Kampagnen & Aktivitäten
26.08.2021

Winfried hofft auf Leben!

Erst vor zwei Jahren organisierte Winfried, gemeinsam mit den beiden Töchtern, eine Registrierungsaktion für seine Ehefrau Annette. Sie war an Lymphdrüsenkrebs erkrankt und hatte großes Glück: Ihr geht es Dank einer Stammzellspende im letzten Jahr wieder gut. Einige Monate später spendete Tochter Sarah ihre Stammzellen für eine kleine Patientin. Kurz darauf erhielt Winfried die Schocknachricht, dass er selbst an Blutkrebs erkrankt ist und nun ebenfalls nur durch eine Stammzellspende weiterleben kann. Viele Schicksalsschläge in kurzer Zeit – dennoch ist die Familie positiv und hält zusammen. Winfrieds Töchter bitten um Mithilfe: „Wir wünschen uns von Herzen, dass Papa ebenfalls seinen genetischen Zwilling findet. Bitte helft mit und lasst euch für ihn und alle anderen Patienten registrieren. Denn nur dann könnt ihr als Stammzellspender gefunden werden und Betroffenen eine Chance auf Leben geben!“

Annette und Winfried. Zwei starke, empathische Menschen, eine große Liebe. Gemeinsam haben sie zwei tolle Kinder großgezogen: Annika (23) und Sarah (28). Die beiden sind ihr größtes Glück. Familienzusammenhalt wird bei allen groß geschrieben. Gemeinsam sind sie oft unterwegs, jeden Sonntagmittag treffen sie sich zum Essen. Das hat Tradition und sie genießen es. Immer dabei - ihr Hund Zulaika. Annette und Winfried reisen viel und gerne, genießen ihren großen Garten, unterstützen aktiv die Dorfgemeinschaft. Das ist ihr gemeinsames Leben. Sie sind glücklich. Doch plötzlich zieht ein Schatten auf.

2018 erkrankt Annette an Lymphdrüsenkrebs. Ein Schock für Winfried und die beiden Töchter. Annette selbst zweifelt keine Sekunde daran, dass sie wieder gesund wird. Sofort teilt sie den Ärzten mit, dass sie spätestens bei der Hochzeit ihrer großen Tochter Sarah wieder gesund sein müsse – nur fünf Wochen nach der ersten Transplantation. Ein kaum zu erreichendes Ziel. Doch sie schafft es. Leider hielt das Glück nicht lange an. Nur ein halbes Jahr später war der Krebs wieder zurück. Ohne eine erneute Transplantation hätten die Ärzte ihr weniger als ein halbes Jahr gegeben. Diesmal war sie auf die Stammzellspende einer fremden Person angewiesen. Im Dezember 2019 gab es dann endlich die Gewissheit: eine passende Spenderin wurde gefunden. Eine junge türkische Frau hat für Annette Stammzellen gespendet und damit ihr Leben gerettet. Beide stehen in anonymen Kontakt und möchten sich unbedingt kennenlernen. Doch noch ist die zweijährige Sperrfrist nicht vorbei. Erst im Februar 2022 dürfen sich die beiden treffen. Die Freude darauf ist riesengroß.

Kurz nach Annettes Genesung erhält Sarah einen Anruf: „Ich saß gerade im Auto, war auf dem Rückweg von der Arbeit, als mein Handy klingelte und man mir mitteilte, dass ich als Spenderin für eine schwer erkrankte Patientin in Frage käme. Ich war außer mir vor Freude. Ich habe keine Sekunde gezögert, denn ich kannte ja auch die andere Seite. Ich wusste von meiner Mama, wie es ist, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Die Hilflosigkeit, nicht zu wissen, ob man einen passenden Spender findet, macht einen verrückt. Jetzt konnte ich helfen und ein Stück unseres Glückes einem anderen Menschen zurückgeben“, erinnert sich Sarah. Dann geht alles ganz schnell. Nach der Spende erfährt sie, dass es sich bei „ihrem“ Patienten um ein türkisches Mädchen im Kindergartenalter handelt. Zufall? Die Familie betreibt Ahnenforschung, sucht in der Familie nach türkischen Wurzeln. Vergeblich. Es bleibt ein Rätsel. Aber letztendlich zählt für Sarah nur eines: Sie konnte einem kleinen Mädchen die Chance auf ein zweites Leben schenken, genau wie eine junge Frau ihrer Mama das Leben gerettet hat. Nationalitäten spielen keine Rolle. Leben retten kennt eben keine Grenzen.

Eigentlich könnte die Geschichte jetzt zu Ende sein. Doch das glückliche Ende währt nicht lange: Im Frühjahr 2020 fühlt sich Winfried, Annettes Ehemann, zunehmend schlapp und erschöpft. Kurze Zeit später dann eine niederschmetternde Diagnose: Winfried hat Blutkrebs! Wie auch bei Annette, kann nur eine Stammzelltransplantation sein Leben retten. „Die Nachricht hat uns zuerst umgehauen. Das war wie in einem schlechten Film. Aber dieses Mal war es anders. Wir wussten, was auf uns zukommt, kannten die Nebenwirkungen der Chemotherapien, haben uns in das Thema sehr eingelesen. Das nimmt ein Stück der Hilflosigkeit. Meine Frau hat den Krebs besiegt, jetzt muss ich kämpfen. Aber ich werde es schaffen. Aufgeben kann keine Option sein. Ich liebe meine Frau und meine Kinder über alles. Für mich gibt es viele Gründe zu kämpfen“, erklärt Winfried.

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Doch allein kann Winfried es nicht schaffen. Nur eine Stammzelltransplantation kann sein Leben retten. Bislang wurde kein passender Spender gefunden. Tochter Sarah hat selbst erfahren, wie einfach es ist, Stammzellen zu spenden. „Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zu dem, was man erreicht: Ein zweites Leben zu schenken,“ sagt Sarah. Deshalb bittet sie gemeinsam mit ihrer Schwester Annika um Hilfe: „Erst haben wir um das Leben unserer Mama gebangt, jetzt haben wir Angst, unseren Vater zu verlieren. Das ist vollkommen surreal. Wir haben den besten Papa, den man sich nur vorstellen kann. Er war stets an unserer Seite, hat immer versucht, unsere Träume zu erfüllen. Jetzt ist er es, der Hilfe braucht. Deshalb bitten wir: Lasst euch registrieren. Damit schenkt ihr unserem Papa Hoffnung auf das Größte, was es gibt – einfach nur leben zu dürfen! Allen, die sich an dieser Aktion beteiligen, danken wir von ganzem Herzen.“

Registriere dich als Stammzellspender:in. Erhöhe Winfrieds Chance auf ein weiteres Leben und die von vielen anderen suchenden Patient:innen. Danke!

Weitere Möglichkeiten zu helfen

Du kannst die DKMS auf vielfältige Weise unterstützen und damit vielen Blutkrebspatienten neue Hoffnung auf Leben geben.
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