„Für die Ärzte war es ein Wunder, dass ich überhaupt noch stand!“

Die meisten Menschen verbinden eine Stammzellspende automatisch mit dem Thema Blutkrebs – doch es gibt noch weitere Krankheiten, bei denen sie Patienten in Lebensgefahr eine zweite Chance auf Leben geben kann. Eine davon ist die aplastische Anämie. Und genau davon erzählt Jasmins Geschichte…

Ein paar kleine blaue Flecken, das ist eigentlich nichts, worüber man sich Sorgen macht. Irgendwann ging Jasmin dennoch zum Arzt – der Beginn einer Diagnose aus dem Nichts, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Auf den Arztbesuch folgte vermeintlich ganz normal der Weg zur Arbeit, doch von dort holte ihr Hausarzt sie persönlich ab: Er hatte ihre Testergebnisse erhalten und fuhr sie direkt in die Notaufnahme. Alle Blutwerte waren verschoben und ihre Ärzte fassungslos – auch darüber, dass sie überhaupt noch auf den Beinen stand.

„Für die Ärzte war es ein Wunder, dass ich überhaupt noch stand!“

Nach zwei Wochen voller Untersuchungen und Ahnungslosigkeit erhält Jasmin in der Uniklinik die Diagnose: eine schwere Form der aplastischen Anämie, konkret eine Störung der Knochenmarksfunktion. Dabei ist die Bildung aller Blutzellen vermindert, wodurch ein Mangel an Blutplättchen, weißen und roten Blutkörperchen entsteht. Heimtückisch, denn die Krankheit ist selten und wird anfangs oft verwechselt, z.B. mit einer Leukämie.

Auf den Arztbesuch folgte vermeintlich ganz normal der Weg zur Arbeit, doch von dort holte ihr Hausarzt sie persönlich ab...

Jasmins Ärzte versuchten zunächst, ihr mit einer sogenannten ATG-Therapie zu helfen, doch in der Wartezeit traten durch die fehlenden Abwehrkräfte fast alltäglich neue Komplikationen auf. Trotzdem verlor Jasmin nie den Mut, sondern sagte: „Ich lasse mich nicht unterkriegen!“ Kämpferisch musste sie auch sein: Aufgrund eines Infekts wurde die Chemotherapie vor der geplanten Knochenmarktransplantation kurzfristig abgebrochen, woraufhin Jasmin weitere sechs Monate Wartezeit durchstand. Die Blutarmut brachte sie an ihre Grenzen: „Ich ging nur einen Meter und dachte, mein Herz bleibt vor Anstrengung stehen.“ Schließlich konnte die Transplantation doch endlich stattfinden: „Mein Spender spendete nicht nur Stammzellen aus dem Blut, sondern sogar aus dem Knochenmark. Ich bin ihm auf ewig dankbar dafür, dass er sogar eine OP auf sich nahm!“

Nach der Transplantation waren Jasmins Blutwerte zunächst normal, doch eine einfache Erkältung führte zu einer Lungenentzündung und einem Monat im künstlichen Koma. Durch zwei Toxoplasmosen musste sie weiterhin viel Zeit im Krankenhaus – auch noch einmal im künstlichen Koma – durchstehen, bevor bis Januar 2014 endlich die Reha folgen konnte.

Doch Jasmin hat weder ihren Kampfgeist noch ihren Optimismus verloren – und sieht sogar etwas Positives in ihrer langen Krankheitsgeschichte: „Man weiß die beste Familie, die besten Freunde und jeden einzelnen Moment überhaupt erstmal so richtig zu schätzen!“ Ihre Mission jetzt: Sie will nicht nur Erkrankten Mut machen, sondern auch das allgemeine Bewusstsein dafür stärken, dass es neben Blutkrebs weitere Krankheiten gibt, für die dringend Stammzellspenden benötigt werden. „Nur, weil man von diesen Krankheiten viel weniger hört, heißt das nicht, dass sie nicht da sind – und Geschichten wie meine dahinter existieren!“ Wir ziehen den Hut vor Jasmin, ihrem Engagement und ihrer Haltung und wünschen ihr alles Gute.

Wir ziehen den Hut vor Jasmin, ihrem Engagement und ihrer Haltung und wünschen ihr alles Gute.

Ihre Geschichte hat Sie berührt und Sie wollen sich jetzt als Stammzellspender registrieren? Dann bestellen Sie hier Ihr Registrierungsset!