„Ich bin dankbar, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen“ – Saskia über die Stammzellspende ihres Freundes

28 August 2015

Saskia begleitete ihren Freund Andreas zur Stammzellspende nach Köln. Sie hat Ihre Erfahrungen niedergeschrieben und uns zur Verfügung gestellt, um noch mehr Menschen zu inspirieren, sich als potenzielle Stammzellspender zu registrieren:

 

„Erst war es ein Tag wie jeder andere auch. Doch dann lag zu Hause ein Päckchen von der DKMS. Ich fragte meinen Freund Andreas, was das denn wäre und er meinte nur, dass er zur Blutabnahme zum Arzt müsse, weil es sein könnte, dass er als Stammzellenspender in Frage kommt. Der Arzt würde dann alles an die DKMS schicken und er bräuchte sich um nichts kümmern. Ich dachte: Ja cool, vielleicht kann er ein Leben retten, aber wie wahrscheinlich ist es, dass seine Stammzellen wirklich passen? Nach knapp zwei Monaten kam dann wieder Post. Als wir den Brief zusammen gelesen haben, war ich geschockt und stolz zugleich: Mein Freund sollte Stammzellspender werden!

Es ging zur Voruntersuchung nach Köln. Andreas kam danach nach Hause und drückte mir eine Tüte mit Spritzen in die Hand. Da ich mit meinem Diabetes mir auch jeden Tag das ein oder andere Mal eine Nadel in meinen Bauch stechen muss, hab ich mit ihm gelitten. Samstags ging es also mit der ersten Spritze los. Am darauffolgenden Montag war der erste Tag an dem ich gemerkt habe, dass es ihm nicht so gut geht. Er hatte Kopfschmerzen und der Rücken tat ihm weh. Dies sind aber „normale“ Nebenwirkungen. Daher habe ich mir nicht viel dabei gedacht. Am Dienstag ging es dann mit dem Zug nach Köln und so langsam wurde auch ich nervös. Würde alles klappen? Bekommt der Patient rechtzeitig seine neuen Stammzellen? Wie viele Menschen spenden mit meinem Freund zusammen? Wie läuft so eine Spende ab? Mir gingen so einige Fragen durch den Kopf.

Um nicht ganz so nervös zu sein, haben wir Dienstag noch einen Rundgang durch die Stadt gemacht. Dann ging es früh ins Bett, denn am nächsten Tag sollten wir um 07:30 Uhr in der Klink sein.

Nach einem schnellen aber guten Frühstück ging es ins Taxi und zur Klink. Dort wurden wir sehr freundlich empfangen. Nach kurzer Zeit wurde mein Freund aufgerufen. Nun saß ich da und musste warten. In solchen Situationen gibt es ja kaum etwas Schlimmeres. Nach rund 45 Minuten kam die freundliche Schwester wieder und meinte ich dürfe mal schauen, was Andreas so macht.

Mein Freund lag in einem bequemen Bett und war an das Entnahmegerät angeschlossen. Er lächelte mich an. Ihm ging es gut und alles lief nach Plan. Die Schwester erklärte dann noch was genau in dem Entnahmegerät passiert und wie alles ablaufen würde, wenn die Entnahme abgeschlossen ist. Dann durften sich die Spender einen Film aussuchen. Also konnte ich einmal schnell „Tschüss“ sagen und mich auf den Weg in die Stadt machen.

Gegen Mittag konnte ich Andreas wieder einsammeln. Als ich in der Entnahmeklinik ankam, saß er bereits im Wartebereich - Kaffee und Brötchen in der Hand und ein Lächeln im Gesicht. Nach einer halben Stunde Wartezeit um zu sehen, ob es ihm auch wirklich gut geht, ging es zurück ins Hotel. Am Nachmittag kam der Anruf, dass genügend Stammzellen aus seinem Blut gefiltert werden konnten. Dann folgte der für mich spannendste Moment: Mein Freund rief die Nummer an, bei der man Alter, Geschlecht und Land seines Patienten erfragen konnte. Wir waren einfach nur neugierig und wollten es unbedingt wissen.

Damit hatte sich die Stammzellenspende auch schon erledigt. Andreas ging es gut, besser als wir erwartet hatten. Wir haben dann noch ein bisschen Köln unsicher gemacht. Am nächsten Tag ging es wieder nach Hause.

Was für ein Fazit ich von dieser ganzen Geschichte ziehe und warum ich alles aufschreibe? Ganz einfach: Was für ein unfassbar gutes Team hinter der DKMS steht, scheint nach außen hin für viele klar zu sein. Wenn man aber Stück für Stück alles mitbekommt, hat man eine ganz andere Sicht auf die Dinge, die all die Menschen tun, um Leben zu retten. Was für Kosten übernommen werden müssen, was für Dienstleistungen erbracht werden, mit wie viel Liebe, Freude und Elan die Spende durchgeführt wird und was alles organisiert werden muss. Ich ziehe meinen Hut vor jedem, der daran Teil hat und hilft, Menschenleben zu retten!

Ich bin dankbar, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen und hoffe, dass mein Freund mit seiner Spende ein Menschenleben retten konnte. Ich persönlich darf leider nicht spenden, aber ich werde die DKMS unterstützen wo ich nur kann. Sei es mit Geldspenden oder mit Aufrufen zur Registrierung, über Facebook oder mit was auch immer. Was diese Menschen tun, ist einfach unbeschreiblich.

Fasst euch ein Herz, Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein!

Ist das zu viel verlangt? Würdet Ihr euch nicht über jeden freuen, der sich registriert hat, wenn ihr selbst auf eine Stammzellspende angewiesen wärt? Wenn es aus gesundheitlichen Gründen nicht machbar ist zu spenden, dann geht doch einfach einmal weniger feiern oder essen und spendet den Betrag an die DKMS. Was gibt es Schöneres als sagen zu können: Ich habe dabei geholfen, ein Menschenleben zu retten?“

Registrieren Sie sich jetzt als Stammzellspender und geben Sie so vielen Blutkrebspatienten auf dieser Welt neue Hoffnung!