Medizin & Forschung

DKMS Registry – verbesserte Spendersuche für mehr zweite Lebenschancen

Wir ermöglichen den Transplantationskliniken, noch passgenauer nach dem „genetischen Zwilling“ ihrer Patientin oder ihres Patienten zu suchen. Denn je passender das „Match“, desto größer ist die Chance auf den langfristigen Erfolg einer Stammzelltransplantation.

Letzte Aktualisierung: 18.05.2021

Eine Stammzelltransplantation ist für viele Blutkrebspatientinnen und -patienten die einzige Überlebenschance. Nur etwa ein Drittel von ihnen findet eine passende Stammzellspenderin oder einen passenden Stammzellspender innerhalb der eigenen Familie.

Die Mehrheit ist daher auf eine nicht verwandte Spenderin oder einen nicht verwandten Spender angewiesen, deren HLA-Merkmale bestmöglich mit den eigenen übereinstimmen. Das Problem: Derzeit sind mehr als 28.000 HLA-Merkmale bekannt, die in Millionen verschiedene Kombinationen auftreten. Die Suche nach dem „genetischen Zwilling“ eines Menschen mit Blutkrebs ist also eine große Herausforderung.

Für die weltweite Spendersuche gibt es deshalb sogenannte Stammzellspenderregister. Diese Organisationen verwalten Datenbanken, in denen alle registrierten potenziellen Stammzellspender:innen weltweit mit ihren HLA-Merkmalen zu finden sind. Ihre Daten werden vorher pseudonymisiert, sodass Rückschlüsse auf ihre Person bei der Suche nicht möglich sind. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte der Transplantationskliniken können mithilfe der meist nationalen Stammzellspenderregister, die untereinander weltweit vernetzt sind, nach einer passenden Spenderin oder einem passenden Spender für ihre Patientin oder ihren Patienten suchen.

Um diesen Suchprozess weiter zu verbessern und zu beschleunigen, haben wir das DKMS Registry als unabhängiges und internationales Tochterunternehmen der DKMS gegründet. Damit machen wir die Profile unserer Spender:innen, deren Qualität und Informationsgehalt über den allgemeinen Standard hinausreicht, für die weltweite Suche vollständig sichtbar. Das ermöglicht es den Transplantationskliniken, noch passgenauer nach dem „genetischen Zwilling“ ihrer Patientin oder ihres Patienten zu suchen – und je passender das „Match“, desto größer ist die Chance auf den langfristigen Erfolg einer Stammzelltransplantation. Bisher sind in der DKMS Registry DKMS-BMST Spenderinnen aus Indien sowie DKMS Spender:innen aus Chile und Großbritannien gelistet. Ab April 2021 wird die DKMS Registry auch DKMS Spender:innen aus Deutschland, Polen und Südafrika in ihrer Datenbank führen. Dann haben die suchenden Transplanteure auf diesem Wege die Möglichkeit, 25 Prozent aller weltweit registrierten Spender:innen an ein und demselben Ort zu finden und anzufragen. Insgesamt werden dort Spender:innen von vier verschiedenen Kontinenten vertreten sein.

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