Foto von René und Frank
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Mehr als ein Lebensretter

Frank und René sind Brüder durch Stammzellspende
Frau lächelt in die Kamera
von Julia Ducardus
Corporate Communications
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Wie eine einzige Entscheidung zwei Leben verändert

Als Frank Heym (55) im Herbst 2021 die Diagnose Leukämie erhält, bricht für ihn und seine Familie eine Welt zusammen. Für den Familienvater aus Mellrichstadt folgen Monate voller Unsicherheit mit stationären Krankenhausaufenthalten und belastenden Untersuchungen. Immer wieder ereilen ihn Herzprobleme. Er leidet unter Nasenbluten und fühlt sich erschöpft. Schließlich bringt eine Knochenmarkspunktion am Universitätsklinikum Würzburg die traurige Gewissheit: Frank hat Blutkrebs und benötigt eine Stammzellspende.

Über die Klinik wird die Suche nach einem passenden Spender eingeleitet und schon bald folgt die erlösemde Nachricht: Es gibt ein passendes Match.

„Die Gefühle nach diesem Anruf waren unbeschreiblich. Wir haben geschrien, gelacht und geweint“ - Frank

Franks Spender sitzt zu diesem Zeitpunkt rund 300 Kilometer entfernt im erzgebirgischen Scheibenberg. René Götze, damals 41 Jahre alt, ist Verkäufer im Großhandel für Baubedarf. Bereits viele Jahre zuvor hatte er sich bei einer Aktion der DKMS registrieren lassen – ohne zu ahnen, dass er damit eines Tages einem fremden Menschen das Leben retten würde.

Als ihn die Anfrage der DKMS erreicht, sagt René sofort zu. Die Situation beschäftigt ihn mehr, als er zunächst erwartet hatte.

„Man macht sich plötzlich viele Gedanken. Wer ist der Mensch? Hat er Familie, Kinder? Wie geht es ihm gerade?“  - René

Während der Vorbereitung auf die Spende achtet er bewusst auf seine Gesundheit und setzt sich intensiv mit dem Thema Stammzelltransplantation auseinander. Die eigentliche Spende erlebt er als unkompliziert.

 „Nach gut drei Stunden war alles vorbei. Aber emotional begann die Reise eigentlich erst danach.“
Foto von René bei der ambulanten Stammzellspende

Doppelter Geburtstag

René spendet am 8. Februar 2022 in Dresden seine Stammzellen, die Frank nur einen Tag später in Würzburg transplantiert werden. Seitdem feiert Frank mit seiner Familie am 09. Februar Transplantationsgeburtstag, der gleichzeitig auch der Geburtstag seiner Frau ist. Schon wenige Wochen nach der Transplantation darf er zurück nach Hause. Langsam aber sicher erholt er sich von den Strapazen der vorangegangenen Monate und findet zurück ins Leben.

Heute geht es ihm wieder gut. Er genießt das Leben bewusster als vor seiner Erkrankung. Frank arbeitet wieder Vollzeit als Lagerist und ist inzwischen zweifacher Großvater.

Zwei Jahre anonymer Kontakt

Über die DKMS erhält René nach der Spende regelmäßig Gesundheitsupdates zu seinem noch unbekannten Empfänger. Dabei hofft er immer nur auf positive Nachrichten. Er schreibt seine Gedanken und Gefühle in einer Art Tagebuch nieder und schickt sie Frank anonym über die DKMS. Als schließlich die erste Antwort von Frank zurückkommt, ist er überwältigt.

„Ich habe vor Freude geweint. Zu wissen, dass es ihm den Umständen entsprechend gut geht, war unglaublich.“ - René

Auch Frank denkt oft an den unbekannten Menschen, der ihm das Leben gerettet hat. Beide wünschen sich ein persönliches Kennenlernen.

Am 4. April 2024 ist es endlich soweit. Beide haben einem Adressaustausch zugestimmt und erhalten die Kontakte des anderen. Noch am selben Tag telefonieren sie über eine halbe Stunde miteinander und wollen sich schon im Mai treffen.

Frank und seine Frau können jedoch nicht so lange warten. Kurzerhand setzen sie sich zwei Wochen später spontan ins Auto und fahren ins Erzgebirge, um René zu überraschen.

„Als uns klar wurde, dass sie wirklich auf dem Weg zu uns sind, brach erstmal Panik aus. Wir saßen noch im Schlafanzug am Frühstückstisch.“ - René
Frank (li.) und René (re.) sind auch menschlich ein Match
Frank und René genießen gemeinsame Aktivitäten, wie wandern.

Die Begrüßung an der Haustür wird für beide Familien zu einem emotionalen Moment voller Sprachlosigkeit, Tränen und Umarmungen. Den restlichen Tag verbringen sie mit stundenlangen Gesprächen und Spaziergängen.

Bereits wenige Wochen später besucht René mit seiner Familie Frank in Mellrichstadt. Inzwischen verbindet die beiden Männer weit mehr als die Stammzellspende. Sie telefonieren täglich, besuchen sich regelmäßig und sprechen von einer Freundschaft, die sich wie Familie anfühlt.

„René ist ein wichtiger Teil meines Lebens geworden“ - Frank

Auch René beschreibt die Verbindung als etwas ganz Besonderes:

„Ich habe nicht nur jemandem Zeit geschenkt – ich habe einen Freund fürs Leben gewonnen.“

Beide hoffen nun, mit ihrer Geschichte anderen Menschen Mut zu machen und mehr Menschen für eine Registrierung bei der DKMS zu begeistern. Denn eine einzige Entscheidung kann zwei Leben für immer verändern.

Weitere Möglichkeiten zu helfen

Du kannst die DKMS auf vielfältige Weise unterstützen und damit vielen Blutkrebspatient:innen neue Hoffnung auf Leben geben.