Patientengeschichten

Ann-Selina feiert zweimal im Jahr Geburtstag

Es sind Geschichten wie diese, die unser Herz höherschlagen lassen: Im Alter von 16 Jahren erkrankt Ann-Selina schwer: Blutkrebs – eine Diagnose, die der ganzen Familie den Boden unter den Füßen wegreißt. Heute ist die inzwischen 25-Jährige krebsfrei, genießt ihr Leben und schmiedet Zukunftspläne.

Letzte Aktualisierung: 24.05.2022

Zum World Blood Cancer Day (WBCD) am 28. Mai ruft sie zur Registrierung auf: „Werde Stammzellspender:in! Mein passender Spender war glücklicherweise registriert, als ich ihn brauchte. Dank ihm darf ich leben!“

Rückblick: Im Jahr 2013 erkrankt Ann-Selina Butzbach an einem B-Zell-Lymphom. Die Anzahl bekannter Patient:innen mit dieser Form des Non-Hodgkin-Lymphoms, einer bösartigen Erkrankung des lymphatischen Systems, befindet sich damals weltweit im einstelligen Bereich. Als die Ärzte die Diagnose stellen, hat sich das Lymphom bereits um Ann-Selinas Herz geschlungen und Lunge und Nieren befallen. Noch in derselben Nacht wird die junge Frau notoperiert und auf die Intensivstation verlegt. Es folgen Chemotherapien und Bestrahlungen, irgendwann geht es Ann-Selina besser.

Im Frühjahr 2014 folgt der nächste Schock: ein Rückfall. Zum Überleben bleibt ihr nun nur noch eine Chance – eine Stammzelltransplantation. Zum Glück findet sich schnell ihr passendes Match. Ihr Spender, ein junger Mann, hatte sich erst wenige Wochen zuvor bei der DKMS registriert. Ann-Selinas Transplantation findet in der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober 2014 statt. Noch heute feiert die Familie diese beiden Tage als „Tag Null“, als den Augenblick, an dem ihr neues Leben begann.

Die ersten Wochen nach der Transplantation verlaufen schwierig. Ann-Selina ist bettlägerig, benötigt Morphin und muss sogar künstlich ernährt werden. Doch Ann-Selina kämpft sich tapfer zurück ins Leben. Ihr Lebenswille siegt und schließlich wird sie aus dem Krankenhaus entlassen. „Ich habe mich sehr auf mein Zuhause, meine Freunde und die gewohnte Umgebung gefreut, aber ich musste jeden Tagesabschnitt neu für mich erobern“, erinnert sie sich. „Selbst zu essen war sehr ungewohnt, und an manchen Tagen lag ich nur in der Badewanne, weil ich mich dort am wohlsten fühlte.“

Seit 2015 ist sie krebsfrei. Der Weg zu einem gesunden Leben war für sie kein leichter und bis heute hat sie mit den Spätfolgen ihrer Erkrankung und der Behandlungen zu kämpfen. Trotz all der Strapazen ist sie dankbar, weiterleben zu können und schmiedet Zukunftspläne: Sie möchte reisen, am liebsten auf ihrem geliebten Motorrad. Und die Zeit mit ihrem Freund genießen, mit dem sie zusammen in Hamburg lebt. Erst vor kurzem hat sie ihre Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau abgeschlossen. Angst vor einer erneuten Krebserkrankung hat sie keine: „Für den Moment ist es gut, dass ich gesund bin und dass ich mich nicht von negativen Gedanken belasten lasse. Ich vertraue darauf, dass mein Körper mir sagt, wenn etwas falsch ist.“

Ann-Selina ist dankbar für die Unterstützung, die sie erhalten hat. Ihre Familie und insbesondere ihre Eltern haben sie bei jedem Abschnitt begleitet, ebenso wie die Ärzt:innen und die Pflegekräfte, die in der schwierigen Zeit für sie da waren. Ein besonderer Dank gilt ihrem Spender, den sie bereits kennenlernen durfte und mit dem sie sich regelmäßig austauscht. „Das perfekte Match rettete mein Leben. Die Übereinstimmung unserer Gewebemerkmale betrug fast hundert Prozent und auch im echten Leben verstehen wir uns sehr gut. Es kommt einem Wunder gleich, dass er sich erst wenige Wochen zuvor hatte registrieren lassen“, sagt Ann-Selina. „Deshalb möchte ich jede und jeden bitten, sich registrieren zu lassen! Wer sich heute in die DKMS aufnehmen lässt, kann vielleicht schon morgen zum Lebensretter werden!“

Wir freuen uns, dass die selbstlose Spende eines DKMS-Spenders dafür gesorgt hat, dass Ann-Selina weiterleben darf. Noch mehr Informationen über die junge Frau gibt es in unserem Youtube-Format „Mund auf!“:

Weitere Möglichkeiten zu helfen
Du kannst die DKMS auf vielfältige Weise unterstützen und damit vielen Blutkrebspatient:innen neue Hoffnung auf Leben geben.
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