Medaillengewinner von Rio spendet Stammzellen

17 März 2017

Schon seit sehr langer Zeit unterstützt uns der Deutsche Hockeybund (DHB) im Kampf gegen den Blutkrebs. Damals erkrankte Damen-Nationaltorhüterin Maike Schrader an Leukämie, seither engagiert sich der DHB und blieb uns auch weiterhin verbunden.

Maike hat den Kampf gegen den Krebs leider verloren, aber in Gedenken an sie ist in ganz vielen Clubs der Wunsch geblieben, sich dafür zu engagieren, dass sich möglichst viele Menschen als Stammzellspender registrieren lassen. Heute, einige Jahre später, zeigen wir einen weiteren der tollen Erfolge aus der langjährigen Verbundenheit zwischen der DKMS und dem DHB: Vor wenigen Monaten konnte ein Nationalspielerspieler einem Menschen eine zweite Chance auf Leben geben. Es ist der sportverrückte, gesellige und der nach seiner Selbstbeschreibung ein wenig eigenbrötlerische Linus Butt.

Medaillengewinner von Rio Linus Butt

Wenn Linus auf das Jahr 2016 zurückblickt, dann war es mehr als ereignisreich: Er gewann die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Rio, Söhnchen Emil kam zur Welt und mit seiner Stammzellspende gab er einem fremden Menschen eine zweite Chance auf Leben!

„Als ich mich vor zehn Jahren bei einer Registrierungsaktion bei uns im Hockeyverein als Stammzellspender registriert habe, hätte ich nicht gedacht, dass eines Tages der Anruf der DKMS kommen wird. Ich saß gerade mit einigen Freunden im Auto und war auf dem Weg nach Berlin, als ich angerufen wurde. Ich war sehr aufgeregt, habe mich aber gleichzeitig sehr darüber gefreut, dass ich für eine Spende infrage komme“, erzählt uns der 29-Jährige.

Linus und Söhnchen Emil

Seit einem Jahr arbeitet Linus zudem als Arzt in der Uni-Klinik in Köln, sodass ihm das Thema Stammzellspende nicht ganz fremd ist. „Gerade die praktische Erfahrung mit sehr schwer kranken Patienten war und ist für mich sehr prägend. Ich habe aus diesem Grund keine Minute gezögert und gesagt: Klar spende ich!“

Anders als bei den meisten Spendern wurde bei Linus eine Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm durchgeführt. „Um ehrlich zu sein, war die ganze Entnahme unspektakulärer als ich sie mir zuerst vorgestellt habe! Es gab zwei kleine Einschnitte im Bereich des hinteren Beckenknochens unter Vollnarkose. Nach der Spende war ich noch etwas kaputt, aber eigentlich ging es mir sehr gut und die Stelle, an der mein Knochenmark entnommen wurde, hat fast gar nicht geschmerzt.“

Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Rio

Mit Linus zusammen haben noch drei weitere Personen an diesem Tag Stammzellen aus dem Beckenkamm gespendet. „Mit ihnen ins Gespräch zu kommen und unsere Gedanken über die Spende auszutauschen, war eine sehr schöne Erfahrung. Am zweiten Abend unseres Klinikaufenthalts sind wir sogar zu viert ins Kino gegangen und hatten einen sehr netten Abend zusammen!“

Linus hat für eine Frau in Frankreich gespendet. Die Datenschutzbestimmungen sind dort strenger als in Deutschland, deswegen hat er als Spender auch nicht die Möglichkeit, seine Empfängerin kennenzulernen. Aber einen anonymen Brief zu schreiben, das hat er sich fest vorgenommen.

Linus hat für eine Frau in Frankreich gespendet.

Die Geschichte von Linus zeigt einen der vielen Wege, wie Menschen auf die Stammzellspende aufmerksam werden und sich registrieren. DHB-Präsident Wolfgang Hillmann ist stolz und sagt: „Wir freuen uns, dass die langjährige Charity-Partnerschaft immer wieder durch das Engagement bekannter oder unbekannter Mitglieder der Hockeyfamilie für die DKMS untermauert wird."

Die DKMS freut sich, solche starken Partner im Kampf gegen den Blutkrebs an ihrer Seite zu haben – wir sagen DANKE für die langjährige Zusammenarbeit! Jetzt als Stammzellspender registrieren!