„Ich wusste, wofür ich es mache!“ Nadine über ihre Stammzellspende

24 Februar 2016

Nadines Registrierung als potenzieller Stammzellspender war schon einige Jahre her – doch vor kurzem kam die wichtige Frage, ob sie noch bereit wäre, einem Blutkrebspatienten eine zweite Chance auf Leben zu ermöglichen. Für die 39-jährige Agrarbiologin und Hobbytaucherin war die Entscheidung schnell klar:

„Vor ca. 15 Jahren ließ ich mich bei der DKMS registrieren. Mir war es immer wichtig, helfen zu können – wenn es mir möglich ist. Bereits im Jahr 2014 kam ich schon mal für einen Patienten in Frage. Allerdings gab es für diesen Patienten einen Spender, der von den Gewebemerkmalen noch besser passte. Vor kurzem wurde ich dann von der DKMS angerufen und mir wurde mitgeteilt, dass meine Merkmale nun zu einem kranken Menschen passen würden. Ich wurde natürlich gefragt, ob ich noch immer bereit sei, Stammzellen zu spenden. ‚Ja, klar‘, dachte ich. Gerade da meine Mama an Krebs verstorben ist und ich weiß, wie schlimm diese Krankheit sein kann. Der Leidensweg für Betroffene und Angehörige ist manchmal kaum zu ertragen.

Vor 15 Jahren registrierte sich Nadine als potenzieller Stammzellspender

Ich bekam eine ausführliche Erklärung, was genau passieren würde. Daraufhin hatte ich meine Voruntersuchung in Nürnberg. Ich bekam meine Medikamente mit nach Hause, damit sich meine Stammzellen vermehren und über das Blut abgegeben werden können. Über einen Zeitraum von 4,5 Tagen musste ich mich alle 12 Stunden spritzen. Ich hatte mit einigen Problemen zu kämpfen, die die Medikamente beim mir auslösten: Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Aber ich wusste, wofür ich es mache: um einem Menschen eine Chance zu geben wieder gesund zu werden!

Wenige Wochen später fand die Stammzellenspende statt. Ich reiste einen Tag vorher an, damit ich am Tag der Spende keine weite Anreise mehr hatte. Zum Glück begleitete mich ein Freund, denn ich hatte doch etwas Angst. Vor lauter Aufregung schlief ich kaum. In der Klinik war das Personal sehr nett und verstand meine Ängste. Tja, das ‚Ankabeln‘ an die Geräte war für mich auch eine Herausforderung, aber es war nicht so schlimm, wie angenommen. Nach vier Stunden war es dann geschafft. Während dieser vier Stunden spielte ich fleißig mit meinem Smartphone Quizduell, um mich abzulenken. Eine Stunde nach der Spende teilten mir die Ärzte mit, dass genügend Stammzellen aus meinem Blut entnommen werden konnten und ich am nächsten Tag nicht noch einmal kommen müsse.

Für die 39-Jährige war schnell klar, dass sie auch nach 15 Jahren noch helfen würde!

Am nächsten Tag rief ich gleich bei der DKMS an und erfuhr, dass die Spende an einen Mann aus Frankreich ging. Für ihn – und für all die Leute, die auch eine Stammzellspende brauchen – wünsche ich nur das Beste. Ich hoffe, dass ich meinem genetischen Zwilling helfen kann. Leider ist in Frankreich nur ein anonymer Kontakt mit dem Patienten möglich, so dass ich die Person leider nie in die Arme schließen kann. Das ist zwar sehr schade, aber zumindest können wir anonym Kontakt haben.

Für alle Menschen, die Bedenken haben sich registrieren zu lassen, möchte ich gerne noch folgendes zum nachdenken, sagen: Wenn Ihr oder Eure Lieben erkranken würdet, wäre es dann nicht Euer sehnlichster Wunsch, wieder gesund zu werden?! Falls dies so ist, werft bitte Eure Bedenken über Bord, lest Euch genauer in die Thematik ein und lasst Euch registrieren. Gesundheit ist das wichtigste Gut, dass ein Mensch haben kann!“

Nadine ist Agrarbiologin und Hobbytaucherin.

Die Registrierung als Stammzellspender nimmt nur wenige Minuten Ihrer Zeit in Anspruch und ist ganz einfach online möglich – Hier klicken und als potenzieller Stammzellspender registrieren!