Julas Weg zum Lebensretter - Teil 2: „Ich bin bereit, das Leben meines Patienten zu retten!"

4 Mai 2016

Im ersten Teil von Julas Geschichte, erzählte die 24-Jährige, wie sie sich als Stammzellspender registriert hat und was eine Tafel Schokolade damit zu tun hat. In wenigen Wochen wird sie Knochenmark aus dem Beckenkamm spenden. Im zweiten Teil ihrer Geschichte erzählt Jula, welche Voruntersuchungen sie im Vorfeld zu ihrer Spende machen musste und welche Gedanken ihr dabei durch den Kopf gingen:

„Seit ich denken kann habe ich eine höllische Angst vor allem, was mit Spritzen zu tun hat: Impfen und Blutabnehmen sind für mich immer schrecklich und kaum auszuhalten. Daher ging ich heute auch mit einem etwas mulmigen Gefühl ins Krankenhaus zur Voruntersuchung, denn ich wusste, dass mir dort Blut abgenommen wird. Gestern Nacht konnte ich deshalb, vor allem aber aus Angst, dass bei der Untersuchung irgendetwas festgestellt wird, was der Spende doch noch im Wege stehen könnte, kaum schlafen.

Manchmal muss man seine Grenzen eben überschreiten!

Im Krankenhaus stand, nach dem Ausfüllen eines Fragebogens und einem zur Verfügung gestellten reichhaltigen Frühstück, die Blutabnahme als erstes auf dem Programmpunkt – PANIK! Aber dank der super lieben und verständnisvollen Arzthelferin war die Abnahme wirklich nicht so schlimm wie gedacht und ich habe es tatsächlich überlebt! Ich habe mir einfach die ganze Zeit gesagt, dass das alles für eine wirklich gute Sache ist und dann war es halb so schlimm. Manchmal muss man seine Grenzen eben überschreiten!

Neben dem Blut wurde auch mein Urin untersucht und nach einem ausführlichen Gespräch mit der Ärztin wurde ich komplett durchgecheckt: Meine Lunge und Herz wurden abgehört, ein EKG gemacht und sämtliche Impfungen, vergangene Reisen in außereuropäische Länder, Krankheitsbilder etc. besprochen. Etwa eine Stunde dauerte das sehr ausführliche Gespräch und ich war überrascht, was alles untersucht wird – es kommt wirklich auf jede Kleinigkeit an! Denn wenn man selbst nicht gesund ist, gefährdet man nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern auch vor allem die des Patienten! 

. Ich wurde sehr ausführlich und freundlich beraten und aufgeklärt, sodass keine Frage offen geblieben ist!

Was mich während des Aufklärungsgesprächs sehr bewegt hat ist, dass etwa 10 Tage vor der Stammzelltransplantation mit der Chemotherapie bei dem erkrankten Patienten begonnen wird. Hierbei wird das Knochenmark zerstört. Wenn ich nun aus irgendwelchen Gründen die Spende absagen müsste, wegen einer Krankheit oder aus anderen persönlichen Gründen, so bedeutet das den sicheren Tod für den Patienten! Aus diesem Grund gibt es viele Erkrankungen, die zu einem Ausschluss führen. Denn ein Ausfall wäre hier tödlich. Da wurde mir erst einmal meine große Verantwortung bewusst!

Jetzt kann es losgehen - Ich bin bereit das Leben meines Patienten zu retten!

Neben dem Gesundheitscheck wurde ich über den Prozess der Operation, den Krankenhausaufenthalt und die Verhaltensrichtlinien nach dem Eingriff informiert. Ich wurde sehr ausführlich und freundlich beraten und aufgeklärt, sodass keine Frage offen geblieben ist! Am Ende des Gesprächs gab mich die Ärztin für die Spende frei. Ich habe mich riesig gefreut! Jetzt kann es losgehen - Ich bin bereit das Leben meines Patienten zu retten!“

Jula wird hier und auf unserer Facebook-Seite weiter über ihren Weg zum Lebensretter berichten.