Medizin & Forschung

Der Mechtild Harf Wissenschaftspreis

Seit 2001 verleiht unsere DKMS Stiftung Leben Spenden jährlich den Mechtild Harf Wissenschaftspreis. Mit dieser renommierten Auszeichnung würdigen wir die außerordentlichen Forschungsleistungen von international anerkannten Mediziner:innen auf dem Gebiet der Stammzelltransplantation.

15.11.2023

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet im Rahmen des Kongresses der European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) statt.

In liebevoller Erinnerung trägt der Mechtild Harf Wissenschaftspreis den Namen der verstorbenen Ehefrau von DKMS Gründer Peter Harf und Mutter von Katharina Harf, unserer stellvertretenden Vorsitzenden des DKMS Stiftungsrats. Bei Mechtild Harf war eine Knochenmarktransplantation die einzige Behandlungsmöglichkeit für ihre Leukämie, doch in ihrer Familie gab es keine geeigneten Spender:innen.

Zu diesem Zeitpunkt, im Jahr 1990, waren in Deutschland lediglich 3.000 potenzielle Stammzellspender:innen erfasst. Angesichts der großen Schwierigkeit, für seine Ehefrau einen genetischen Zwilling zu finden, ergriff ihr Ehemann Peter Harf selbst die Initiative: Er beschloss, von da an seine Fähigkeiten als Unternehmer dem wichtigen Ziel zu widmen, die Überlebenschancen seiner Frau und anderer Blutkrebspatient:innen zu verbessern – und die Zahl der potenziellen Stammzellspender:innen zu erhöhen. Trotz aller Anstrengungen der Familie und ihrer zahlreichen Helfer überlebte Mechtild ihre Krankheit nicht.

Mechtild Harf


Vor ihrem Tod nahm sie ihrem Mann das Versprechen ab, weiter zu kämpfen, bis jeder Patient einen passenden Spender und somit eine zweite Lebenschance bekäme. Seit dieser Zeit hat sich Peter Harf an sein Versprechen gehalten: Bereits 1995 war die DKMS die weltweit größte Stammzellspenderdatei – heute sind mehr als 12 Millionen Spender:innen bei der DKMS registriert.

Professor Carl June, Preisträger des Mechtild Harf Wissenschaftspreises 2023:

Die DKMS Stiftung Leben Spenden ehrt Professor Carl H. June mit dem DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2023. Der Mediziner und Wissenschaftler hat bedeutende Beiträge zur Krebsimmunologie geleistet, darunter seine Pionierarbeit zum Einsatz von T-Zellen bei Krebs. Er war maßgeblich an der Entwicklung der chimären Antigenrezeptor (CAR)-T-Zelltherapie beteiligt, die sich bei der Behandlung von Patient:innen mit Leukämien und Lymphomen als bemerkenswert wirksam erwiesen hat. Darüber hinaus zeigt seine Arbeit auch großes Potenzial zur Behandlung anderer Krebsarten, chronischer Infektionen und Autoimmunerkrankungen.

„Der DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis bedeutet mir sehr viel und ist mir eine große Ehre. Vor mir haben bereits viele international renommierte, exzellente Ärzt:innen und Wissenschaftler:innen, die ich in höchstem Maße schätze, diesen Preis erhalten. Ich teile mit der Familie Harf die traurige Geschichte, ein geliebtes Familienmitglied viel zu früh verloren zu haben. Daher freue ich mich umso mehr, zu einem so positiven Anlass zusammenzukommen und gemeinsam die Zukunft der Krebsforschung willkommen zu heißen“, so June. „Ich danke der DKMS und meinen vielen brillanten Kolleg:innen sowie all den Patient:innen und ihren Familien, die ihr Vertrauen in unsere Forschung gesetzt haben.“

Alle Preisträger:innen

2023

  • Prof. Carl June (USA)

2022

  • Prof. Ricardo Pasquini (Brasilien)

2021

  • Prof. Massimo Fabrizio Martelli (Italien)

2020

  • Prof. Dr. JHF Fred Falkenburg (Niederlande)

2019

  • Stephen J. Forman, MD (USA)

2018

  • Prof. Yair Reisner (ISR)

Preisträger:innen der Jahre 2001 bis 2017

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2017

  • Prof. Dr. med. Dr. h.c. Dieter Hoelzer (Deutschland)
  • Richard Champlin, MD, PhD (USA)

2016

  • Prof. Dr. Katharina Fleischhauer (Deutschland)

2015

  • John A. Hansen, MD (USA)

2014

  • Richard J. O'Reilly, MD (USA)

2013

  • Dennis L. Confer, MD (USA)
  • Prof. Dr. Guido Lucarelli (Italien)

2011

  • Prof. Dr. Karl-Georg Blume (Deutschland)

2010

  • Prof. Dr. Theodor M. Fliedner (Deutschland)

2009

  • Rainer F. Storb, MD, PhD (USA)

2008

  • Jon van Rood, MD, PhD (Niederlande)

2007

  • Mary M. Horowitz, MD (USA)

2006

  • Prof. Dr. Hans-Jochem Kolb (Deutschland)

2005

  • E. Donnall Thomas, MD (USA)

2004

  • Eliane Gluckman, MD (Frankreich)

2002

  • Effie Wang Petersdorf, MD (USA)

2001

  • Dr. Helmut Geiger (Deutschland)
  • Anita Waldmann
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