Eine Geschichte zum Muttertag: Die Gründung der DKMS

8 Mai 2015

Mitte der 80er Jahre erkrankte Mechtild Harf an Brustkrebs und überlebte, doch 1990 folgt eine weitere schreckliche Diagnose: AML - Akute myeloische Leukämie, eine Form von Blutkrebs. Mechtilds einzige Chance zu überleben: eine Stammzellspende. Damals sind in Deutschland gerade mal 3000 potenzielle Stammzellspender registriert und die DKMS gibt es noch nicht. Die Chance, eine Blutkrebserkrankung zu überleben, ist sehr gering. Die verzweifelte Suche nach einem passenden Spender für Mechtild beginnt. Fieberhaft wird nach einem genetischen Zwilling für Peter Harfs Frau und der Mutter seiner Töchter Katharina und Viktoria gesucht. Trotz allen Bemühungen stirbt Mechtild 1991 leider an den Folgen der Erkrankung.

Die tragische Geschichte ihrer Mutter inspirierte Katharina

„Obwohl ich meine Mutter schon mit 14 Jahren verloren habe, hatte ich eine sehr innige und liebevolle Beziehung zu ihr. Sie hat mir viele Dinge für mein weiteres Leben mitgegeben. Meine Mutter hat mir beigebracht, dass Familie und Freunde immer an erster Stelle stehen sollten. Und ich werde für den Rest meines Lebens weiter gegen den Blutkrebs kämpfen und so hoffentlich verhindern, dass betroffene Familien einen geliebten Menschen verlieren.“

Katharina Harf ist Mitbegründerin der DKMS-Partnerorganisation Delete Blood Cancer in den USA und heute selbst Mutter eine kleinen Tochter.

Diesen herben Schicksalsschlag nahm Dr. Peter Harf als Startschuss zur Gründung der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Noch an Mechtilds Sterbebett gab er ihr sein Versprechen eine Datei aufzubauen, um Blutkrebspatienten helfen zu können. Gemeinsam gründete Peter Harf mit weiteren Familienmitgliedern und Freunden im Jahr 1991 die DKMS. Das Handeln der DKMS ist seitdem langfristig ausgerichtet und zwar auf die Erfüllung der Vision: Wir besiegen Blutkrebs.

Mittlerweile sind mehr als fünf Millionen Menschen weltweit in der DKMS als potenzielle Lebensretter registriert. Doch noch ist der Blutkrebs nicht besiegt und die DKMS setzt sich weiter mit voller Kraft dafür ein, dass Blutkrebspatienten auf der ganzen Welt einen passenden Spender finden und so eine neue Chance auf Leben bekommen. Die Chancen für Blutkrebspatienten sind mittlerweile viel besser als damals, dennoch ist es wichtig, dass sich so viele Menschen wie möglich als potenzielle Lebensretter registrieren – nur so können wir verhindern, dass betroffene Familien geliebte Angehörige verlieren.

Die DKMS engagiert sich aber auch aktiv in Sachen Forschung und Mechtild Harf wurde Namensgeber eines bekannten Preises für Wissenschaftler. Ganz aktuell wurde auch ein Forschungsprogramm in ihrem Namen ins Leben gerufen.

DKMS-Mechtild-Harf-Wissenschaftspreis

Der DKMS-Mechtild-Harf-Wissenschaftspreis wird von der DKMS Stiftung Leben verliehen und ist bei Wissenschaftlern und Forschern im Bereich der Stammzellforschung seit Jahren ein bekannter und hochangesehener Preis. Im Rahmen des EBMT Kongress wird der DKMS-Mechtild-Harf-Wissenschaftspreis jährlich vergeben. Traditionell wird die Verleihung des Preises am Montag während des Kongress abgehalten. Verliehen wird der Preis an Personen, die herausragende Arbeit im Bereich Forschung und Wissenschaft auf dem Gebiet der Stammzellforschung geleistet haben.

Mechtild Harf Forschungsprogramm

Mit dem Mechtild Harf gewidmeten Forschungsprogramm soll jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit gegeben werden, Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der hämatopoetischen Stammzelltransplantation oder zellulärer Therapien gegen Blutkrebs zu realisieren. Die Finanzierung und Verwaltung dieses Forschungsprogrammes erfolgt durch die DKMS. Das Mechtild Harf Forschungsprogramm vergibt jedes Jahr zwei Stipendien. Dabei fokussiert sich ein Stipendium auf klinische Forschung, das andere Stipendium unterstützt Laborforschung. Die finanzielle Unterstützung erfolgt, abhängig vom Projektfortschritt, für maximal drei Jahre.