Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet im Rahmen des Kongresses der European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) statt.
In liebevoller Erinnerung trägt der Mechtild Harf Wissenschaftspreis den Namen der verstorbenen Ehefrau von DKMS Gründer Peter Harf und Mutter von Katharina Harf, unserer stellvertretenden Vorsitzenden des DKMS Stiftungsrats. Bei Mechtild Harf war eine Knochenmarktransplantation die einzige Behandlungsmöglichkeit für ihre Leukämie, doch in ihrer Familie gab es keine geeigneten Spender:innen.
Zu diesem Zeitpunkt, im Jahr 1990, waren in Deutschland lediglich 3.000 potenzielle Stammzellspender:innen erfasst. Angesichts der großen Schwierigkeit, für seine Ehefrau einen genetischen Zwilling zu finden, ergriff ihr Ehemann Peter Harf selbst die Initiative: Er beschloss, von da an seine Fähigkeiten als Unternehmer dem wichtigen Ziel zu widmen, die Überlebenschancen seiner Frau und anderer Blutkrebspatient:innen zu verbessern – und die Zahl der potenziellen Stammzellspender:innen zu erhöhen. Trotz aller Anstrengungen der Familie und ihrer zahlreichen Helfer überlebte Mechtild ihre Krankheit nicht.
Vor ihrem Tod nahm sie ihrem Mann das Versprechen ab, weiter zu kämpfen, bis jeder Patient einen passenden Spender und somit eine zweite Lebenschance bekäme. Seit dieser Zeit hat sich Peter Harf an sein Versprechen gehalten: Bereits 1995 war die DKMS die weltweit größte Stammzellspenderdatei – heute sind mehr als 13 Millionen Spender:innen bei der DKMS registriert.
Prof. Robert Negrin , Preisträger des Mechtild Harf Wissenschaftspreises 2026:
Für seine Erfolge in der Blutkrebsforschung und sein Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs hat die DKMS Stiftung Leben Spenden Robert Negrin, MD, Professor für Medizin an der Stanford School of Medicine, mit dem Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2026 ausgezeichnet.
Die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (allo-HSZT) zählt heute zu den wirksamsten Therapien bei hämatologischen Erkrankungen wie Leukämien. Die T-Zellen des Immunsystems spielen hierbei eine doppelte Rolle: Sie erzeugen den lebensrettenden Graft-versus-Leukemia-Effekt (GvL), indem sie Krebszellen gezielt angreifen, verursachen aber gleichzeitig die potenziell tödliche Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD). Robert Negrin, MD, einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Transplantationsimmunologie sowie aktueller Präsident der American Society of Hematology (ASH), stellte sich mit seiner Forschung der Kernfrage: Wie den GvL-Effekt maximieren, ohne GvHD zu riskieren?
In wegweisenden Mausmodellen demonstrierte Negrin, dass die Infusion von regulatorischen und konventionellen T-Zellen in einem bestimmten Verhältnis und zu einem definierten Zeitpunkt GvHD verhindert, den Krebs bekämpft und das Überleben sichert. 25 Jahre später steht dieses Konzept nun vor der klinischen Umsetzung für Patient:innen mit Blutkrebs, um Stammzelltransplantationen zu verbessern und sie sicherer und verträglicher zu machen.
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