„Manchmal muss man absteigen, um wieder aufzusteigen!“ - Nicoles doppelte Spende Pt. 2

21 Juli 2017

Nachdem Nicole erfährt, dass ihre „kleine Schwester“ durch einen Rückfall eine zweite Stammzellspende braucht, hilft ein Fußball-Vergleich, ein Schlüsselspiel des VfB und eine Kooperation dabei, neue Hoffnung zu schöpfen und gemeinsam umso stärker zu kämpfen.

Als Fan des VfB Stuttgart kommt Nicole immer wieder ein Fußball-Vergleich in den Kopf, wenn sie daran denkt, dass ihre „genetische Schwester“ eine erneute Stammzellspende im Kampf gegen den Blutkrebs braucht: „Im Frühjahr entschied jedes einzelne Spiel darüber, ob wir weiterhin in der zweiten Bundesliga rumkicken oder ob wir es schaffen, wieder aufzusteigen. Auch als VfB-Fan musste ich schon viele Rückschläge hinnehmen. Doch nie, nie, nie war es eine Option, die Hoffnung aufzugeben! Und auch für meine genetische Schwester darf ich nie den Glauben verlieren, dass sie den Blutkrebs endlich besiegen kann!“

Dieser Moment war wie eine Erlösung, wie ein Zeichen für mich!

Als im Frühjahr das Spiel gegen Union Berlin ansteht, haben Nicole und ihre Freunde Karten. Dann die große Überraschung: „Ich sah das Spieltagstrikot meines VfB, die Mercedes-Benz-Bank hatte für den guten Zweck ihren Platz geräumt. Und so leuchteten mir vier Buchstaben auf dem Brustring entgegen: DKMS. Wir besiegen Blutkrebs. Dieser Moment war wie eine Erlösung, wie ein Zeichen für mich!

"Manchmal muss man einen Weg noch einmal gehen, weiterkämpfen, um dann endgültig gesund zu werden."

Manchmal muss man vielleicht absteigen, um wieder aufzusteigen. Manchmal muss man einen Weg noch einmal gehen, weiterkämpfen, um dann endgültig gesund zu werden. Und diesen Weg geht meine Schwester nicht allein, denn wir sind ein Team und ich stehe hinter ihr! Wir packen das Ding, wie der VfB, der mittlerweile aufgestiegen ist! Es klingt vielleicht merkwürdig, aber für mich war das enorm wichtig. Wie den VfB feuerte ich bei der Spende gedanklich auch meine Stammzellen an, alles zu geben und die besten und gesündesten Zellen zu produzieren. Nachdem auch die zweite Spende wie meine erste ganz entspannt verlief und ich erneut super betreut und von den Schwestern auch wieder erkannt wurde, warte ich jetzt voller Hoffnung auch auf die Nachricht, dass meine Schwester gewinnt und den Blutkrebs besiegen konnte!

"Wir packen das Ding, wie der VfB."

Dadurch, wie sehr mich ihre Geschichte berührt, verstehe ich aber auch, warum es die Anonymitätsfrist der DKMS gibt: Erst zwei Jahre nach der Spende ist ein Kennenlernen möglich, wenn sowohl Patient als auch Spender diesen Wunsch haben. Die Regelung gilt für Deutschland und viele andere Länder, in manchen ist allerdings auch gar kein Kontakt möglich. Heute hoffe ich, dass sie durch unser unsichtbares Band weiß, dass ich jederzeit da bin, wenn sie mich braucht. Sie darf nicht aufgeben. Sie ist so jung, als ich in ihrem Alter war, musste ich nie über solch schwerwiegende Fragen nachdenken. Und man sollte in diesem Alter auch nicht darüber nachdenken, ob man leben darf oder sterben muss.“



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