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Wenn ein Schicksal zu neuer Hoffnung für Viele führt

100.000 zweite Lebenschancen - auch für uns sind damit ganz persönliche Geschichten verbunden. So wie bei unserer Kollegin Ignacia Pattillo Garnham, die ihren Sohn an Krebs verlor. Ein schmerzlicher und erschütternder Verlust, der sie motivierte, selbst ein Teil unseres Teams in Chile zu werden.

Letzte Aktualisierung: 10.05.2022

2016 erhielt Ignacia mit ihrer Familie die niederschmetternde Nachricht: Ihr dreijähriger Sohn Eduardo brauchte dringend eine Stammzellspende. Er befand sich bereits seit mehreren Monaten in Behandlung und kämpfte gegen einen sehr aggressiven Hirntumor. Doch die Chemotherapie verursachte eine schwere Wirbelsäulenaplasie. Die einzige Chance für den kleinen Jungen bestand in einer Stammzelltransplantation. Leider kam seine Schwester nicht als Spenderin infrage, sodass der Fremdspendersuchlauf gestartet wurde.

„Bei unserer verzweifelten Suche hörte ich zum ersten Mal von der DKMS, von der wir die hoffnungsvolle Nachricht erhielten: Für Eduardo gab es einen passenden Spender, der sich bereit erklärte, ihm das Leben zu retten“, erzählt Ignacia. „Später erfuhren wir, dass es sich um einen 24-jährigen Deutschen handelte.“

Leider erlitt ihr Sohn ein Jahr später einen Rückfall und verstarb. „Der Verlust war für uns zutiefst erschütternd. Zugleich hat es mich dazu motiviert, für die DKMS zu arbeiten und einen Weg zu finden, anderen Eltern und Familien den Schmerz und das Leid zu ersparen, das wir erleben mussten.“

Zeitgleich zur Suche nach einem Stammzellspender für ihren Sohn, wandte sich Ignacia damals auch an die Öffentlichkeit, um auf das lebenswichtige Thema aufmerksam zu machen. „Ich wurde eingeladen, bei einem Fernsehbericht mitzuwirken, in dem Dr. Francisco Barriga für den neue DKMS-Standort in Chile warb und von den Bemühungen berichtete, mehr Chileninnen und Chilenen in das Register aufzunehmen. Von diesem Tag an war wir klar, dass ich unbedingt dabei sein wollte“, erinnert sie sich und ergänzt: „Ich werde den Menschen, die alles darangesetzt haben, meinen Sohn zu retten, sowie der wunderbaren Organisation, bei der er registriert war – der DKMS – für ewig dankbar sein.“ Damals wusste sie nicht wirklich, wie die Welt der Fremdspender-Transplantation funktioniert, dennoch spürte sie mit eigenen Worten sofort, „dass die Knochenmarkspende, die Eduardo erhielt, nur dank eines einfühlsamen Teams mit herzensguten Menschen möglich war, die sich mit aller Kraft für die Rettung von Menschenleben einsetzen. Diese Gruppe kannte ich nun und ich wollte unbedingt dazugehören.“

Seit 2018 ist DKMS Chile mit Sitz in Santiago Mitglied der internationalen DKMS Gruppe und Ignacia ein wertvoller und bedeutender Teil des Teams. Aktuell sind in dem südamerikanischen Land mehr als 125.000 Menschen in der Datei registriert. Die Arbeit der DKMS in Chile hat die Chancen für chilenische und lateinamerikanische Patient:innen, das perfekte Match zu finden, von 30 auf 50 Prozent erhöht.

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