Spendergeschichten

Wie Anna einem indischen Kind eine Lebenschance gab

Mit einer Knochenmarkspende gab Anna Montag aus St. Augustin einem an Blutkrebs erkrankten Kind aus Indien eine neue Chance auf Leben. Für die junge Frau war dies eine echte Herzensangelegenheit und sie macht auch über die eigentliche Spende hinaus auf die Arbeit der DKMS aufmerksam.

Letzte Aktualisierung: 23.01.2023

Im Jahr 2015 hatte sich Anna Montag als potenzielle Spenderin in die DKMS aufnehmen lassen. Anlass war damals eine Projektarbeit an ihrer Hochschule, in der es um das Thema „DKMS und Stammzellspende“. „Wir haben im Zuge dessen auch unsere Kommilitoninnen und Kommilitonen zur Registrierung motiviert, beispielsweise beim Vortrag oder im persönlichen Gespräch. Das war uns ganz wichtig“, berichtet Anna, die mittlerweile bei REWE als Assistentin des Geschäftsleiters Vertrieb arbeitet.

Einige Jahre später erhielt sie eine Nachricht, die ihr Leben nachhaltig bereichern sollte – ihr Einsatz als potenzielle Lebensretterin war gefragt. „Man rechnet ja eigentlich gar nicht damit, dass man tatsächlich in Frage kommt. da die Wahrscheinlichkeit auf einen Treffer so gering ist“, erinnert sie sich. „Doch auf einmal klingelte mein Telefon. Eine nette Dame von der DKMS war am anderen Ende der Leitung und fragte mich, ob ich immer noch als Spenderin zur Verfügung stünde. Ich habe sofort ja gesagt.“

Es folgten Voruntersuchungen, ein umfassender medizinischer Check sowie die eigentliche Knochenmarkentnahme. In 90 Prozent der Fälle werden aktuell die benötigten Stammzellen aus der Blutbahn entnommen. Abhängig von den Bedürfnissen des Patienten oder der Patientin kann es medizinisch notwendig sein, dass dem Spender oder der Spenderin unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen wird. Bei dieser Methode wird unter Vollnarkose mit einer Punktionsnadel zirka ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen. Darin befinden sich rund fünf Prozent des Gesamtknochenmarks, das sich innerhalb weniger Wochen wieder vollständig im Körper regeneriert. Für die Entnahme genügen in der Regel zwei kleine Einschnitte im Bereich des hinteren Beckenknochens. Das Risiko beschränkt sich im Wesentlichen auf die Narkose. „Der Eingriff war auszuhalten und ich habe mich danach relativ fit gefühlt und die Betreuung war super. Schmerzen hatte ich eigentlich nicht, es hat immer mal wieder beim Aufstehen und Hinsetzen gezwickt, immer da, wo Bewegung im Spiel war. Am zweiten Tag habe ich mal eine Schmerztablette genommen. Ich würde es jederzeit wieder machen“, berichtet sie.

Für Anna war es eine Selbstverständlichkeit zu spenden. „Aus meiner Sicht hat jeder diese Chance verdient. Man macht sich natürlich Gedanken, für wen das Transplantat bestimmt ist – aber im Prinzip geht es einfach darum, zu helfen.“

Kurz nach der Spende erfuhr die junge Frau dann, für wen ihre Spende gedacht war. „Der Kurier hat einen weiten Weg zurückgelegt und das Transplantat bis nach Indien zu einem kleinen Patienten gebracht“, sagt sie. Regelmäßig denkt sie an den Patienten und würde sich freuen, ihn vielleicht sogar irgendwann einmal persönlich zu treffen. „Auch wenn man sich nicht kennt, fühlt man eine Verbindung. Bei mir ist die Spende jetzt fast drei Jahre her und ich habe schon signalisiert, dass ich gerne den Austausch haben möchte. Jetzt muss ich natürlich abwarten, ob die Familie oder der Junge das auch möchte. Es bleibt also spannend.

Und ihr Engagement geht natürlich weiter und sie hat eine Botschaft an die Menschen: „Lasst euch registrieren. Und wenn ihr vielleicht irgendwann auch mal an Spenderin oder Spender angefragt werdet: Es ist so ein tolles Gefühl, helfen zu können. Also, bitte alle mitmachen!“

Für noch mehr Infos: Anna hat gemeinsam mit Emrah Kilic von der DKMS, der ebenfalls einem Patienten eine Lebenschance geben konnte, im Podcast WESTSIDESTORIES über ihre Erfahrungen gesprochen, gerne einfach hier mal reinhören.

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