs in situ sind keine Ausschlusskriterien, sofern diese vollständig entfernt wurden und die Kontrollen seitdem unauffällig sind.

Hintergrund ist hier, dass in dem Fall eine Streuung der entarteten Zellen (Metastasierung) nicht zu erwarten ist.


Die Registrierung als Stammzellspender bei der DKMS gemeinnützige GmbH ist ausschließlich für Personen mit festem Wohnsitz in Deutschland möglich. Potenzielle Spender mit Wohnsitz im Ausland können sich bei ihren jeweiligen nationalen Stammzellspenderregistern registrieren und stehen damit dem weltweiten Suchlauf zur Verfügung. Eine Liste der nationalen Register findet sich unter www.wmda.info und www.bmdw.org

Was passiert nach der Registrierung?

Innerhalb weniger Tage erhalten Sie per Post das DKMS-Registrierungs-Set. Füllen Sie die Formulare aus und machen Sie mit den beigelegten Wattestäbchen Abstriche von Ihrer Wangenschleimhaut. Schicken Sie das Set anschließend wieder per Post an uns zurück. Im DKMS Life Science Lab in Dresden, einer Tochterorganisation der DKMS, analysieren wir Ihre Gewebemerkmale und speichern die Ergebnisse in unserer Datenbank. Gleichzeitig übermitteln wir Ihre Gewebemerkmale in pseudonymisierter Form an das ZKRD Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland in Ulm. Auf diese Weise stehen Sie ab sofort als Spender für Patienten auf der ganzen Welt zur Verfügung. Sie bleiben automatisch bis zu Ihrem 61. Lebensjahr in unserer Datei registriert.

Nach unserer Erfahrung kommt es bei höchstens fünf von hundert potenziellen Stammzellspendern innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Stammzellspende. Für junge Spender beträgt die Wahrscheinlichkeit etwa 1 Prozent innerhalb des ersten Jahres nach der Typisierung. Doch was passiert, wenn Ihre Gewebemerkmale tatsächlich passen?

Gesundheitscheck und Bestätigungstypisierung – Confirmatory Typing (CT)
Sie erhalten einen ausführlichen Gesundheitsfragebogen, damit mögliche aktuelle Ausschlusskriterien für eine Spende frühzeitig erkannt werden können. Anschließend erfolgt eine Bestätigungstypisierung (CT), bei der Ihre Gewebemerkmale anhand einer weiteren Blutprobe nochmals analysiert werden. Die CT kann z. B. bei Ihrem Hausarzt erfolgen. Des Weiteren wird Ihr Blut auf bestimmte Infektionserreger wie z.B. HIV oder Hepatitisviren geprüft. Anhand dieser Ergebnisse wird entschieden, ob Sie zu hundert Prozent der passende Spender für Ihren Patienten sind.

Wie läuft eine Stammzellspende ab?

Periphere Stammzellspende

In ca. 80 Prozent der Fälle werden die Stammzellen aus der Blutbahn entnommen. Dem Spender wird über fünf Tage hinweg der Wachstumsfaktor G-CSF verabreicht. Dieses Medikament steigert die Anzahl der Stammzellen im peripheren Blut, die dann über ein spezielles Verfahren direkt aus dem Blut gewonnen werden. Die Spende dauert 4-8 Stunden an ein bis zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Es ist keine Operation notwendig, Sie können die Klinik meist am gleichen Tag wieder verlassen. Dieses Verfahren wird bei der DKMS seit 1996 angewandt. Während der Gabe des Medikaments können grippeähnliche Symptome auftreten. Langzeitnebenwirkungen sind nach dem heutigen Forschungsstand nicht bekannt.

Knochenmarkspende

Bei dieser Methode wird dem Spender unter Vollnarkose mit einer Punktionsnadel aus dem Beckenkamm Knochenmark (nicht Rückenmark!) entnommen. Hierbei genügen in der Regel zwei kleine Einschnitte im Bereich des hinteren Beckenknochens. Die dabei entstehenden Wunden sind so klein, dass sie nur mit wenigen Stichen oder oft überhaupt nicht genäht werden müssen und rasch verheilen. Die Entnahme erfolgt in Bauchlage und dauert etwa 60 Minuten. Bei der Knochenmarkspende beschränkt sich das Risiko im Wesentlichen auf die Narkose. Aus dem Beckenkamm werden ca. 5 Prozent des Knochenmarks entnommen. In der Regel regeneriert sich das Knochenmark beim Spender innerhalb von 2 bis 4 Wochen vollständig. Es kann ein lokaler Wundschmerz auftreten, ähnlich dem einer Prellung. Nur in seltenen Fällen kann es zu länger anhaltenden Schmerzen kommen. Der Aufenthalt im Krankenhaus dauert insgesamt drei Tage. In den meisten Fällen erfolgt als Vorsichtsmaßnahme eine Krankschreibung für einige Tage.

Die Art der Entnahme richtet sich nach dem gesundheitlichen Zustand des Patienten. Natürlich versuchen wir, Ihre Wünsche zu berücksichtigen. Jedoch kann abhängig von der Situation des Patienten eine Methode aus medizinischen Gründen ausgeschlossen oder bevorzugt werden. Grundsätzlich sollten Sie zu beiden Methoden bereit sein.

Fehlen mir Stammzellen nach der Spende?

Der Körper bildet die Stammzellen innerhalb von etwa zwei Wochen nach. Das Verfahren ist mit einer Blutspende vergleichbar und führt nicht zu einem dauerhaften Verlust der Stammzellen.

Kann man sich die Methode der Stammzellspende aussuchen?

Natürlich versuchen wir, Ihre Wünsche zu berücksichtigen. Jedoch kann abhängig von der Situation des Patienten eine Methode aus medizinischen Gründen ausgeschlossen oder bevorzugt werden. Grundsätzlich sollten Sie zu beiden Methoden bereit sein.

Wie geht es meinem Patienten / Darf ich ihn kennen lernen?

Gesundheitszustand des Patienten:
Wir können frühestens nach 3 Monaten nach der Stammzellspende in der Transplantationsklinik Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten erfragen. Erfahrungsgemäß dauert es sehr unterschiedlich lange, bis wann wir die Rückmeldung erhalten. Wenn der Spender die Rückmeldung möchte, erhält er in der Regel postalisch Nachricht von der DKMS. Bei weiteren Fragen hilft Ihnen die Abteilung Spender-Patienten-Kontakte gerne telefonisch weiter: 07071 943-2303.

Kontakt zu Patienten in Deutschland:
Die deutschen Richtlinien sehen vor, dass sich Spender und Patient erst zwei Jahre nach der Spende persönlich kennen lernen dürfen. In der Zwischenzeit können Spender bereits anonym Kontakt zum Patienten aufnehmen: Über die DKMS können Briefe oder Geschenke ausgetauscht werden. Die DKMS hat keinen direkten Kontakt zu den Patienten, daher läuft die Weitergabe der Post an die Patienten über die behandelnde Klinik. Da die Patienten oft nach der Transplantation von einer anderen Klinik weiterbehandelt werden, kann es zu Verzögerungen kommen. Nach Ablauf der vorgesehenen Kontaktsperre können Spender und Patient sich auch direkt schreiben oder persönlich treffen – wiederum über die DKMS vermittelt, vorausgesetzt Sie und der Patient sind einverstanden. Unsere Erfahrung über die Jahre zeigt: Viele Spender und Patienten wollen einander kennen lernen. Die Begegnungen von Spendern und Patienten sind immer wieder sehr berührende Momente. Nicht selten entstehen tolle Freundschaften. Nähere Informationen und Hintergründe finden Sie in unserer Informationsbroschüre.

Kontakt zu Patienten im Ausland:
Bei Spenden ins oder aus dem Ausland gelten häufig andere Regelungen hinsichtlich Kontaktmöglichkeiten von Spender und Patient. Manche Länder haben ähnliche Regelungen wie Deutschland, andere lassen gar keinen Kontakt zu. Die DKMS hilft auch hier gerne dabei, Spender und Patient zusammenzubringen, sofern dies rechtlich erlaubt ist.

Kann ein potenzieller Spender seine zugesagte Spende zurücknehmen?

Es gibt persönliche und andere Gründe, sich kurzfristig doch noch von einer Spende zurückzuziehen. Sie sollten daher wissen, dass wir Ihre Entscheidung in jedem Fall respektieren. Wenn Sie die Zusage jedoch kurz vor der eigentlichen Transplantation erteilen, leiten die Ärzte die Vorbereitungsphase des Patienten für die Stammzelltransplantation ein. Ab diesem Zeitpunkt kann der Patient ohne nachfolgende Übertragung Ihrer Stammzellen nicht überleben.

Wie bin ich als Spender abgesichert?

Die gesetzliche Unfallversicherung schützt alle Personen, die sich im Interesse anderer oder der Allgemeinheit besonders einsetzen. Der Versicherungsschutz besteht kraft Gesetzes, ohne dass es dazu einer gesonderten Versicherung bedarf, und umfasst unter anderem Blutspender und Spender körpereigener Gewebe. Somit besteht auch für Sie als Spender dieser gesetzliche Versicherungsschutz. Des Weiteren schließt die DKMS zwei zusätzliche Unfallversicherungen für Sie ab.

Hierbei sind der operative Eingriff oder die ambulante Stammzellentnahme versichert. Mitversichert sind auch die An- und Abreise zur und von der Entnahmeklinik.

Werde ich zur Spende krankgeschrieben und wie reagieren die Arbeitgeber?

Die DKMS kontaktiert im Falle einer Stammzellspende Ihren Arbeitgeber. Sie erhalten zur Vorlage bei Ihrem Arbeitgeber eine Bescheinigung, in der wir den Arbeitgeber bitten, Sie für den Zeitraum der Voruntersuchung und der Entnahme freizustellen. Aus der langjährigen Erfahrung der DKMS zeigt sich, dass die Reaktion sehr positiv ist, wenn ein Mitarbeiter zu einer Stammzellspende gebeten wird. Bei der peripheren Stammzellentnahme sind Sie nur an den ein bis zwei Entnahmetagen arbeitsunfähig. Sollte wider Erwarten eine Krankschreibung notwendig werden, kann dies vom Hausarzt bescheinigt werden. Bei der Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm dauert der Eingriff zwar nur etwa eine Stunde, Sie sind aber in der Regel drei Tage im Krankenhaus (Aufnahme- und Entlassungstag eingerechnet). In den meisten Fällen erfolgt anschließend als Vorsichtsmaßnahme eine Krankschreibung für einige Tage.

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