Foto von Leon bei der ambulanten Stammzellenspende
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10.000 Schüler:innen retten Leben

Wie Schüler:innen zu Lebensretter:innen werden – und warum ihr Engagement so entscheidend ist.
Frau lächelt in die Kamera
von Julia Ducardus
Corporate Communications
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Schulen sind mehr als Orte des Lernens – hier entsteht Engagement, das Leben retten kann. Genau hier setzt das DKMS Schulprojekt an: Seit 2004 erreichen wir mit „Dein Typ ist gefragt“ bundesweit Schüler:innen an Gymnasien, Gesamtschulen und berufsbildenden Schulen, klären auf und ermöglichen Registrierungsaktionen. Mit großem Erfolg, mehr als 7.100 davon gab es seither, mehr als 10.000 der dort registrierten Schüler:innen haben Stammzellen gespendet – so, wie kürzlich Leon (18) aus Strohte bei Korbach.

Von der Registrierung zur Lebensrettung

Leon Hohmann registrierte sich im Frühjahr 2025 mit 17 Jahren bei einer Aktion an seiner Berufsschule, der BSK Berufliche Schulen Korbach und Bad Arolsen.

"Ich habe mich spontan meinen Klassenkameraden angeschlossen. Zunächst wusste ich noch gar nicht so genau, worum es dabei geht. Doch nach dem Vortrag war mir klar, das mache ich."

Knapp ein Jahr später kam er, der in seiner Freizeit als Abwehrspieler beim TSV Strohte aktiv ist und für 2027 sein Abitur anstrebt, als Spender in Frage. Es folgten umfassende Voruntersuchungen und ein medizinischer Check.

„Das war gar nicht so schlimm. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt. Danach hatte ich das Gefühl, das hat mir schon etwas für mein Leben gebracht, meine Angst ein wenig zu überwinden."

Zur Vorbereitung hatte sich Leon über fünf Tage hinweg den Wachstumsfaktor G-CSF gespritzt, der auch natürlich im Körper vorhanden ist. Dieses Medikament steigert die Anzahl der Stammzellen im fließenden Blut. Die eigentliche Stammzellspende erfolgte mit der so genannten peripheren Stammzellentnahme, einem Verfahren, das in 90 Prozent der Fälle angewendet wird. Dabei werden die benötigten Stammzellen der Blutbahn ambulant entnommen. Bislang hatte Leon mit Ärzten, medizinischen Untersuchungen und Spritzen noch nicht viel zu tun gehabt. Er hatte daher ein wenig Respekt vor der Spende, da er schon als Kind vor Ärzten und Spritzen große Angst hatte. Rückblickend sagt er:

„Es hat alles super geklappt. Ich hoffe sehr, dass ich ein Leben retten kann.“

Seine Mutter Alex Hohmann (47), die Leon während des gesamten Spendenprozesses zur Seite stand, ist sehr stolz auf ihn.

 „Dass Leon spenden konnte, ist auch für mich etwas ganz Besonderes. Es ist schön, dass er die Spendenerfahrung als Geschenk für sein Leben in die Zukunft mitnehmen und einem Menschen Leben retten kann.“  
Foto von Leon bei der Stammzellenspende, seine Mutter steht neben dem Bett
Leon mit seiner Mutter Alex, die ihn bei der Stammzellenspende unterstützt hat

Junge Menschen machen den Unterschied

Bei der Suche nach einem geeigneten „Match“ kommt es ganz besonders auf die Unterstützung junger Menschen an. Ihre Stammzellen gelten als besonders vital und können die Heilungschancen der Betroffenen verbessern. Gleichzeitig scheiden viele Registrierte altersbedingt aus der Datei aus. Um auch künftig möglichst vielen Betroffenen zu helfen, braucht es daher dringend neue, junge Spender:innen in unserer Datei.

„Junge Menschen kommen oftmals bereits innerhalb der ersten zwei Jahre nach ihrer Registrierung als Spenderin oder Spender in Frage, so wie Leon, und sind deshalb besonders wichtig für die betroffenen Patientinnen und Patienten.“ - DKMS Geschäftsführer Stephan Schumacher

Deshalb ist die Hilfe von Schulen enorm wichtig

Sie sind Partner für Aufklärung, Wertevermittlung und sozialem Engagement. Schülerinnen und Schüler setzen sich fundiert mit einem gesellschaftlich relevanten Thema auseinander, ergreifen eigenständig Initiative und erleben Selbstwirksamkeit – etwa indem sie eine Registrierungsaktion planen und umsetzen.

 „Unser Ziel ist es, an jeder weiterführenden Schule präsent zu sein und noch mehr Schülerinnen und Schüler aus dem Klassenzimmer heraus für die Stammzellspende zu gewinnen. Wenn junge Menschen lernen Verantwortung zu übernehmen, wenn Lehrerinnen und Lehrer Wissen weitergeben, das über Lehrpläne hinausgeht, dann entsteht mehr als Bildung. Es entsteht gesellschaftlicher Zusammenhalt“. - Stephan Schumacher

Aufklärung und umfassende Information stehen beim Schulprojekt an erster Stelle. Dafür wurden Informationsmaterialien und digitale Angebote jahrgangsstufen- und fachübergreifend zur Nutzung im Unterricht durch die DKMS entwickelt. Den Erfolg des Engagements halten die Schüler:innen am Ende des Aktionstages in den Händen: die gesammelten Proben der neu registrierten potenziellen Spender:innen, von denen jede einzelne für Menschen mit Blutkrebs weltweit Hoffnung bedeutet.

Seid dabei!
 „Registriert euch. Ihr werdet es vielleicht nicht direkt verstehen oder realisieren, aber im Nachhinein ist es eine super Erfahrung.“ - Leon

Erfolge des Schulprojekts im Überblick

Dass Registrierungsaktionen an deutschen Schulen weltweit relevant sind, zeigen die aktuellen Zahlen: Seit 2004 haben über 3.400 Schulen mitgemacht. Dabei haben sich rund 670.000 Schülerinnen und Schüler registriert. 10.150 von ihnen haben bis heute Stammzellen in insgesamt 53 Länder gespendet.

Grafik einer Weltkarte, die zeigt, wo Schüler:innen bereits gespendet haben

Weitere Informationen unter: www.dkms.de/schulen

Weitere Möglichkeiten zu helfen

Du kannst die DKMS auf vielfältige Weise unterstützen und damit vielen Blutkrebspatient:innen neue Hoffnung auf Leben geben.