Stammzellspender sind wie ein Silberstreifen am Horizont!

Stefanie aus Jena hat Stammzellen gespendet. Bis heute beschäftigt sie sich mit ihrer Lebensspende. Denn Stammzellen zu spenden für einen Menschen, den man gar nicht kennt, ist ein außergewöhnliches Ereignis:

„Als ich den ersten Brief der DKMS erhielt, in dem stand, dass ich für einen Patienten in die engere Auswahl "gerückt" bin, habe ich noch nicht daran geglaubt, dass ich am Ende die „Auserwählte“ sein werde. Aber seitdem fest stand, dass meine HLA-Merkmale identisch mit dem des Empfängers sind, geht mir eine Frage nicht mehr aus dem Kopf: Wer ist dieser Mensch, der auf meine Stammzellen angewiesen war?

Stefanie aus Jena hat vor einem Jahr Stammzellen gespendet.

Wenige Stunden nach meiner Spende habe ich das Geschlecht, das Alter des Patienten, sowie das Land in dem er lebt, erfahren. Leider wusste ich ab diesem Moment auch, dass ich meinen genetischen Zwilling nie kennenlernen darf. Würde es sich um einen deutschen Patienten handeln, hätte ich ihn nach einer zweijährigen Anonymitätsfrist kennenlernen dürfen. Leider gilt dies nicht für das Land aus dem mein Empfänger kommt. Meine Hoffnung besteht aber darin, dass wir zumindest anonymen Briefkontakt haben dürfen.

Das Warten auf eine Nachricht von meinem genetischen Zwilling endete kurz vor der Registrierungsaktion für den 5-jährigen Fredrik aus Jena, die ich mit dem DKMS-Spenderclub unterstützte.

Registrierungsaktion für den 5-jährigen Fredrik aus Jena

Ich hatte Tränen in den Augen – aber ganz klare Freudentränen! In dem handgeschriebenen Brief bedankte sich mein genetischer Zwilling für meine unglaubliche Courage und Heldentat. Meine Stammzellen sind bei ihm wie gewünscht angewachsen und dank mir darf mein Empfänger sein Enkel aufwachsen sehen und hoffentlich noch sehr lange "Opi" sein . Er schrieb, dass meine Familie und Freunde stolz auf mich sein können und sich davon sicherlich noch eine Scheibe abschneiden können, denn eine Stammzellspende sei für viele nicht selbstverständlich!

Stefanie und der emotionale Brief ihres Patienten

Der Brief meines genetischen Zwillings war jedenfalls unsere Motivation für die Registrierungsaktion am 27.2.16 im Jenaer Stadion und gab allen Beteiligten, sowohl Fredriks Familie als auch allen Helfern und neuen potenziellen Spendern neue Kraft und Hoffnung. Das Tolle ist, dass sich die Suche nach einem Stammzellspender auch für Fredrik gelohnt hat. Meine Stammzellspende war für mich ein unvergessliches tolles Erlebnis! Ich würde es jederzeit wieder tun, denn das Gefühl ein Leben gerettet zu haben ist ein unbeschreiblich! Ich bin daher der Meinung: Stammzellspender sind wie ein Silberstreifen am Horizont!"