Spendergeschichten

Uhrmacher schenkt Lebenszeit

Zeit – dieser Begriff hat für Luca Wehle aus Bad Zwischenahn eine ganz besondere Bedeutung. Seit Kindheit an interessiert er sich für Uhren und so war der Berufswunsch irgendwann klar: Uhrmacher. Während der Ausbildung registrierte er sich als möglicher Spender bei der DKMS.

Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

„Einer meiner Kollegen war an Blutkrebs erkrankt und dringend auf eine Transplantation angewiesen. Ihm lief sinnbildlich die Zeit davon. Da war mir klar: Du musst handeln“, erinnert sich der 22-Jährige. Beschäftigt hatte er sich mit dem Thema bereits seit längerem. „Wir haben in der Schule darüber gesprochen und so konnte ich darüber nachdenken und mich informieren, was mit einer Registrierung und einer möglichen Stammzellspende verbunden ist.“

Einige Jahre später war es dann soweit, Lucas Hilfe wurde benötigt. „Ich war natürlich überrascht, als ich erfahren habe, dass ich als Spender in Frage komme – aber es stand sofort fest, dass ich es machen werde.“ Es folgten zunächst Voruntersuchungen sowie ein umfassender medizinischer Check, die eigentliche Stammzellspende fand im Juni 2021 in Köln statt. „Es hat alles gut geklappt, in der Vorbereitung hatte ich etwas Beschwerden, die danach aber weg waren. Die Spende war für mich etwas Selbstverständliches, und ich würde es jederzeit wieder machen, wenn meine Hilfe gebraucht wird“, sagt Luca.

Unterstützt wurde er dabei von Familie, Freunden, dem Arbeitgeber und insbesondere von seinem Kollegen Nils Haarhues aus Oldenburg, der 2013 an Leukämie erkrankte und eine lebensrettende Stammzelltransplantation erhielt. „Ich ziehe meinen Hut und bin einfach sehr stolz. Ich habe damals eine Lebenschance erhalten, weil es jemanden gab, der geholfen hat. Und er hat jetzt das Gleiche für jemand anderen getan und ihm so wertvolle Zeit geschenkt!“, sagt Nils.

Für Luca war es eine Selbstverständlichkeit zu spenden. „Jeder hat diese Chance verdient. Man macht sich natürlich Gedanken, für wen das Transplantat bestimmt ist. Vor allem natürlich, wenn man bei seinem Kollegen mitbekommen hat, wie er um sein Leben kämpft.“ Kurz nach der Spende erfuhr er dann, dass seine Spende an eine Frau aus Deutschland gegangen ist. „Irgendwann würde ich sie gerne kennenlernen und hoffe sehr, dass sie es schafft.“

Luca ist viel unterwegs, trifft sich mit Menschen und hört gerne Musik – Rock, Heavy Metal und alles, was gefällt. „Von Nils weiß ich, dass ihm damals Musik geholfen hat, seinen Kampf gegen die Krankheit zu überstehen“, sagt er. Was den heute 41-jährigen Nils während seiner Therapie motivierte, war seine große Leidenschaft: das Wacken Open Air.

„Ich hatte ein Ticket für 2014 und sagte mir: Da will ich hin, und wenn sie mich auf einer Trage dahin transportieren!“, berichtet Nils. Die Ärzte glaubten nicht daran, dass ein Festival-Besuch – nur acht Monate nach der Transplantation – möglich sein könnte. Aber Nils ließ sich nicht davon abbringen. Mit Erfolg! „Jeder Schritt, den ich damals für meine Gesundheit hinter mich gebracht habe, war im Grunde auch ein Schritt nach Wacken“, sagt der Vater eines Sohnes. „Und wer weiß, vielleicht begleitet mich Luca mal auf den 'heiligen Acker‘, ich würde mich freuen.“

Schon seit 2014 unterstützen die Veranstalter des weltweit größten Heavy-Metal Festivals die Arbeit der DKMS und auch Nils hilft seit Beginn der Kooperation mit großem Engagement dabei, die Metalsfans zu einer Registrierung zu motivieren. Der Einsatz des W:O:A im Kampf gegen die Krankheit ist mehr als vorbildlich: Im Zuge der Kooperation haben sich bereits über 10.000 Metal-Fans als potenzielle Stammzellspender:innen registriert. 60 von ihnen haben sogar schon Stammzellen gespendet – und so Patientinnen und Patienten auf der ganzen Welt eine zweite Chance auf Leben geschenkt.

Du willst auch Teil der metalstarken Community von Wacken und der DKMS werden? Dann registriere dich als Spender:in und fordere dir dazu ein Set an: dkms.de/wacken

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Weitere Möglichkeiten zu helfen

Du kannst die DKMS auf vielfältige Weise unterstützen und damit vielen Blutkrebspatient:innen neue Hoffnung auf Leben geben.
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