Ich hätte noch viel mehr auf mich genommen, um zu helfen!

1 Juni 2017

Leonie hatte schon lange den Plan, sich registrieren zu lassen – und als sie es dann tat, war es der genau richtige Zeitpunkt: Schon innerhalb von weniger als einem Jahr kam sie als Spenderin für einen Patienten infrage.

Damit ist sie einerseits fast ein „statistischer Sonderfall“ (die Wahrscheinlichkeit liegt bei ca. einem Prozent, innerhalb der ersten zehn Jahre zu spenden, aber sie hängt natürlich von den Gewebemerkmalen ab) und andererseits zeigt es, wie wichtig es sein kann, die Registrierung nicht mehr aufzuschieben.

„Letztes Jahr im Juni hat eine sehr liebe Freundin von mir einen Link der DKMS bei Facebook geteilt. Eigentlich hatte ich schon lange den Plan, mich registrieren zu lassen, denn mir war bewusst, wieviel an so einer Spende hängen kann. Im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen, von denen es in meinem Umfeld leider einige gab, kann man hier aktiv helfen. Es ist schon toll, wie weit die Medizin in diesem Fall fortgeschritten ist: Man muss eigentlich so wenig tun und kann damit so viel bewegen! Doch wie das immer so ist: Erst verschiebt man es auf morgen, dann vergisst man es oder kommt doch einfach nicht dazu. Als ich jedoch den Post meiner Freundin sah, habe ich sofort die Gelegenheit genutzt. Kurze Zeit später kam das Set bei mir an – und es war überraschend einfach, sich zu registrieren.“

Eigentlich hatte ich schon lange den Plan, mich registrieren zu lassen.

Ganz real wurde das Ganze für Leonie spätestens, als sie einen Brief erhielt, dass sie in die engere Auswahl komme. Sie erzählt uns: „Seit dem Zeitpunkt habe ich sehr gehofft, dass ich als Spenderin infrage komme!“ Nach Einsenden der Blutprobe vergingen dann einige Wochen. Da der ganze Prozess vom Zustand des Patienten abhängt, ist eine solche Verzögerung nicht untypisch – Leonie erzählt uns jedoch, dass sie gar nicht mehr damit rechnete, dass es passen könnte. „Der entscheidende Anruf kam dann, als ich gerade bei meinem Werkstudentenjob war. Ich konnte dort nicht ans Telefon gehen, war aber schon sehr aufgeregt und habe nach Feierabend sofort zurückgerufen. Da hat sich bestätigt, dass ich tatsächlich als Spenderin infrage komme! Ich habe mich wahnsinnig gefreut, aber gleichzeitig war ich auch sehr aufgeregt: Mir wurde gesagt, dass ich Knochenmark aus dem Beckenkamm spenden werde, ein kurzer Eingriff unter Vollnarkose. Das kommt nur in 20% der Spenden so vor – und es sollte der erste Krankenhausaufenthalt in meinem Leben werden. Doch der Gedanken an „meinen“ Patienten stand direkt im Vordergrund, also war ich vor allem auch stolz, helfen zu können!“

Ich hätte noch viel mehr auf mich genommen, um zu helfen!

 

Leonies Gedanken kreisten immer wieder darum, wie sich ihr Patient wohl gerade fühlt, wer er oder sie ist, wie sein/ihr Leben bis zur Diagnose aussahen und wo er oder sie wohl herkommt. „Vor allem mit meinem Freund Jan, meiner Familie und meinen engsten Freunden habe ich über die Spende gesprochen und zur Vorbereitung die Erfahrungsberichte auf der Homepage durchgelesen und die Videos angesehen. Ich bekam wahnsinnig viel Zuspruch, der mich nur noch mehr bestärkt und dabei die Angst und Nervosität vor dem Eingriff auch gering gehalten hat. Vor allem hat es mich riesig gefreut, dass sich drei meiner Freunde auch registrieren ließen und Geld spendeten – so hat meine Spende nicht nur meiner Patientin eine zweite Chance geschenkt, sondern vielleicht auch noch weiteren Menschen!“

Ich bekam wahnsinnig viel Zuspruch, der mich nur noch mehr bestärkt.

Am Tag der Spende ging es früh los: Leonie war als erstes dran, direkt nach dem Aufwachen. Nach der Narkose war ihr Vater schon im Krankenhaus. Kurze Zeit später kam auch ihr Freund zu Besuch. Leonie erhielt die entscheidende Info, dass alles sehr gut verlaufen war. Dann war es an der Zeit für etwas mehr Informationen: Von der DKMS erfuhr sie, dass es sich bei ihrer Patientin um eine 30-jährige Frau aus den USA handelt. Die Schmerzen hatte sie sich weit schlimmer vorgestellt: „Sie waren wirklich gering! Es fühlte sich an wie ein blauer Fleck und drückte noch eine Zeit lang, wenn ich mich bückte, aber sonst schränkte mich die Spende nicht ein. Ansonsten war ich durch den Blutverlust und Eisenmangel am Tag der OP etwas kurzatmig und müde, aber das war alles. Im Krankenhaus von den Ärzten und auch von meiner Familie und meinem Freund wurde ich sehr gut umsorgt, daher habe ich die Spende sehr positiv erlebt.“

Der Gedanken an „meinen“ Patienten stand im Vordergrund.

Und nach der Spende stellte sich für Leonie eine wichtige Erkenntnis ein: „Ich hätte sogar viel mehr Schmerzen, Zeit im Krankenhaus oder ähnliches auf mich genommen, um einem Patienten eine zweite Chance zu schenken! Ich war überrascht, dass der Aufwand und die Folgen wirklich so gering waren – und dabei so unglaublich entscheidend! Ich würde jederzeit wieder spenden!“

Als registrierter Stammzellspender kann man Blutkrebspatienten eine zweite Chance auf Leben schenken. Einfach online das Registrierungsset anfordern www.dkms.de/spender-werden