Eine Oldtimerrallye und eine neue Lebenschance - Andreas Klocke über seine Lebensspende

19 Februar 2014

Meine Geschichte mit der Stammzellspende finde ich gar nicht so bemerkenswert. Eigentlich sollte es für jeden selbstverständlich sein, so etwas zu machen. Ich habe mich vor Jahren bei der DKMS registriert und eigentlich nicht damit gerechnet, dass ich als Spender in Frage komme. Aber irgendwann kam dann der Anruf.

Mir wurde das erste Mal bewusst, was da an dem anderen Ende der Kette hängt.

Ich sollte Blut abgeben für eine genauere Untersuchung. Danach bekam ich auch recht zügig Bescheid, dass ich nach Dresden zu der großen Untersuchung kommen sollte. An einem Mittwochabend kam ich dann in Dresden an. Am frühen Morgen ging der Untersuchungsmarathon im Klinikum los. Komplett durchgecheckt, für tauglich befunden und um gefühlte drei Liter Blut erleichtert, wurde ich dann kurz nach Mittag wieder entlassen.

Ich hatte noch einen halben Tag Zeit, mir die tolle Altstadt näher anzuschauen. Der Zauber von Dresden und eine dort stattfindende Oldtimerrallye sorgten dann, gepaart mit meiner Trotteligkeit, prompt dafür, dass ich meinen Flieger verpasst habe. Aber auch hier fanden sich Lösungen und nach einer lauschigen Nacht auf dem Flughafen ging es morgens wieder Richtung Heimat.

Der erste Entnahmetermin wurde angesetzt. Dieser wurde dann aber kurzfristig wieder abgesagt wegen gesundheitlicher Probleme des Empfängers. So wurde mir das erste Mal richtig bewusst, was da an dem anderen Ende der Kette hängt. Ich hoffte und fieberte mit und irgendwann kam der erlösende Anruf, in dem ich den endgültigen Entnahmetermin erfahren habe.

Mich macht es einfach froh, helfen zu können.

Natürlich musste jetzt alles ganz schnell gehen, aber mein Arbeitgeber spielte bei Allem mit. Also wieder nach Dresden und ab unters Messer. Die Entnahme war völlig problemlos. Das was ich an Schmerzen aushalten musste, ist ein Witz, gemessen am Nutzen. Bei dem Abschlussgespräch mit dem sehr netten Oberarzt, eröffnete mir dieser, dass meine Zellen schon auf dem Weg in die USA sind, wo ein neunjähriger Junge sehnlichst drauf wartete.

Da ich selber einen etwas älteren Jungen habe, bekam ich Gänsehaut und war sehr ergriffen. Inzwischen geht es dem Kleinen wieder so gut, dass er wieder zur Schule gehen kann. Mich macht es einfach froh, helfen zu können. Inzwischen habe ich auch ein paar Leute überzeugen können, sich als potenzieller Spender registrieren zu lassen. Ich hoffe, den Kleinen irgendwann einmal kennen zu lernen. Ich möchte wirklich gerne sehen, wie ein genetisch so ähnlicher Mensch aussieht. Ich bin froh, dass es die DKMS mit ihren sehr engagierten Leuten gibt und dass sie eine so außergewöhnliche Erfahrung möglich macht.