„Es erfüllt einen mit großem Stolz, einem anderen Menschen helfen zu dürfen!“ Andreas spendete Stammzellen für eine junge Frau aus Polen.

4 September 2014

Als langjähriger Blutspender war eine Registrierung als Stammzellspender für Andreas eine logische Konsequenz. Im Jahr 2012 war es für den Bäckermeister aus Langenburg so weit: Ein genetischer Zwilling zu Andreas war gefunden. Seine Stammzellspende war die letzte Möglichkeit, einer jungen an Blutkrebs erkrankten Polin das Leben zu retten.

Die Nachricht über die bevorstehende Stammzellspende war für den begeisternden Bergwanderer eine echte Überraschung. „Es gingen mir so viele Gedanken durch den Kopf,“ so der 50-Jährige. „An diesem Tag war es nicht mehr möglich, einen klaren Kopf zu fassen.“

Kurze Zeit nach der Nachricht über die bevorstehende Stammzellspende erhielt Andreas und seine Familie ebenfalls die Krebsdiagnose ihrer Tochter. Diese niederschmetternde Nachricht war für ihn aber keineswegs ein Grund die Stammzellspende zu überdenken oder gar abzusagen. Sein Entschluss mit seiner Knochenmarkspende einem anderen Menschen das Leben zu retten blieb unbeeinflusst und bestehen.

Für Andreas fand die Stammzellspende in Frankfurt statt. „Die Betreuung in Frankfurt war vorbildlich,“ erzählt Andreas. „Ich wurde mit keiner Frage alleine gelassen.“ Für viele Spender ist die Zeit vor der Spende sehr emotional – viele machen sich Gedanken, wer der Patient wohl ist und wie es ihm geht. Für Andreas war die Zeit vor seiner Spende umso emotionaler, da auch die Operation von Andreas‘ Tochter anstand. Während er in Frankfurt Stammzellen spendete wurde seine Tochter gleichzeitig in Aachen operiert. „Meine Freunde und mein Arbeitgeber waren in dieser Zeit eine sehr große Hilfe,“ berichtet Andreas über diese schwere Zeit.

Noch am Tag seiner Stammzellspende erfuhr Andreas, dass „seine Patientin“ eine junge Frau aus Polen ist. Der Kontakt zwischen Patient und Spender ist in Deutschland rechtlich geregelt. Erst nach zwei Jahren ist ein Kontakt erlaubt. Andreas ist schon gespannt auf seinen genetischen Zwilling: „Natürlich bin ich neugierig, irgendwie ist sie ja ein Teil von mir selbst.“

Wenn Andreas jetzt ein Fazit zu seiner Stammzellspende zieht, so fällt dieses durchweg positiv aus: „Es erfüllt einen mit großem Stolz, einem anderen Menschen helfen zu dürfen. Ich würde es jederzeit wieder tun!“