"DAS JETZT ZÄHLT!" - Marisas Geschichte

20 Dezember 2016

Vor etwas mehr als drei Jahren wurde Marisa in ihrer ersten Lehrerstelle ohne jede Vorwarnung völlig aus dem Alltag gerissen. Die Diagnose: Blutkrebs. Durch eine erfolgreiche Stammzelltransplantation ist sie mittlerweile wieder zurück im Klassenzimmer. Nachdem 2013 an ihrer Referendariatsschule eine Registrierungsaktion für sie stattfand, organisierte sie nun eine eigene Aktion an der Schule, an der sie seit 2014 unterrichtet. Das Resultat: 126 potenzielle neue Lebensretter!

Ich liebe meine Arbeit!“ – und der Enthusiasmus ist Marisa anzuhören, wenn sie das so sagt. Nachdem sie selbst 2013 an einer akuten undifferenzierten Leukämie erkrankte, ist es ihr heute besonders wichtig, junge Menschen dafür zu sensibilisieren, mit wie wenig Aufwand sie vielleicht ein Leben retten könnten. Natürlich ist das auch ein Thema im Unterricht, sie selbst geht offen mit ihrer Geschichte um. Die emotionalsten Momente? „Wenn ein Schüler sofort fragt, wo und wie er sich registrieren lassen kann, um anderen zu helfen, das berührt mich definitiv am meisten!

Gemeinsam die Zeit genießen

Umso größer die Freude, als am vergangenen Freitag 126 Schüler ab 17 Jahren genau dies taten. Damals, als Marisa erkrankt war, fand an ihrer Referendariatsschule eine Registrierungsaktion statt, während sie nach künstlichem Koma gerade erst wieder lernen musste, zu atmen, zu laufen und feste Nahrung zu essen. Ihre eigene Diagnose kam zuvor aus dem Nichts – im Grunde ohne Symptome. „Ich hatte einfach nur unglaublich viel vor, ich hatte ja gerade meine erste Stelle als Lehrerin angetreten. Wenn man jahrelang auf ein Ziel hinarbeitet, endlich ankommt und dann direkt erfährt, dass man für unbestimmte Zeit ins Krankenhaus müsse – nicht wissend, ob man überhaupt wieder raus käme – das ist furchtbar! Einerseits war ich wie gelähmt, andererseits plötzlich voller Power, das jetzt auch noch zu überstehen.

Ein gemeinsamer Ausflug

Und mehr von dieser Power setzt Marisa nun ein, damit sich noch mehr Menschen als Stammzellspender registrieren. Gerade junge Menschen sind für die DKMS besonders wichtig, denn wenn sie gesund sind, können sie sehr lange in der Datei als potentieller Lebensretter aktiv bleiben. Was für ein Gefühl es war, als sie selbst die Nachricht erhielt, dass ein Spender gefunden wurde, daran erinnert sich Marisa genau: „Wir haben uns riesig gefreut. Das Warten und Hinarbeiten auf ein bestimmtes Ziel war ich ja schon gewohnt – aber es ist noch mal ein ganz anderes Gefühl, wenn das Leben tatsächlich davon abhängt und man dann endlich die erlösende Nachricht bekommt!

Auswirkungen der Chemo

Auch Silvester ist in bleibender Erinnerung – schließlich jährt sich in diesem Jahr zum dritten Mal der Tag, an dem Marisa nach der Transplantation die Isolierstation verlassen und den Jahreswechsel zuhause feiern durfte. Dennoch schloss sich danach noch eine schwere Zeit an: Abstoßungsreaktionen erschwerten den Alltag und das Wissen, nicht belastbar zu sein und nicht zu ihren enorm vermissten Tieren zu dürfen, bedrückte sie zusätzlich.

Marisa mit langen Haaren

Ihre eigene Lösung: „Irgendwann beschloss ich, dass es das Beste für mich wäre, wieder regelmäßig einer Aufgabe nachzugehen. Ich bestellte mir spezielle Atemschutzmasken im Internet und machte mich jeden Morgen mit Schutzkleidung und Gummihandschuhen auf den Weg in den Stall, um wenigstens meine Pferde auf die Koppel zu lassen. Mein Mann war weniger begeistert – er machte sich doch ziemliche Sorgen, da die Infektionsgefahr noch immer sehr hoch war. Doch auch er erkannte bald, dass es für mich in diesem Moment keine bessere Medizin gab.“ Als nach den Sommerferien 2014 – nicht einmal ein Jahr nach der Transplantation – klar war, dass sie wieder arbeiten gehen und ihr „altes Leben“ leben durfte, ging es ihr endlich wieder gut, auch wenn noch immer viele Tabletten auf dem täglichen Speiseplan standen und die Abstoßungsreaktionen mal mehr, mal weniger plagten. Heute gehören die Abstoßungsreaktionen der Vergangenheit an und Marisa muss auch kaum noch Tabletten einnehmen. „Ich gelte zwar erst in zwei Jahren offiziell als geheilt, aber das nehme ich nicht so ernst. Das Jetzt zählt!

Marisa mit ihren beiden Lieblingen

Ein wahres Wort! Falls Du noch nicht registriert bist, bestelle dir jetzt hier online Dein Registrierungsset und hilf uns in weniger als fünf Minuten, noch mehr Patienten zu helfen: Wir besiegen Blutkrebs!

Wenn Du ebenfalls eine Aktion organisiern möchtest, freuen wir uns natürlich auch darüber sehr – schick uns jederzeit gern eine Mail an aktion@dkms.de.