Leukämie - Eine Form von Blutkrebs

Alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Viele Patienten sind Kinder und Jugendliche, deren einzige Chance auf Heilung eine Stammzellspende ist. Doch jeder siebte Patient findet keinen Spender.

Gemeinsam mit Ihnen besiegen wir den Blutkrebs!

Spender werden

Grundsätzliche Informationen: Leukämie, HLA-Merkmale und die Nadel im Heuhaufen

Auf dieser Seite geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in das Thema Leukämie, umgangssprachlich Blutkrebs genannt. Bei Blutkrebs handelt es sich allerdings um einen Oberbegriff für bösartige Erkrankungen des Knochenmarks bzw. des blutbildenden Systems und Leukämie zählt zu diesen Erkrankungen. Die vier meist vorkommenden Ausprägungen von Leukämie werden auf dieser Seite zusammenfassend beschrieben.

Leukämie

Bösartig entartete Zellen teilen und klonen sich unkontrolliert und führen somit zum Ausbruch von Leukämie. Entartete und somit unreife weiße Blutzellen verdrängen andere Blutbestandteile. Die Erkrankung kann akut oder chronisch verlaufen. Akute Leukämien verlaufen meist schnell und ohne Behandlung tödlich, aber eine Behandlung kann die Erkrankung heilen. Dieser akute Verlauf kann bereits im Kindesalter auftreten. Chronische Leukämien verlaufen schleichend über Jahre und eine Heilung ist häufig nicht möglich. Sie treten ab dem mittleren Erwachsenenalter auf. Alle Blutzellen entstehen aus den gleichen Blutstammzellen im Knochenmark. Aus diesen entstehen zunächst zwei unterschiedliche Vorläufer- oder Tochterzellen: Myeloische und lymphatische Vorläuferzellen. Die Ausprägung der Leukämie richtet sich nach den betroffenen Vorläuferzellen, welche bösartig entartet sind.

Die Rolle der HLA-Merkmale

HLA steht für Humane Leukozyten-Antigene – man spricht auch umgangssprachlich von „Gewebemerkmalen“. Bei den HLA-Merkmalen handelt es sich um Strukturen auf den Oberflächen der Körperzellen, anhand derer das Immunsystem zwischen eigenem und fremden Gewebe unterscheidet. Bei der Blutstammzelltransplantation ist es wichtig, dass die HLA-Merkmale zwischen Spender und Patienten möglichst identisch sind. So werden Abstoßungsreaktionen vermieden.Durch die Übertragung von Stammzellen eines Spenders auf einen Patienten, erhält dessen blutbildendes System die Chance, ein neues und gesundes blutbildendes System zu entwickeln. Derzeit werden standardmäßig fünf sogenannte HLA Gewebemerkmale zwischen Spender und Patient abgeglichen: HLA-A, -B, -C, DRB1 und DQB1. Jeder Mensch besitzt zwei dieser HLA-Merkmale pro Genort (Chromosom), dabei wird eines von der Mutter und eines vom Vater vererbt. Die einzelnen HLA-Merkmale kommen dabei jeweils in mehreren 100 Ausprägungen vor, was in Summe zu mehreren 10.000 Kombinationsmöglichkeiten führt.

Die Nadel im Heuhaufen

Die Gewebemerkmale werden von den Eltern auf die Kinder vererbt. Dennoch findet nur ein Drittel der Patienten, die eine Stammzellspende benötigen, innerhalb der Familie einen geeigneten Spender. Der Großteil benötigt daher einen nicht verwandten, fremden Spender. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender außerhalb der Familie zu finden sehr gering. Die Kombinationsmöglichkeit der HLA-Merkmale, von denen es mehr als 10.000 Ausprägungen gibt, sind sehr groß.Um "Fremdspender" – oder wie wir sagen "genetische Zwillinge" – zu finden, registriert die DKMS so viele Stammzellspender wie möglich, damit möglichst jeder Blutkrebspatient eine zweite Chance auf Leben erhält. Noch sind wir nicht am Ziel, denn jeder fünfte Patient findet leider keinen Fremdspender.

Wie erkennt man eine Leukämieerkrankung?

Für Blutkrebs und Leukämieerkrankungen gibt es keine spezifischen Anzeichen auf Grund derer die Diagnose gestellt werden könnte, da sämtliche Symptome auch unter anderen Umständen in Erscheinung treten können.

Ärzte sind allerdings in der Lage aus dem Gesamtkontext zu erkennen, ob möglicherweise eine schwere Erkrankung wie Blutkrebs vorliegen könnte und nehmen dann die entsprechenden Tests vor.

Bei Kindern kommt es selten vor, dass Blutkrebs übersehen wird, da in dem Fall die Gesundheit des Kindes merkbar angeschlagen ist und daher die Eltern mit dem Kind zum Arzt gehen und dieser dann die entsprechende Untersuchung vornimmt.

Die größten Gruppen der Leukämie

Lymphatische Leukämie:

Leukämie: Eine aggressive Erkrankung des blutbildenden Systems

Ein Teil der weißen Blutzellen, Lymphozyten und dendritischen Zellen bilden sich aus den lymphatischen Vorläuferzellen.

Akute lymphatische Leukämie

ALL entwickelt sich innerhalb weniger Wochen und geht mit schweren Krankheitssymptomen einher. Innerhalb weniger Tage können sich durch Zellteilung große Mengen von leukämischen Zellen in Blut und Knochenmark ansammeln. Die Behandlung muss rasch erfolgen und führt bei dieser Form der Leukämie am häufigsten zur Heilung. Die Therapie besteht aus intensiver Chemotherapie, Bestrahlung und eventuell einer Stammzelltransplantation. Die Überlebensrate, insbesondere bei Kindern, ist hoch.

Chronisch lymphatische Leukämie

CLL schreitet langsam fort. Symptome treten erst später im Krankheitsverlauf auf und daher bleibt die Erkrankung manchmal bis zu 20 Jahre unerkannt. Die Behandlung orientiert sich am Gesundheitszustand des Patienten. Meist wird die Behandlung erst eingesetzt wenn es der Zustand erfordert bzw. bei Komplikationen im Krankheitsverlauf. Bestrahlung, Chemotherapie, Kortison und bei jüngeren Patienten die Stammzelltransplantation sind Behandlungsoptionen. Die Überlebenschancen orientieren sich an der Schwere des Organbefalls und des Allgemeinzustands des Patienten.

Myeloische Leukämie:

Myeloische Leukämie

Die meisten roten und weißen Blutzellen, sowie auch die Thrombozyten bilden sich aus den myeloischen Vorläuferzellen.

Akute myeloische Leukämie

AML entwickelt sich sehr schnell, sowie ALL, und betrifft die myeloischen Vorläuferzellen. Die Bildung gesunder Blutzellen ist stark beeinträchtigt und dies führt zu Störungen in der Immunabwehr, Blutgerinnung und Sauerstoffversorgung. Die Behandlung muss rasch erfolgen und besteht aus einer intensiven Chemotherapie, gefolgt von Erhaltungstherapie und eventuell einer Stammzelltransplantation. Die Überlebensrate erhöht sich durch eine Transplantation, aber verschlechtert sich generell bei über 20-jährigen Patienten.

Chronisch myeloische Leukämie

Chronisch myeloische Leukämie (CML) entwickelt sich schleichend, sowie CLL, und bleibt länger unbekannt bevor die ersten Symptome auftreten. Infektanfälligkeit, Blutarmut und Gerinnungsstörungen können auftreten als Folge der entarteten Blutzellen. Die Überlebenschance ist bei ca. 60% anzusetzen, wobei eine Stammzelltransplantation zur Heilung führen kann. Chemotherapie und spezielle Medikamente sind Behandlungsmöglichkeiten.

Wie wir zusammen Leukämie besiegen können

Wir arbeiten seit 1991 daran, für Patienten weltweit den passenden Spender zu finden. Bislang haben sich bereits 5 Mio. Stammzellspender unserem Kampf gegen den Blutkrebs angeschlossen. Doch findet immer noch jeder siebte Blutkrebspatient allein in Deutschland keinen passenden Spender. Denn für eine Stammzellspende müssen die Gewebemerkmale des Spenders mit denen des Patienten zu 100 Prozent übereinstimmen. Sie können der Richtige sein und mit Ihrer Stammzellspende ein echter Lebensretter werden.

Unsere Videos beantworten die wichtigsten Fragen zur Registrierung und zur Stammzellspende. Erfahren Sie, wie einfach Sie sich bei der DKMS registrieren und vielleicht zum Lebensretter werden können.

Als Stammzellspender registrieren

DKMS Wie wird man Stammzellspender?

Stammzellspender werden ist ganz einfach: Fordern Sie hierzu online unser Registrierungs-Set an. Sie erhalten dann per Post ein Set mit Wattestäbchen. Mit diesen Wattestäbchen machen Sie einen Wangenabstrich. Die Wattestäbchen schicken Sie dann zusammen mit den von Ihnen unterschriebenen Unterlagen an uns zurück. Jetzt ist unser Labor dran und bestimmt Ihre Gewebemerkmale. Denn anhand der Gewebemerkmale kann ermittelt werden, ob Sie der passende Spender für einen Blutkrebspatienten sind.

Was passiert nach der Registrierung?

DKMS Was passiert nach der Registrierung?

Unser Labor analysiert Ihre Gewebemerkmale und nimmt Sie in unsere Datei auf. Ihre Daten stehen ab jetzt der weltweiten Suche nach Stammzellspendern zur Verfügung. Danach erhalten Sie eine DKMS-Spendercard. Auf dieser Karte finden Sie Ihre Spendernummer, die Sie zum Beispiel angeben können, wenn Sie eine Adressänderung an uns durchgeben.

Im Großen und Ganzen ist für Sie nun aber erstmal alles erledigt. Für den Fall, dass Sie als passender Spender in Frage kommen, melden wir uns bei Ihnen umgehend.

Ablauf einer Stammzellspende

DKMS: Was ist eine Stammzellspende?

Es gibt zwei verschiedene Arten Stammzellen zu spenden. In den meisten Fällen (80%) werden Stammzellen über die sogenannte "periphere Stammzellspende" der Blutbahn entnommen. In wenigen Fällen (20%) werden die Stammzellen direkt dem Knochenmark entnommen.

Weitere Möglichkeiten zu helfen

Es gibt viele Möglichkeiten, unseren Kampf gegen Blutkrebs zu unterstützen.

Registrieren Sie sich als Stammzellspender. Vielleicht können Sie ein Leben retten.

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