Wie Sven Behring zum Lebensretter wurde

22 August 2014

Es war Weihnachten als der Brief der DKMS Sven Behring erreichte. Der 35-jährige war gerade zu Besuch bei seinen Eltern. In seinem alten Kinderzimmer öffnete er das Schreiben. Viele Jahre nach seiner Registrierung kam er für eine Stammzellspende in Frage. „Darüber war ich sehr froh“, so Sven. „Es ist ja eher selten, dass die Stammzellen passen.“ Die Typisierung wurde damals noch per Blutabnahme vorgenommen. Ein Mitschüler von Sven war erkrankt und brauchte dringend eine Stammzellspende. Für Sven stand sofort fest, dass er helfen würde.

Die Hauptsache für ihn war, dass der Patient überlebt.

Nach dem ersten Telefonat mit der DKMS stand fest, dass die Stammzellentnahme in Dresden statt finden würde. Für den Mitarbeiter in einer Agentur für Suchmaschinenoptimierung war der Aufenthalt fast wie Urlaub. Angst hatte Sven keine, im Gegenteil: „Ich hatte vollstes Vertrauen in die Ärzte und Mediziner“, so Sven. Auch die Spritzen, die er sich im Vorfeld geben musste, waren kein Problem.

Diese vergleichsweise kleinen Anstrengungen, waren nichts im Vergleich zu den Strapazen, die sein Stammzellempfänger ertragen musste.

Drei Wochen vor dem eigentlichen Termin der Stammzellspende stand für Sven ein umfangreicher Check beim Arzt an. Auch diesen Termin begrüßte er: „Ich wollte sowieso mal wissen, ob alles in Ordnung ist.“ Für Sven war klar: diese vergleichsweise kleinen Anstrengungen, waren nichts im Vergleich zu den Strapazen, die sein Stammzellempfänger ertragen musste. Der Patient musste gleichzeitig eine Chemo-Therapie über sich ergehen lassen. Dieses Prozedere ist nötig, damit der Körper die neuen Stammzellen überhaupt annehmen kann. Die eigentliche Entnahme der Stammzellen lief für Sven ebenfalls reibungslos. Die vier Stunden, in denen Sven an den Separator angeschlossen war, vergingen dank zwei Filmen aus der Videothek des Krankenhauses wie im Flug. In der Regel werden immer zwei Tage für die Spende angesetzt. Der zweite Tag für den Fall, dass bei der ersten Spende nicht genug Stammzellen entnommen werden können. Svens Stammzellspende war nach den ersten vier Stunden bereits erfolgreich und ein zweiter Termin war für ihn nicht nötig. Auf den anstrengenden Tag der Spende folgte ein entspannter Tag im schönen Dresden.

Hauptsache, er überlebt und wird wieder gesund!

Später erfuhr Sven, dass seine gespendeten Stammzellen an einen 60-jährigen Mann nach Spanien gingen. Der Kontakt zwischen Patient und Spender ist in Spanien gesetzlich geregelt. Außer einem handschriftlichen Brief, auf den der Patient auch nur einmal antworten darf, ist kein Kontakt möglich. Auch wenn Sven sich mehr Kontakt zu seinem Patienten gewünscht hätte, erwartet er im Gegenzug zu seiner Spende nichts. Hauptsache, er überlebt und wird wieder gesund!