Die Geschichte von Tom und Doreen - Cellmates forever

30 Juli 2018

„Es ist sehr schwer die Gefühle zu beschreiben, die mich überkommen haben, als ich Doreen das erste Mal getroffen habe. Es war der 18. Mai am Berliner Bahnhof. Wie beschreibt man den Moment, in dem man der Person begegnet, die einem das Leben gerettet hat? Ich war ängstlich und dankbar. Ich war demütig und euphorisch. Ich fühlte mich verbunden und glücklich.“ So beschreibt Tom den Moment, in dem er seine Lebensretterin Doreen zum ersten Mal getroffen hat. Ein ganz besonderer Moment.

Tom trifft seine Lebensretterin Doreen: Ein ganz besonderer Moment.

Zwei Jahre hat es gedauert, bis Tom erfahren konnte, wer ihm seine zweite Chance auf Leben ermöglicht hat. Mit Doreen, einer 32-jährigen Deutschen hatte Tom, Kanadier mit chinesischer Abstammung, überhaupt nicht gerechnet: „Nach zwei Jahren, in denen ich gespannt auf die Identität meines Stammzellspenders gewartet habe, ist die Anonymität aufgehoben worden und die Nachrichten sind schockierend! Als ich im Oktober 2014 das erste Mal angefangen habe zu bloggen habe ich erwähnt, dass mein wahrscheinlichster Spender ein junger Mann innerhalb meiner eigenen ethnischen Herkunft sein würde. Es klang einfach, außer dass es eine unverzeihliche Diskrepanz innerhalb Kanadas Stammzellenregisters gab. Die registrierten Spender waren überwiegend Kaukasier (69% der Datenbank). Chinesische Spender machten 7% aus - 24% für alle anderen Ethnien. Ich beschloss, mich an die verschiedenen Gemeinschaften und Universitäten zu wenden, um das Bewusstsein zu erhöhen. Während der Genesung konnte ich mehrere Briefe mit meinem noch unbekannten Spender austauschen. Im November 2017 wurde dann die Identität meines unbekannten Spenders freigegeben. Hier ist der schockierende Teil: Es ist kein Er, sondern eine Sie. Chinesischer Hintergrund? Nee! Eine Deutsche! Meine Heldin ist eine 32-jährige junge Frau aus der Nähe von Berlin. Beeindruckend! So genial. Unerwartet, unglaublich großartig. Ich habe schon immer eine Verbundenheit zu Deutschland gespürt und kann mich auch mit einigen deutschen Dingen identifizieren, einschließlich der Uhrwerkspräzision, der Liebe zu Bier und Sauerkraut, Technologie und einer Besessenheit von Recycling. Nur an Lederhosen, Regeln und Strukturen und David Hasselhoff kann ich keinen Gefallen finden.“

er beidseitige Wunsch nach einem Treffen erfüllt sich schon 3 Monate später.

Tom und Doreen halten den Kontakt. Der beidseitige Wunsch nach einem Treffen erfüllt sich schon 3 Monate später, als Tom beruflich nach Luxemburg kommt und eine Reise nach Berlin dranhängt. Die beiden verstehen sich von Anfang an: „Unsägliche Freude haben wir gespürt! Unsagbar – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich kann noch kein Deutsch und Doreens Englisch war charmant gebrochen. Zum Glück gibt es den Google Übersetzer, der ja für seine teilweise sehr kreativen Übersetzungen bekannt ist. Aus diesem Grund denkt Doreen nun, dass ich in meinen Haferflocken zum Frühstück gerne Garnelen esse…haha.“

Doreen ist Toms Heldin und hat keine Sekunde gezögert, ihm eine zweite Chance auf Leben zu ermöglichen: „Ein Spender kann jahrzehntelang in der Datenbank sein, bevor er den Anruf erhält, um ein Leben zu retten. Dies war bei Doreen, die bei der DKMS registriert ist, der Fall. Sie hat sich registriert, als sie 20 war. 12 Jahre später kam der Anruf, dass ich ihre Hilfe benötige. Danke Gott für ihre Geduld und ihr Engagement. Doreen hätte sehr gut sagen können: ‚Oh, ich bin immer noch in der Datenbank? Ich bin zu beschäftigt, um zu spenden.‘ Sie tat es nicht. Ein weiteres Problem, das immer wieder auftritt: Einige Leute in der Datenbank ändern ihre Meinung - sie folgen nicht, wenn sie den Anruf bekommen, um ein Leben zu retten. Es ist sehr wichtig, dass man weiß, warum man sich angemeldet hat und dass es nicht wirklich eine Option ist, seine Meinung zu ändern. Die Auswirkungen wären für die Patienten schrecklich. Doreen hat das nicht getan. Sie ist nicht weggelaufen. Sie blieb unerschütterlich bei ihrem Versprechen. Ihr Herz blieb weit geöffnet.“

Es braucht mehr Doreens auf dieser Welt, um Blutkrebspatienten wie Tom eine zweite Chance auf Leben zu ermöglichen. Die Registrierung dauert nur wenige Minuten auf www.dkms.de/spender-werden