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Stammzellspender aus der Nachbarschaft: Felix rettete Taio das Leben

Stammzellempfänger Taio (6) ist Dank der Knochenmarkspende von Felix heute wieder gesund und wurde kürzlich eingeschult. Taios‘ „großer Blutsbruder“ Felix war natürlich auch mit dabei.
Frau lächelt in die Kamera
von Julia Ducardus
Corporate Communications
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Im Alter von drei Jahren wird bei Taio aus Leipzig im August 2022 eine schwere aplastische Anämie festgestellt (SAA). Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Blutarmut, bei der zu wenig Blutzellen gebildet werden. Dank der Knochenmarkspende von Felix ist Taio heute wieder gesund und wurde kürzlich eingeschult. Taios‘ „großer Blutsbruder“ Felix war natürlich auch mit dabei.

Hinter Taios‘ Eltern Nicole (46) und Afa Njibamum (35) liegt eine anstrengende Zeit. Klinikaufenthalte, Arztbesuche, besondere, vor allem sterile Betreuung zu Hause für Taio – bei drei Kindern oft eine Herausforderung. Viele Abstimmungen innerhalb der Familie und mit den Arbeitgebern ganz abgesehen von den persönlichen Sorgen um das kranke Kind. „Unser Glück war, dass Taio von Grund auf ein fröhliches Kind ist und wir mit ihm zwischendurch immer wieder nach Hause durften, uns bewegen konnten“, sagt Vater Afa. Mutter Nicole ergänzt: „Wir hatten ein tolles Ärzte- und Pflegeteam, das uns gut begleitet hat. Auch wenn Taio nach der Transplantation erst einmal für ein dreiviertel Jahr zu Hause bleiben musste. Jede positive Kontrolluntersuchung hat uns Hoffnung und Zuversicht gegeben.“

Mittlerweile muss Taio nur noch jährlich seine Blutwerte kontrollieren lassen und nimmt keine Medikamente mehr. „Er ist ein normales Kind und hat die verpassten Monate sehr gut aufgeholt“, sagt Afa.

Endlich Schulkind: Stolz umarmt Taio seine Schultüte. Natürlich ist es eine Spider-Man Schultüte.
In seiner Freizeit läuft Felix auch schon mal einen Marathon.

Knochenmarkspende rettet Taio das Leben

Felix Schmidt (27), der zufälligerweise auch in Leipzig lebt, registrierte sich bereits im Herbst 2020 bei der DKMS. Seine damalige Freundin macht ihn auf die Möglichkeit aufmerksam. „Das es ausgerechnet bei mir klappen könnte, damit habe ich nicht gerechnet“, sagt Felix.

Als der Wirtschaftsprüfungsassistent zwei Jahre später für eine Spende angefragt wurde, war er sehr überrascht und freute sich, helfen zu können. Ein wenig warten musste er dennoch bis im Frühjahr 2023 feststand, dass er im anstehenden Sommer spenden würde. Auf der anderen Seite versuchten Taios‘ Ärzte zunächst noch mit einer anderen Therapie die aplastische Anämie in den Griff zu bekommen.

Mit der Knochenmarkentnahme zählt er zu zehn Prozent der Spender:innen, bei denen die Stammzellen aus dem Beckenkamm entnommen werden. In 90 Prozent der Fälle erfolgt die Spende ambulant über die Armvene und ist vergleichbar mit einer Dialyse.

„Meine Knochenmarkspende verlief entspannt. Ich fühlte mich sehr gut aufgehoben und hatte keine Bedenken wegen der OP" - Felix

Stammzellspender Felix trifft Taio nach zwei Jahren

Felix fühlte sich bereits nach der Spende mit seinem unbekannten „kleinen genetischen Zwilling“ verbunden. Das persönliche Treffen nach über zwei Jahren bestätigte und intensivierte dieses Gefühl.

Die erste Begegnung fand privat bei Familie Njibamum zu Hause statt. „Das Kennenlernen hat sich gar nicht fremd angefühlt. Es war super herzlich und vertraut. Als würde man ein Familienmitglied wiedersehen“, sagt Nicole. Afa ergänzt: „Felix ist ein richtig lieber Mensch und für Taio wie ein großer Bruder.“ Für alle war es eine riesige Überraschung, als sie erfuhren, dass sie in derselben Stadt wohnen - nur zehn Minuten voneinander entfernt. Auch Felix freute sich sehr auf das Treffen: „Es war schön, die Familie endlich persönlich kennenzulernen. Taio und ich haben Mario Kart gespielt und uns sehr gut verstanden.“

von links nach rechts: Taios Vater Afa, Taio, Felix und Mutter Nicole.

Nach der Stammzelltransplantation: Taio startet in die Schule

Taio freut sich auf die Schule. „Er ist ein offenes, schlaues und wissbegieriges Kind, das etwas lernen will“, sagt Afa. Spider-Man liebt Taio übrigens immer noch und er spielt weiterhin mit seiner Kindergartengruppe Fußball. Willi Orban-Fan ist er ebenfalls nach wie vor und erinnert sich gerne an das Treffen mit dem RB Leipzig-Profifußballer zurück.

Endlich ist der normale Alltag wieder eingezogen und die Familie blickt nach vorne, in eine gesunde Zukunft. Aus den Registrierungsaktionen für Taio sind bis heute übrigens schon vier tatsächliche Stammzellspender:innen hervorgegangen. Vier Lebenschancen für Patient:innen und deren betroffene Familien, die dadurch Hoffnung auf eine Zukunft und ein normales Leben erhalten haben.

Familie ruft zur Registrierung als Stammzellspender:in auf

Nicole und Afa wünschen sich, dass sich noch mehr Menschen registrieren, vor allem Menschen mit vielfältigen ethnischen Wurzeln. Taio hat deutsch-kamerunische Wurzeln.

„Insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund sollten informiert werden. Ich habe erst von der DKMS und der Möglichkeit der Stammzellspende erfahren als mein Kind krank wurde. Heute weiß ich es sehr zu schätzen, dass die Leute freiwillig helfen und es ein weltweites Solidarsystem gibt, um Stammzellspender:innen zu finden. Registriert euch, besorgt euch einen Organspendeausweis und helft, denn es könnte auch eure Familie treffen“ - Afa, Taios Vater

Für Nicole war es besonders schön zu erfahren, wie groß die Hilfsbereitschaft von Familie, Freunden und Fremden war. Ihr Rat an andere Betroffene: Hilfe annehmen und nicht versuchen, alles allein zu schaffen.

Auch Felix würde jederzeit wieder spenden. Taio heute gesund und fröhlich zu sehen, bedeutet ihm viel. Bei der Einschulung lernte er weitere Familienmitglieder kennen und wurde herzlich aufgenommen.

„Aus einer unglaublich schweren Zeit ist eine Verbindung entstanden, für die wir jeden Tag dankbar sind. Jetzt beginnt ein neues Kapitel“, sagt Nicole.

Ende September wird Taio sieben Jahre alt – und Felix wird wieder mit seinem „kleinen Bruder“ feiern.

Afas Familie mit seiner Schwester, Mann und Kindern, Tante, Onkel und Cousinen.
Gemeinsam Leben retten – jede und jeder Einzelne kann dabei helfen!

Weitere Möglichkeiten zu helfen

Du kannst die DKMS auf vielfältige Weise unterstützen und damit vielen Blutkrebspatient:innen neue Hoffnung auf Leben geben.
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