Lena: "Ich bin froh, dass ich mich als Stammzellspender registriert habe!"

30 Januar 2017

Meine Knochenmarkspende liegt nun über ein Jahr zurück und es ist für mich immer noch unfassbar, was ich damit bewirken konnte. „Ich hab dir das Leben gerettet“ oder „Du hast mir das Leben gerettet“ – wirklich gängige Sätze, die man lapidar oder in einem witzigen Kontext oft von sich gibt. Ich kann wirklich sagen, dass ich jemandem das Leben retten konnte. Angefangen hat alles mit einer riesigen Registrierungsaktion für eine Bekannte aus unserer Stadt.

„Ich bin froh, dass ich mich als Stammzellspender registriert habe  und würde jederzeit ohne Bedenken wieder spenden.“

Eigentlich bin ich nur zum Händchen halten mitgekommen, da ich mich mit Spritzen oder Blutabnahmen einfach nicht anfreunden kann. Leichter gesagt als getan – ziemlich schnell ließ ich mich umstimmen. Ehrlich gesagt habe ich dabei nie über Folgen oder mögliche Konsequenzen nachgedacht. Bis zu dem Tag, an dem ich einen Anruf von der DKMS erhielt, erschien mir die Wahrscheinlichkeit, dass ich als Spenderin in Frage kommen würde, wirklich sehr gering. Die Frage, ob ich noch zu einer Spende bereit sei, beantwortete ich ohne zu zögern mit JA! Natürlich war ich das! Schon durch meine Registrierung habe ich die Hoffnung zu einer möglichen Spende gegeben und da es mir gesundheitlich gut ging, bestand für mich kein Grund, nicht zu spenden. Der Gedanke, dass wenn sich ein Familienmitglied, Freunde oder Bekannte in einer solchen Situation befinden würden, man sich nichts sehnlicher wünscht, als einen passenden Spender zu finden, unterstützte mich in meiner Entscheidung.

Die Frage, ob ich noch zu einer Spende bereit sei, beantwortete ich ohne zu zögern mit JA!

Ich blieb im ständigen Kontakt mit der DKMS, die mir mitteilte, dass für meinen Empfänger nur eine Knochenmarkspende in Frage kommen würde. Ich musste zu einer Voruntersuchung nach Köln. Alles lief reibungslos ab und war wirklich super organisiert.

Dann wurde es „ernst“ und der Tag der Stammzellspende rückte näher. Zusammen mit meiner Schwester, reiste ich nach Köln. Dort fand ein letzter Check und die Aufklärung der operierenden Ärzte statt. Am nächsten Morgen ging alles sehr schnell – kaum aufgewacht, ging es auch schon in den OP. So schnell wie es anfing, so schnell war es dann auch schon wieder nach vorbei. Die Schmerzen waren gut auszuhalten – lediglich der Kreislauf war anfangs etwas heruntergefahren, da mir eine recht große Menge Knochenmark entnommen wurde. Schon mittags durfte ich erfahren, an wen meine Spende ging. Aus Anonymitätsgründen darf ich Euch dies aber nicht erzählen. Fakt ist: Der Gedanke dieser Person vielleicht helfen zu können, machte mich unfassbar stolz. Nun hieß es Daumen drücken, dass alles gut geht.

Ich bin froh, dass ich mich als Stammzellspender registriert habe und würde jederzeit ohne Bedenken wieder spenden.

Da die OP problemlos verlief und es mir gut ging, durfte ich die Klinik am nächsten Tag verlassen. Ich sollte mich noch ein paar Tage schonen, aber kurze Zeit später konnte ich schon wieder meinen gewohnten Aktivitäten nachgehen. Zwei winzige Narben am Rücken sind das Einzige, was bei mir noch zurückgeblieben ist. Wahnsinn, was so eine kleine Tat für enorme und unvorstellbare Auswirkungen hatte.

Nach letztem Stand geht es meiner Patientin gut. Ich wünsche mir, dass sie weiterhin ein beschwerdefreies und–freies Leben führen kann. Ich wünsche ihr das Beste für die Zukunft. Wer weiß, vielleicht darf ich sie irgendwann einmal kennenlernen. Ich bin froh, dass ich mich als Stammzellspender registriert habe und würde jederzeit ohne Bedenken wieder spenden.

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