Zu Besuch bei der DKMS: Marions Erlebnisbericht

23 Oktober 2018

Die Aufgabe zum World Blood Cancer Day hieß dieses Jahr: „Überzeuge fünf Menschen, sich als Stammzellspender zu registrieren. Man fragt sich vielleicht: Ist das viel? Ja, definitiv! Vor allem, wenn man bedenkt, dass mehr als 12.000 Menschen unserem Aufruf gefolgt sind, und eine eigene kleine Registrierungsparty gestartet haben.

Alle Teilnehmer, die fünf Sets zurück an dei DKMS geschickt hatten kamen in einen Lostopf und konnten eine Reise nach Dresden gewinnen, um einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der DKMS zu werfen. Die Glücksfee hat Marion gezogen, und sie erzählt, wie sie die Tage in Dresden erlebt hat:

Alle Teilnehmer, die fünf Sets zurück an die DKMS geschickt hatten kamen in einen Lostopf und konnten eine Reise nach Dresden gewinnen

„Ich kann mich noch sehr gut an den Donnerstag im August erinnern, als ich plötzlich einen Anruf einer mir noch unbekannten Nummer auf meinem Handy erhielt. Nachdem die Leitung aufgrund des starken Gewitters zweimal abgebrochen wurde, habe ich schließlich erfahren, dass ich unter vielen Teilnehmern glücklicherweise per Zufall ausgewählt wurde und eine Reise nach Dresden gewonnen habe. Ich konnte mein Glück kaum fassen und war total überwältigt. Nach einigen Telefonanten und organisatorischem E-Mail Verlauf ging es am 7.Oktober für meine fünf Spender und mich los.

 Die Glücksfee hat Marion gezogen

Es ist wirklich bemerkenswert, was die DKMS in den letzten Jahren auf die Beine gestellt und zu welchen Erkenntnissen die Forschung geführt hat. Jeder gesunde Mensch trägt das Potenzial in sich, einem Blutkrebspatienten das Leben zu retten. Gesundheit ist in meinen Augen unser kostbarstes Gut, was leider viel zu häufig für selbstverständlich hingenommen wird oder gar in Vergessenheit gerät. Viel zu viele Menschen kämpfen täglich um ihr Leben, ein bisschen mehr Zeit für dieses zu bekommen und hoffen auf eine Heilung ihrer Krankheit. Daher ist es umso wichtiger, dass sich viele gesunde Stammzellspender registrieren lassen, um ihnen helfen zu können und ein längeres Leben zu schenken.

Zu Besuch im DKMS Life Science Lab

Ich persönlich bin damals zum ersten Mal über eine Registrierungsaktion bei mir an der Universität auf die DKMS aufmerksam geworden. Daraufhin recherchierte ich im Internet über die aktuellen Methoden einer Stammzellentnahme und las einige Berichte von Spendern diesbezüglich. Mein Registrierungs-Set forderte ich schließlich mit Ausstrahlung der TV-Serie „Club der roten Bänder“ an und wurde kurze Zeit später als potenzielle Stammzellspenderin in die Datenbank aufgenommen. Als ich im Mai von der WBCD Aktion per Zufall auf einem sozialen Netzwerk erfahren habe, war für mich außer Frage, daran teilzunehmen und andere in meinem Umfeld zu animieren sich registrieren zu lassen. Glücklicherweise musste ich hierzu keine große Überzeugungsarbeit leisten und die fünf Spender waren recht schnell gefunden, sodass alle fünf Sets wieder zeitnah ans Labor zurückgesendet werden konnten.

DER WEG DES WATTESTÄBCHENS

Das Labor lernten wir im Rahmen unserer Reise ebenfalls kennen. Nach einer theoretischen Einführung wurde uns der Weg vom ankommenden Briefumschlag bis zur fertigen Auswertung gezeigt. Es war beeindruckend zu sehen, wie viele unfassbare kleine Schritte hierfür vorgenommen werden und nach einer ständigen Optimierung geforscht wird. Die Damen und Herren im Labor haben sich wirklich sehr viel Zeit für uns genommen und jede Frage beantwortet, sodass wir einen wunderbaren Einblick über deren Arbeit bekommen konnten.

Vom Wattestäbchen zum Stammzellspender

Ich glaube, dass niemand von uns gedacht hat, dass nach dem Eingang des Stäbchens noch so viel passiert. Vom Freilegen der DNA über die Vervielfältigung hin zur individuellen Codierung des DNA-Strangs und letztendlich zu den fertigen Ergebnisse, wozu es noch viel mehr Zwischenschritte benötigt. Überwältigt von den ganzen Informationen haben wir den Nachmittag für einen kleinen Stadtbummel nutzen können und uns die populärsten Sehenswürdigkeiten angeschaut. Dresden ist wirklich eine Reise wert und hat historisch sowie künstlerisch sehr viel zu bieten.

Dresden hat einiges zu bieten.

 

LIVE BEI EINER STAMMZELLSPENDE

Am nächsten Tag durften wir zu Besuch im Cellex sein, welches die Stammzellentnahme in Dresden durchführt. Das Team vor Ort hat uns alle Räume des Zentrums gezeigt, sodass wir auch glücklicherweise live bei der Apherese dabei sein durften. Vier junge Männer waren gerade dabei Anderen, ihnen wildfremden Menschen, das Leben zu retten und einige potenzielle Spender waren bereits zur letzten Untersuchung vor Ort.

Stammzellspender bei Cellex in Dresden

Es war irgendwie ein sehr gutes Gefühl dabei gewesen zu sein, wie die Stammzellen entnommen wurden mit dem Gedanken daran, dass irgendwo auf der Welt nun jemand die Chance auf ein längeres und hoffentlich besseres Leben enthält. Die Spende muss innerhalb von 72 Std. beim Patienten eingetroffen sein, sodass es auch hier eine unglaubliche Koordinierung sowie Organisation im Hintergrund bedarf, diese weltweit rechtzeitig zum Erkrankten zu bringen. Es erkranken ca. 2 Menschen pro Minute an Blutkrebs, was für mich eine wirklich erschreckende Zahl war. Die Suche nach einem passenden Spender gleicht metaphorisch gesprochen der Suche nach eine Stecknadel im Heuhaufen. Ich hoffe, dass sich weiterhin viele Menschen registrieren lassen.