Elisa: „Es gibt kein schöneres Gefühl, als zu wissen, dass man einem Menschen geholfen hat!“

23 November 2015

Elisa ist gerade 19 Jahre alt, als sie sich bei der DKMS als potenzieller Stammzellspender registriert. Nur wenige Monate nach ihrer Registrierung ist es schon so weit: Elisa kann vielleicht das Leben eines todkranken Menschen retten:

„Im Frühjahr habe ich mich bei der DKMS registriert. Der Grund dafür: Die Empfehlung meiner Mutter: „Elli, mach mal. Das ist was Gutes und du hilfst damit vielleicht Menschenleben zu retten.“ Diesen Rat befolgte ich und ließ mir ein Registrierungsset schicken. Davor hatte ich mich mit dem Thema Blutkrebs und Leukämie noch nicht direkt beschäftigt. Durch die Registrierung und vor allem durch meine Spende habe ich mich dann viel mehr mit der Thematik auseinandergesetzt.

Elisa wird kurz nach ihrer Registrieung zum Lebensretter

Nachdem ich mein Registrierungsset zurückgeschickt hatte, dauerte es nicht mal einen Monat bis ich einen weiteren Brief bekam. Darin befand sich unter anderem ein Päckchen mit zahlreichen Röhrchen. Nach einem Anruf bei der DKMS wurde für mich am selben Tag ein Termin zur Blutentnahme bei meiner Hausärztin vereinbart. Dann dauerte es noch etwa drei Monate bis ich eine Rückmeldung per E-Mail von der DKMS bekam. Darin stand, dass ich eventuell als Spender in Frage komme. In einigen Wochen sollte ich dann eine genauere Information bekommen. Ich rief sofort meine Mutter an, da sie mich ja auf die Idee gebracht hatte, mich zu registrieren. Seit diesem Moment war ich total aufgeregt und habe gefühlt jede Sekunde meine Mails aktualisiert, um die wichtige Nachricht nicht zu verpassen. Dann war es endlich soweit: Ich bin der passende Spender für einen Patienten!

Per Telefon erfuhr ich, dass mir Stammzellen aus dem Beckenkamm entnommen werden würden und das auch schon in drei Wochen. Als dann geklärt war, wann und wo ich zu welchen Untersuchungen sein sollte, hielt sich meine Aufregung nicht mehr in Grenzen. Ich musste sofort meine Mutter anrufen und ihr alles erzählen. Sie war genauso begeistert wie ich.

Als wir nach Nürnberg zur Knochenmarksentnahme fuhren, war ich relativ ruhig. Abends im Krankenhaus stieg dann die Aufregung. Am Morgen um 7:00 Uhr ging es los. Ich wurde in den OP-Saal gebracht und bekam die Narkose. Gegen 10:30 Uhr bin ich wieder aufgewacht und habe ein paar Infusionen und Schmerzmittel bekommen. An diesem Tag ging es mir nicht sonderlich gut, was daran lag, dass mir ca. 1 Liter Knochenmark entnommen wurde. Das schlug mir ziemlich auf den Kreislauf. Ich habe mich aber schnell wieder erholt und bereits am Nachmittag konnte ich wieder alleine an die frische Luft. Während des Krankenhausaufenthaltes war meine Mutter stets bei mir und hat mich sehr unterstützt.

Elisa nach der Stammzellspende

Von Beginn an standen meine Familie und auch meine Freunde hinter mir. Einige sprachen mir Ihre Bewunderung aus, da sie es selbst nicht für einen Menschen machen würden, den sie nicht kennen. Für mich stand dies von Beginn an außer Frage. Ich empfinde es als eine Selbstverständlichkeit! Auch wenn ich den Patienten nicht kenne, es ist trotzdem ein Mensch, der wie jeder andere auch das Recht hat zu leben! Trotz der Schmerzen, die letztlich wirklich erträglich waren, würde ich mich jederzeit wieder für eine Spende entscheiden!

Einen Tag nach der Spende erfuhr ich, dass meine Stammzellen für ein 14-jähriges Mädchen in den Niederlanden bestimmt sind. Im Anschluss informierte ich mich über die dort geltenden Länderregelungen. Leider gilt in den Niederlanden ein generelles Kontaktverbot. Das hat mich im ersten Moment etwas traurig gemachte. In erster Linie hoffe ich allerdings, dass meine Spende dem Mädchen hilft und dass sie wieder komplett gesund wird.

Für mich war zu jedem Zeitpunkt klar, dass ich helfen möchte und werde, wenn ich die Möglichkeit dazu bekomme. Im Vergleich dazu, was eine solche Spende bewirken kann, empfinde ich alles als einen sehr kleinen Aufwand. Aus diesem Grund bin ich jederzeit wieder bereit, einem Menschen eine zweite Chance auf Leben zu ermöglichen! Im Nachhinein kann ich wirklich sagen, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war. Es gibt kein schöneres Gefühl, als zu wissen, dass man einem Menschen geholfen hat!"

Elisa hofft, dass durch ihre Spende ein Leben gerettet wird.

Registrieren Sie sich jetzt als potenzieller Stammzellspender und geben Sie so vielen Blutkrebspatienten neue Hoffnung. Die Online-Registrierung nimmt nur wenige Minuten Ihrer Zeit in Anspruch – kann aber große Wirkung haben und einem todkranken Menschen das Leben retten.