Medizin & Forschung

Das DKMS Life Science Lab: Hightech für mehr Lebenschancen

Unser DKMS Labor ist weltweit führend in der HLA-Typisierung. Bis zu 7.000 Gewebeproben von DKMS Spenderinnen und Spendern werden dort täglich untersucht.

Letzte Aktualisierung: 23.03.2021

Mitten in der Dresdner Altstadt befindet sich das DKMS Life Science Lab. Dort kommen per Post die Gewebeproben aller DKMS Spender:innen an, die sich weltweit per Wangenabstrich registriert haben. Mit 150 Mitarbeiter:innen untersuchen wir dort die Proben auf 24 Gewebemerkmale – auch HLA-Merkmale genannt – sowie eine Reihe weiterer Marker. Dieser Vorgang ist die Typisierung.

Die HLA-Typisierung ist unerlässlich, um geeignete Stammzellspender:innen für Blutkrebspatient:innen zu identifizieren. HLA-Merkmale sind Strukturen auf der Zelloberfläche. Sie signalisieren dem Körper, ob es sich um körpereigene oder fremde Zellen handelt. Damit die fremden Zellen nach einer Transplantation nicht abgestoßen werden, müssen die Merkmale von Patient:in und Spender:in so weit wie möglich übereinstimmen.

Das DKMS Life Science Lab gilt als das innovativste und leistungsfähigste Labor für HLA-Typisierungen weltweit und arbeitet nach modernsten wissenschaftlichen Standards. Zu den hochqualifizierten Mitarbeiter:innen gehören international anerkannte Spezialist:innen für Genotypisierung und damit verbundene Technologien. Sie erweitern die Typisierungsprofile kontinuierlich, um die bestmögliche Stammzellspende sicherzustellen und damit die Überlebenschancen von Menschen mit Blutkrebs laufend zu verbessern. Die Daten der Spender:innen speichern wir pseudonymisiert. Sie stehen den Transplantationskliniken weltweit anschließend für die Suche nach geeigneten Stammzellspender:innen zur Verfügung.

Als erstes HLA-Typisierungslabor weltweit setzte das Life Science Lab die neue Technologie Next Generation Sequencing (NGS) für Typisierungen im Hochdurchsatz ein. Damit vervielfachte es seine Leistungskraft und ermöglichte so, täglich noch mehr neue Stammzellspender:innen zu registrieren. Zu den weiteren Innovationen des DKMS Labors gehört ein Verfahren, mit dem man den CMV-Status eines Menschen per Wangenabstrich ermitteln kann. Diese Erfindung beschleunigt den Prozess der Spendersuche und spart somit wertvolle Zeit, die lebensrettend sein kann.

Das Labor ist nach den Standards der Europäischen Gesellschaft für Immungenetik (EFI) und der Amerikanischen Gesellschaft für Histokompatibilität und Immungenetik (ASHI) akkreditiert. Zu den hochmodernen Arbeitsverfahren gehört die Technologie des Next Generation Sequencing (NGS). Diese ermöglicht die Analyse von weit über einer Million Spenderproben pro Jahr.

Darüber hinaus verfügt die DKMS über eine eigene, beim Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) akkreditierte, klinische Sucheinheit. Als Teil des DKMS Life Science Lab führt sie für Patient:innen weltweit Fremd- und Familienspendersuchen durch. Ärzte und Transplantationszentren aus aller Welt suchen dort nach Spenderinnen und Spendern für Blutkrebspatient:innen.

Dank ihrer jahrelangen Erfahrung und des Zugangs zu einem globalen Netzwerk ist unsere Sucheinheit in der Lage, potenziell geeignete Spender:innen rasch und zuverlässig herauszufiltern.

Für unser Media Center hat uns Dr. Vinzenz Lange, Chief Technology Officer des DKMS Life Science Lab, ein ausführliches Experten-Interview gegeben.

Weitere Möglichkeiten zu helfen

Du kannst die DKMS auf vielfältige Weise unterstützen und damit vielen Blutkrebspatient:innen neue Hoffnung auf Leben geben.