Über die DKMS

Besserer Zugang zu Stammzelltransplantationen

DKMS Programme für Patient:innen in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen.

Letzte Aktualisierung: 29.10.2021

Blutkrebs kennt keine Grenzen. Das gilt auch für Bluterkrankungen wie Thalassämie oder die Sichelzellkrankheit, die genetisch bedingt sind und deshalb schon kleine Kinder betreffen. Für die Patient:innen ist eine Blutstammzelltransplantation die einzige Hoffnung auf ein gesundes Leben. Doch wenn es darum geht, Zugang zu dieser oftmals lebensrettenden Behandlung zu erhalten, stehen Betroffene in ärmeren Regionen der Welt vor großen Herausforderungen. Oft sind die Patient:innen und ihre Familien mit Behandlungskosten konfrontiert, die sie nicht aufbringen können und die ihre Versicherung oder das Gesundheitssystem nicht übernimmt. Noch größer ist die finanzielle Hürde für diejenigen Patient:innen, die gar nicht erst krankenversichert sind. In vielen Ländern mangelt es außerdem oftmals an einer ausreichenden medizinischen Infrastruktur. Die Kapazitäten in den Krankenhäusern sind häufig viel zu gering und es gibt zu wenig ausgebildetes medizinisches Fachpersonal.

Wir helfen, wo Hilfe gebraucht wird

„Für die zweite Chance auf Leben überschreiten wir Grenzen, arbeiten weltweit zusammen und lassen nichts unversucht, um den Patient:innen zu helfen. Jede und jeder, der oder die auf eine Stammzelltransplantation angewiesen ist, hat diese Chance verdient“, sagt Dr. Elke Neujahr, Global Chief Executive Officer der DKMS.

Unser erklärtes Ziel ist es, mehr Patient:innen Zugang zu der lebensrettenden Therapie zu ermöglichen, die sie so dringend benötigen. Dazu ist es elementar wichtig, die finanzielle Belastung der Betroffenen zu reduzieren. Zudem gilt es, infrastrukturelle Barrieren wie fehlende Behandlungskapazitäten in Krankenhäusern zu minimieren.

„Deshalb haben wir mehrere Programme vor allem für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen entwickelt. Vor Ort arbeiten wir partnerschaftlich mit gemeinnützigen Organisationen zusammen, die für dasselbe Ziel kämpfen wie wir: den Betroffenen den Zugang zur Blutstammzelltransplantation zu erleichtern.“, sagt Dr. Alexander Schmidt, Global Chief Medical Officer der DKMS.

Unsere Programme und Aktivitäten

Unsere Aktivitäten, mit denen wir den Zugang zu Transplantationen verbessern, umfassen drei Hauptbereiche:

  • Hoffnung auf ein gesundes Leben schenken: das DKMS Patienten-Förderprogramm Mit diesem Programm beteiligen wir uns an den Transplantationskosten der Stammzelltransplantationen von Patient:innen, die sonst keinen Zugang zu dieser überlebenswichtigen Behandlung erhalten würden.
  • Das perfekte Match finden: das kostenlose DKMS HLA-Typisierungsprogramm Damit unterstützen wir Menschen, die eine Stammzelltransplantation benötigen, bei der Suche nach Spender:innen innerhalb der eigenen Familie. Wir führen die HLA-Typisierung der Patient:innen sowie ihrer Familienmitglieder für die Familien kostenfrei durch. Bleibt die Suche innerhalb der Familie erfolglos, helfen wir auch bei der Suche nach unverwandten Spender:innen.
  • Eine bessere Zukunft schaffen: das DKMS Capacity Building Programm Im Rahmen dieses Programms fördern wir Projekte, die zum Ziel haben, die Transplantationskapazitäten zu erhöhen, sodass mehr Betroffene notwendige und lebensrettende Therapien erhalten. Um das Niveau der Versorgung auch langfristig zu verbessern, fördern wir außerdem Schulungen von Ärzt:innen und Pflegepersonal.

„Endlich ein Leben ohne Transfusionen für unseren Jishan!“

Jishan ist eines von über 200 Kindern in Not, die mithilfe der DKMS auf eine gesunde Zukunft hoffen können.

Mit unserem DKMS Patient:innen-Förderprogramm ermöglichen wir Patient:innen aus ärmeren Regionen der Welt den Zugang zu einer potenziell lebensrettenden Therapie. Wir arbeiten mit lokalen gemeinnützigen Organisationen zusammen, um denjenigen Patient:innen zu helfen, die sonst keine Behandlung erhalten. Gemeinsam schenken wir ihnen Hoffnung auf eine gesunde Zukunft. Mit unserer finanziellen Unterstützung haben bisher mehr als 200 schwerkranke Kinder eine Stammzelltransplantation erhalten. Jishan aus Vijapur, einer kleinen Stadt in Indien, ist eines von ihnen. Dies ist seine Geschichte.

Jishan war gerade vier Monate alt, als seine Eltern die niederschmetternde Nachricht erhielten: Ihr kleiner Junge hat Thalassämie. Die Erbkrankheit ist weit verbreitet. Allein in Indien kommen jedes Jahr mehr als 10.000 Kinder damit zur Welt.

Jishans Eltern wussten nur wenig über die Blutarmut, die zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann. Dennoch ließen sie nichts unversucht, eine Behandlung für Jishan zu finden. Seine erste Bluttransfusion erhielt er in Vijapur – und schon bald erfuhren seine Eltern, dass Jishan diese langwierige, mehrstündige Behandlung nun jeden Monat benötigt. Da sich das Ehepaar die monatlichen Kosten in einer privaten Praxis nicht leisten konnte, entschieden sie sich für eine Behandlung in einem staatlichen Krankenhaus. Alle drei Wochen nahm die Familie dafür eine strapaziöse, mehrstündige Fahrt auf sich.

Bei einem der Besuche hörten sie von der gemeinnützigen Organisation Sankalp India Foundation, einer unserer Partnerorganisation vor Ort. Sie setzt sich dafür ein, Kindern mit lebensbedrohlichen Krankheiten wie Thalassämie den Zugang zu einer guten medizinischen Behandlung zu erleichtern. Dazu bietet die Sankalp India Foundation in mehreren Kliniken des Landes kostenlose Bluttransfusionen an.

Reise in ein neues Leben

Der erste Besuch im Sankalp Center brachte einen neuen Hoffnungsschimmer: Jishans Familie erfuhr, dass eine Stammzelltransplantation den Jungen dauerhaft heilen kann. Im Rahmen unseres kostenlosen HLA-Typisierungsprogramms und in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation Cure2Children organisierte das Zentrum ein sogenanntes „Thalassämie Camp“. Zahlreiche Familien reisen zu diesen Typisierungsaktionen von weither an, alle in der Hoffnung auf ein gesundes Leben für ihre Kinder. Um eine passende Spenderin oder einen passenden Spender für Jishan zu finden, machten alle seine Familienmitglieder einen Wangenabstrich. Die entsprechenden Registrierungssets wurden anschließend zur Analyse ins DKMS-Labor, das Life Science Lab in Dresden, geschickt. Zwei Monate später erhielten die jungen Eltern schließlich die frohe Botschaft: Jishans kleine Schwester stellte sich als „perfect Match“ heraus, ihre HLA-Merkmale stimmten mit denen ihres Bruders überein. Sie konnte Jishans Stammzellspenderin und Lebensretterin werden.

Doch nun stellte sich die Frage: Wie sollte die Familie die anstehende Stammzelltransplantation finanzieren? Jishans Eltern waren nicht in der Lage, die Kosten alleine aufzubringen. Sie bemühten sich nach Kräften, finanzielle Mittel zu organisieren. Wir als DKMS, die Cipla Foundation, der Jalaram Abhyuday Trust und der Chief Minister's Relief Fund beteiligten uns schließlich an den Kosten. Der Weg war frei für die lebensrettende Transplantation im CIMS Hospital, das von Sankalp in Zusammenarbeit mit Cure2Children geführt wird.

Seit seiner Stammzelltransplantation im Oktober 2020 hat sich Jishan gut erholt. Wir sind sehr froh und dankbar dafür, dass wir ihm gemeinsam mit Sankalp, Cure2Children und vielen anderen hilfsbereiten Menschen die Chance auf eine gesunde Zukunft ermöglichen konnten.

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