Julas Weg zum Lebensretter - Teil 1: „Alles begann mit einer Tafel Schokolade"

26 April 2016

Jula wohnt in Ludwigshafen und wird in ein paar Wochen Stammzellen aus dem Beckenkamm spenden. Hier erzählt sie ihre Geschichte:

„Alles begann im Oktober 2015 mit einer Tafel Schokolade: Nach dem Mittagessen in der Mensa der Hochschule lockte die DKMS mit einer Tafel meiner Lieblingsschokolade nach Registrierungen in der Spenderkartei. Da ich mir dachte, dass das keine schlechte Sache ist und ich mich schon immer registrieren lassen wollte - und außerdem natürlich Lust auf Schokolade hatte – ließ ich mich in die Kartei aufnehmen. Und das ging erstaunlich einfach: Stäbchen rein, Spender sein!

Ich dachte mir, dass sich niemals jemand bei mir melden würde. So war es dann aber nicht! Am 01.04. bekam ich eine E-Mail, dass ich als Spender in der engeren Auswahl bin. Erst dachte ich, das sei ein Aprilscherz, doch bei einem ausführlichen Telefonat wurde mir erklärt, dass es möglich ist, dass ich als Spender für einen erkrankten Patient in Frage komme. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich wirklich der genetische Zwilling bin, wie ein Sechser im Lotto. Zwei Tage später ließ ich mir bei meinem Hausarzt Blut abnehmen und schickte die Probe zur näheren Untersuchung zur DKMS.

Julias Weg zum Lebensretter Teil 1 - „Alle Begann mit einer Tafel Schokolade"

Etwa eine Woche nach dem Einsenden der Blutprobe bekam ich einen Anruf. Ich saß gerade in der Bahn auf dem Weg zum Geburtstag meiner Schwester, als mir mitgeteilt wurde, dass ich der passende Spender bin! über die Wangen und die Leute in der Bahn schauten mich etwas komisch an. Ich musste keine Sekunde überlegen, als ich gefragt wurde, ob ich zur Spende bereit stehe - was gibt es da zu überlegen? Wann bekommt man schon mal die Chance, ein Menschenleben zu retten und etwas so Gutes zu tun? Für mich war sofort klar, dass ich helfen werde.

Direkt bei dem Geburtstag meiner Schwester berichtete ich allen die Neuigkeit. Die Reaktionen meiner Freunde und Familie waren geteilt: Einige waren sehr verunsichert, ob ich mich damit nicht selbst „in Gefahr“ begeben würde. Vor allem, weil bei mir Knochenmark entnommen wird und nicht, wie in den meisten anderen Fällen, die Stammzellen durch die Blutwäsche gewonnen werden, hatten einige Zweifel. Das Verfahren der Spende hängt vom Krankheitsbild des erkrankten Patienten ab, wurde mir erklärt. Die meisten meiner Freunde jedoch konnten es gar nicht glauben und ließen sich von meiner Freude und Aufgeregtheit anstecken und zeigten mir ihren Respekt.

Durch die wirklich kompetente und enge Beratung meiner Betreuerin, welche mir stets für Fragen zur Verfügung steht und mir auch sämtliche Zugtickets gebucht hat, habe ich keine Angst und bin über jeden Schritt bestens informiert. Jetzt geht alles ganz schnell, schon diese Woche soll ich zur Untersuchung ins Krankenhaus und in circa 4 Wochen ist die Entnahme des Knochenmarks."

Julia wird hier und auf unserer Facebook-Seite weiter über ihren Weg zum Lebensretter berichten.