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Weltkrebstag: „Sterben war für mich keine Option“

Zum Weltkrebstag am 4. Februar erzählt Janina ihre Geschichte. Wie eine akute myeloische Leukämie sie völlig aus der Bahn warf – und wie es ihr gelang, sich trotz zahlreicher Rückschläge ins Leben zurückzukämpfen.

Letzte Aktualisierung: 04.02.2022

Die damals 22-jährige Janine arbeitet als Sozialassistentin, als ihr Hausarzt im Frühjahr 2019 eine Blutuntersuchung veranlasst. Es folgen weitere Untersuchungen und schließlich die schockierende Diagnose: Blutkrebs. Nachdem die Chemotherapien nicht anschlagen, ist schnell klar: Eine Stammzelltransplantation ist jetzt Janinas einzige Überlebenschance. Die weltweite Suche nach einer passenden Spenderin oder einem passenden Spender beginnt.

Janina hat sich zurückgekämpft ins Leben

Als wäre die Situation nicht schon schwer genug, infiziert sich Janina zwischenzeitlich mit einem Keim. Sie erkrankt an einer Lungenentzündung und – in der Folge – an einer Blutvergiftung. Die behandelnden Ärzt:innen versetzen sie für 14 Tage ins künstliche Koma. Anschließend braucht ihr Körper mehrere Wochen, um sich davon zu erholen und fit genug für die Stammzelltransplantation zu werden.

Als ein passender Stammzellspender gefunden ist, ist die Freude unendlich groß. Zugleich hat Janina aber auch großen Respekt vor dem, was jetzt kommt. Aber ihr Umfeld gibt ihr Kraft: Janinas Familie weicht ihr nicht von der Seite und ist auch nach der Transplantation hingebungsvoll für sie da.

Janinas erhält die überlebenswichtige Stammzellspende

Die möglichen Nebenwirkungen einer Stammzelltherapie und die vielen Herausforderungen bei der Rückkehr in den Alltag hat Janina deutlich zu spüren bekommen. „Die Abstoßungsreaktionen, die so genannte GvHD (Graft-versus-Host-Disease), haben sich bei mir an verschiedenen Stellen bemerkbar gemacht“, erinnert sich die heute 25-Jährige. „Neben extremem Hautausschlag waren meine Nieren angegriffen und ich musste einige Medikamente nehmen, um diese Folgeerkrankung zu unterdrücken. Dadurch habe ich in kürzester Zeit 20 Kilogramm abgenommen.“

Dennoch hat Janina niemals aufgegeben. „Sterben war für mich keine Option“, sagt sie. „Ich wusste, dass es für mich noch nicht an der Zeit war, zu gehen.“

Janina hat die Stationen ihrer Krankheit auf Fotos festgehalten

Lust auf Abenteuer

Wenn sie auf die aktuelle Corona-Situation blickt, findet sie es zwar schade, dass sie nun fast schon drei Jahre eingeschränkt leben muss, freut sich aber auf die Zukunft und das, was da noch kommt: „Ich möchte noch viel erleben, freue mich auf Abenteuer und nicht mehr nur zu Hause sein zu müssen.“

Zwei kleine Abenteuer konnte Janina letztes Jahr bereits erleben: einen Mallorca-Urlaub mit ihren Freundinnen und das erste Treffen mit ihrem Stammzellspender Thomas. Mit ihm hat sie sich auf Anhieb gut verstanden. „Es war so, als hätte ich mich mit einem guten Freund auf einen Kaffee getroffen. Es fühlte sich überhaupt nicht fremd an“, sagt sie. Sie freut sich bereits auf ein zweites Treffen, das in diesem Jahr stattfinden soll.

v.r. Janina mit ihrem Spender Thomas

Bis heute spürt Janina oftmals im Alltag die Nachwehen ihrer Krankheit. Manchmal fällt es ihr beispielsweise schwer, sich zu konzentrieren. Trotz allem ist sie froh und dankbar, die Leukämie hinter sich gelassen zu haben. „Ich mach‘ jetzt was aus meinem Leben“, lautet ihre Devise. Sie feiert jetzt zweimal im Jahr Geburtstag, ihren „normalen“ Geburtstag und ihren Transplantationsgeburtstag. Vielleicht wird sie noch einmal ein Studium aufnehmen. In jedem Falle möchte Janina weiterhin im sozialen Bereich arbeiten. Deshalb sammelt sie zurzeit Erfahrungen, indem sie in verschiedenen sozialen Einrichtungen Praktika absolviert.

Janina steht beispielhaft für mehr als 95.000 Menschen, die bisher mithilfe einer DKMS Stammzellspende eine zweite Chance auf Leben erhalten haben. Ihre Geschichte zeigt eindrucksvoll, was eine Registrierung als Stammzellspender:in bei der DKMS bewirken kann. Am 4. Februar ist Weltkrebstag – für uns ein wichtiger Anlass, um erneut darauf hinzuweisen: Jedes Menschenleben zählt und jede:r Einzelne kann helfen!

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