So werden die Stammzellen entnommen

Ablauf einer Stammzellspende

Stammzellspende

Wenn Du als Stammzellspender in Frage kommst, kannst Du vielleicht einem Blutkrebspatienten das Leben retten! Dazu müssen Dir dann Stammzellen entnommen werden und das kann auf zwei Wegen geschehen:

Die Knochenmarkentnahme

Bei der Knochenmarkentnahme wird dem Spender unter Vollnarkose ca. 5% seines Knochenmarks aus dem Beckenkamm entnommen. Innerhalb von etwa zwei Wochen regeneriert sich das Knochenmark beim Spender.

Die periphere Stammzellentnahme

Bei der peripheren Stammzellspende ist keine Operation nötig. Die Entnahme erfolgt direkt über das Blut und dauert nur wenige Stunden.

 

Hierbei genügen in der Regel zwei kleine Einschnitte im Bereich des hinteren Beckenknochens. WICHTIG: Hier ist nicht - wie fälschlicherweise immer gedacht - das Rückenmark gemeint!

Bei der Knochenmarkspende beschränkt sich das Risiko im Wesentlichen auf die Narkose. Nach der Entnahme kann für wenige Tage ein lokaler Wundschmerz entstehen – ähnlich dem einer Prellung.

Zur Knochenmarkentnahme bleibt der Spender für 2 bis 3 Tage im Krankenhaus. Anschließend sollte der Spender nach Rücksprache mit der Entnahmeklinik zur Erholung für ein paar Tage zu Hause bleiben.

 

Das Verfahren ist ähnlich einer Blutplasmaspende. Im Vorfeld wird dem Spender der Wachstumsfaktor G-CSF verabreicht und es können grippeähnliche Symptome auftreten. Langzeitnebenwirkungen sind nach dem heutigen Forschungsstand nicht bekannt.

Die Entscheidung über die Entnahmeart

Auch wenn die Chance der peripheren Stammzellentnahme viel höher ist als die Entnahme aus dem Beckenkamm, kann es immer vorkommen, dass gerade bei Dir eine Entnahme aus dem Beckenkamm vorgenommen werden muss.

Wir als DKMS haben keinen Einfluss auf die Entnahmeart. Welches Entnahmeverfahren gewählt wird, richtet sich in erster Linie nach den Bedürfnissen des Patienten und der sich daraus ergebenden Anforderung seiner Ärzte.

 

Beide Transplantate enthalten die gleichen Blutstammzellen, aber auch andere Zellen wie Lymphozyten und andere Stammzellen, und deren Zusammensetzung ist unterschiedlich.

Knochenmark verursacht weniger Abstoßungsreaktionen, damit aber auch weniger erwünschte Immunreaktionen gegen die Leukämie. Außerdem ist die Zeit der fehlenden Immunabwehr nach Spende länger.

Daraus ergibt sich als grobe Regel: Je jünger der Patient (Abstoßung problematischer), und je weniger bösartig die Erkrankung ist, desto eher will man mit Knochenmark transplantieren. Beispiel: Ein Neugeborener mit angeborenem Immundefekt (= keine bösartige Erkrankung) sollte Knochenmark erhalten, ein älter Patient mit rezidivierter Leukämie eher periphere Blutstammzellen. Dazwischen gibt es aber ein breites Alters- und Erkrankungsspektrum, bei dem prinzipiell beide Verfahren möglich sind.

Welches Verfahren letztlich durchgeführt wird, ergibt sich dann aus weiteren Faktoren, insbesondere auf Spenderseite (Wunsch bzw. medizinische Einschränkungen); zudem ist die Zellzahl, die bei der peripheren Stammzellentnahme gewonnen werden kann, in der Regel größer, was vor allem dann wichtig ist, wenn der Empfänger ein im Vergleich zum Spende höheres Körpergewicht hat. Außerdem akzeptiert man bei fehlenden Alternativspendern oftmals auch das weniger gut geeignete Transplantat.