Ein überraschender Anruf im Skilift: Lebensretter!

28 April 2017

Vor ihrer Spende hatte sich Judith gar nicht mit dem Thema Blutkrebs auseinandergesetzt. Da aber ihre Mama schon länger als Stammzellspender registriert war, hatte sich Judith online ein Registrierungsset nach Hause schicken lassen.

„Ich habe zwar über eine ganze Zeit, meinen Spenderausweis im Geldbeutel getragen, jedoch rechnete ich nie damit, tatsächlich mal als „genetischer Zwilling“ für einen Patienten infrage zu kommen.“, erzählt uns die 21-Jährige.

Während des Urlaubs und im Skilift haben wir Judith angerufen und ihr mitgeteilt, dass sie ein perfektes Match für einen Patienten ist.

Während des Urlaubs und im Skilift haben wir Judith angerufen und ihr mitgeteilt, dass sie ein perfektes Match für einen Patienten ist. „Ab diesem Zeitpunkt machte ich mir fast täglich Gedanken über die Spende, vor allem weil bei mir die Methode der Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm angefragt wurde und ich noch nie eine Vollnarkose hatte. Dank der guten Informationen der DKMS und der Gespräche bei der Voruntersuchung in der Entnahmeklinik in Tübingen, wurden mir Sorgen und Ängste genommen. Ich war zuversichtlich, dass alles gut gehen würde.“

"Nach 2-3 Tagen hatte mich auch mein ganz normaler Alltag wieder.“

Als wir Judith fragen, wie sie ihre Spende erlebt hat, teilt sie uns mit: „Es ging alles sehr schnell und da die Entnahme unter Narkose war, war ich einfach nur „weg“. Nach der OP hatte ich kaum Schmerzen. Das Liegen auf dem Sandsack nach der OP fühlte sich ähnlich wie eine Prellung an. Nach 2-3 Tagen hatte mich auch mein ganz normaler Alltag wieder.“ Da Judith sehr aktiv im Leichtathletik Verein ist, war das natürlich ein wichtiges Thema für sie. Nach zwei Wochen stieg sie wieder ins Training ein und trainiert wieder fleißig ihr Kinderteam.

Nach zwei Wochen stieg Judith wieder ins Training ein

Wer bekommt meine Stammzellen? – Diese Frage stellt sich fast jeder Spender. So hat auch Judith direkt nach ihrer Spende zum Hörer gegriffen und wollte von wissen, auf welche Reise ihre Stammzellen gingen. Sie erfuhr Alter und Herkunftsland „ihres Patienten“.

„Auch wenn ich mir bewusst bin, nie oder spät eine Nachricht zu erhalten, habe ich dem Empfänger einen anonymen Brief geschrieben. Ich habe versucht alle meine Hoffnungen und Wünsche in Worte zu fassen. Gar nicht so leicht, um ehrlich zu sein. Was mir aber auf jeden Fall leicht fällt zu sagen: Die Registrierung bei der DKMS ist so einfach, und kann aber so viel bewirken, wie ihr sieht. Vielleicht kann ich mit meinem Bericht anderen Menschen die Sorge nehmen, wie eine Stammzellspende abläuft. Bitte werdet Stammzellspender!“